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[Zukunftsrauschen] #3 - Zeitschriften für grüne Ideen & Tatendrang

Revue
 
Hallo,jetzt ist er da - der Februar. Für mich ist der zweite Monat im Jahr schon seit längerem der Mo
 

Zukunftsrauschen

February 5 · Issue #3 · View online
Zweiwöchentliche E-Mail-Post rund um die Zukunft, Nachhaltigkeit und den Versuch, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Mit kurzen Gedanken, Fundstücken und (hoffentlich) einem längeren Artikel pro Monat.

Hallo,
jetzt ist er da - der Februar. Für mich ist der zweite Monat im Jahr schon seit längerem der Monat, den ich aufs Jahr gesehen am wenigsten mag: es ist dunkel, kalt und die Euphorie des Jahreswechsels verschwindet langsam aus den Köpfen der meisten Mitmenschen und unserem Alltag. Umso wichtiger finde ich es, sich im Februar mit neuen Ideen und Optimismus zu umgeben, um nicht gleich am Angang des Jahres schon alle Hoffnung und den Tatendrang zu verlieren.
Als Leseratte sind für mich Bücher und Zeitschriften eine gute Möglichkeit, um dem Winterblues zu entkommen. In der heutigen Ausgabe des Zukunftsrauschen möchte ich daher mit dir eine (längere) Liste mit Zeitschriften teilen, die genau das machen - neue Ideen, Projekte und Gedanken aufbereiten. Damit wir davon erfahren, dass irgendwo schon jemand an einer guten Welt arbeitet und wir uns jederzeit anschließen können.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und freue mich auf deine Gedanken zum Thema (einfach auf “Antworten” klicken),
Svenja
P.S.: Falls du Probleme hast, die eingebetteten Links in deinem Mailprogramm zu sehen, kannst du die Ausgabe hier online lesen: #3 - Zeitschriften für grüne Ideen & Tatendrang

Inhalt
1. Warum ich Zeitschriften lange Zeit nicht mochte und später meine Meinung änderte
2. Zeitschriften & Nachhaltigkeit/Minimalismus - das passt doch gar nicht zusammen?
3. Acht Zeitschriften für neue Ideen & Tatendrang
Warum ich Zeitschriften lange Zeit nicht mochte und später meine Meinung änderte
Als Jugendliche fand ich Zeitschriften langweilig und: Ich hielt sie vor allem für Geldverschwendung. Für den Preis von zwei Jugendzeitschriften konnte ich ein ganzes Taschenbuch mit mehreren hundert Seiten Geschichte kaufen. In Zeitschriften, das wusste ich von Freundinnen, ging es vor allem um Themen, die mich nicht sonderlich interessierten, es gab viel zu viel Werbung und große Bilder statt Text. Außerdem blätterte man Zeitschriften nur durch, las selektiv und übersprang unter Umständen ganze Seiten - für mich als Vielleserin unvorstellbar. Wenn ich schon mein hart erspartes Geld ausgeben wollte, dann doch für etwas, was ich (mehrfach) von vorne bis hinten lesen konnte.
Erst nachdem ich Minimalistin geworden bin, habe ich Zeitschriften als Medium vollkommen neu für mich entdeckt. Durch den Austausch im Netz habe ich auf einmal festgestellt, dass es sehr wohl Magazine mit Themen gibt, die mich interessieren. Und vor allem habe ich gemerkt, dass hinter eben diesen Magazinen häufig keine großen Konzerne oder Medienhäuser stehen, sondern engagierte (junge) Menschen, die so ihre Geschichten für ein größeres Publikum erzählen können.
Zudem hat nicht jede Leser_in ständig Zeit und Lust, ein ganzes Buch zu einem Thema zu lesen und nicht jede Geschichte bzw. Gegebenheit beinhaltet Stoff für 100+ Seiten. In einem Blogbeitrag (2015) von Apfelmädchen & sadfsh habe ich folgende Zahlen gefunden, die ich ohne sie erneut zu prüfen zitiere:
“Laut repräsentativen Umfragen lesen mehr als 34 Millionen Menschen (das sind sicherlich von 1.000 Befragten hochgerechnete Zahlen) mehrmals pro Woche in Zeitschriften und zusätzliche 25 Millionen (wieder hochgerechnet) mindestens einmal im Monat (Quelle: Statista.com) Fällt dir was auf? Das bedeutet, so gut wie jede_r Deutsche schaut regelmäßig in Zeitschriften.
Selbstverständlich sagen diese Zahlen erst einmal nichts über die Art des Lesens aus. Es gibt sicherlich einen Unterschied zwischen einem losen Durchblättern im Wartezimmer beim Arzt und einer intensiven Lektüre auf dem heimischen Sofa. Dennoch gibt es Daten, die belegen, dass die Lesezeit einer interessanten Zeitschrift gerne mehr als eine Stunde betragen kann (Quelle: Statista.com).”
Zeitschriften schließen mit ihrer Themen- und Formatmischung (Reportage, Kurzgeschichte, Comic, Kommentar etc.) quasi die Lücke zwischen Zeitungen und Büchern - ohne dass sie dabei Einbußen bei der Qualität der Beiträge machen müssen.
Zeitschriften & Nachhaltigkeit/Minimalismus - das passt doch gar nicht zusammen?
Jetzt denkst du vielleicht (zu Recht), dass Zeitschriften und Minimalismus bzw. Nachhaltigkeit nicht unbedingt zusammen passen. Auf den ersten Blick mag das stimmen, wenn man Magazine vor allem als gedruckte Einweg-Lese-Produkte sieht, die nach der Lektüre im Regal oder direkt im Papiermüll landen.
Glücklicherweise kann man mittlerweile viele Zeitschriften problemlos als digitale Version erwerben oder in der örtlichen Bibliothek ausleihen. Ich kann zusätzlich empfehlen, mit Freund_innen einen privaten Lesezirkel zu gründen und Ausgaben zu teilen. Wer z.B. viel Besuch bekommt, kann an der Haustür eine Zeitschriftenkiste aufstellen oder direkt im Freundeskreis absprechen, wer welche Zeitschrift kauft. Vielleicht finden sich auch bei der Arbeit Interessierte für eine Tauschkiste oder ein gemeinsames Abo und man lernt u.U. sogar Kolleg_innen kennen, die sich für ähnliche Themen interessieren. In jedem Fall verlängert sich die Lebenszeit einer Ausgabe um einiges, wenn man teilt!
8 Zeitschriften für neue Ideen & Tatendrang
Eine Auswahl an Zeitschriften
1. Transform Magazin
“Das transform Magazin gibt Anstöße für den gesellschaftlichen Wandel, ohne eine Richtung vorzuschreiben. Das unabhängige Heft stellt Menschen und Ideen vor, die sich und Umfeld verändern – hin zu einem guten Leben. Der gehobene Zeigefinger bleibt dabei stets in der Tasche. Denn statt zu missionieren, will das transform Magazin inspirieren.”
Das Kollektiv hinter dem transform Magazin agiert von Berlin aus. Die einzelnen Ausgaben haben jeweils einen Themenschwerpunkt, den sie auf 100 oder mehr Seiten aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Mit etwa einer Ausgabe pro Halbjahr ist der Erscheinungsrhythmus eher langsam und lädt ein, sich ausgiebig mit den Inhalten zu beschäftigten bzw. die Ausgabe auch später erneut zur Hand zu nehmen. Die einzelnen Hefte werden jeweils über startnext gecrowdtfundet und lassen sich später auch in Bahnhofsbuchhandlungen bzw. direkt über die Seite der Magazinmacher_innen erwerben. Das Magazin ist frei von Werbung, wird auf recyceltem Papier gedruckt und kostet um die 10€ pro Printausgabe.
Warum ich transform lese: gesellschaftskritisch - fast wie ein Buch
Link: transform Magazin
2. Ö - wir mögens öko
Ursprünglich als Nebenprodukt der bekannten Schrot & Korn gegründet ist diese Zeitschrift leider mittlerweile wieder eingestellt worden. Die Macherinnen hinter dem Projekt sind aber weiterhin auf Instagram und Facebook aktiv, weil sie nicht nur Redakteurinnen sind, sondern den Gedanken der Zeitschrift selber leben. Sie probieren aus, denken laut nach und laden alle ein, es ihnen ganz praktisch gleich zu tun. Das gefiel mir so gut, dass ich für eine Ausgabe zu “Weniger tut gut” einen Beitrag zu Minimalismus beigetragen habe.
Warum ich Ö lese: alltagsnah - praktisch - persönlich
Link: wir mögen es öko
3. Oya - enkeltauglich leben
Mit Reportagen, Essays, Porträts, Berichten und Interviews leuchtet Oya in alle Winkel unserer Gesellschaft und fördert neue Ansätze zutage: in sozialen Unternehmen, in Gesundheitsprojekten, in Ökodörfern und Lebensgemeinschaften und weiteren vielfältigen Bewegungen für soziale und ökologische Anliegen. Noch werden die vielen Impulse hin zu einer lebensfördernden Gesellschaft in voneinander getrennten Netzwerken diskutiert und erprobt. Kaum jemand macht sich bewusst, welcher Reichtum an Praxis und Ideen bereits vorhanden ist. Es fehlt das zusammenführende Fundament, auf dem ein Gesamtbild des Neuen entworfen und in seiner Verwirklichung unterstützt werden kann.
Auf Oya bin ich erst durch meine Recherche zu Zeitschriften aufmerksam geworden und habe mir ein Probeexemplar zuschicken lassen (das kann jede_r machen!). Bekommen habe ich Heft Nummer 3 (43) in einer Reihe zur aktuellen Redaktionskrise bzw. einer Phase der Neuausrichtung. Erst war ich etwas enttäuscht, aber dann überracht, weil die Menschen hinter Oya es schaffen ihre eigene Veränderung mit Themen zu kombinieren, die auch für mich interessant sind. Und schwuppdiwupp hatte ich fast 100 Seiten zum Thema Boden, Permakultur und Landwirtschaft gelesen - Themen, die mir sonst ehrlich gesagt eher fremd sind.
Warum ich oya lese: bodenständig - nachhaltig - offen
Link: oya online
4. Kater Demos
Kater Demos bezeichnet sich selber als utopisches Politikmagazin und setzt auf konstruktiven Journalismus, als Berichterstattung, die Probleme zeigt und Lösungsvorschläge anbietet. Und das alles mit einem Augenzwinkern und ein bisschen CatContent. Bisher ging es in den Ausgaben u.a. um Arbeit und Überwachung.
Warum ich Kater Demos lese: lösungsorientiert - werbefrei - politisch
Link: Kater Demos
5. Missy Magazine
Missy ist ein feministisches Magazin, das aber in dieser Liste auf keinen Fall fehlen darf. Die Macher_innen hinter der Zeitschrift zählen zu den Vordenker_innen in vielen Themen und jede Ausgabe trägt dazu bei, Gleichberechtigung, Vielfalt und Lebensfreude zu verstärken. Mittlerweile erscheint Missy sechsmal im Jahr mit einer Mischung aus Kultur, Pop und Feminismus. Für mich ganz klar die beste aller “Frauenzeitschriften”!
Warum ich missy lese: Neues lernen - Vielfalt stärken
Link: missy magazine
6. futurzwei
Die Zeitschrift futurzwei ist eine Zusammenarbeit zwischen der futurzwei-Stiftung und der taz mit Harald Welzer als Herausgeber. Das vierteljährlich erscheinende Heft (deutlich unter 100 Seiten) richtet sich (nach meinem Gefühl) besonders an politisch und kulturell vorgebildete Leser_innen, die sich für gesellschaftliche Veränderung interessieren. Die einzelnen Texte sind eher kurz (2 Seiten) und werden von Fotografien begleitet.
Warum ich futurzwei lese: Zukunftsbuchliste - Interviews
Link: futurzwei
7. enorm
enorm ist das Magazin für den gesellschaftlichen Wandel. Es will Mut machen und unter dem Claim „Zukunft fängt bei Dir an“ zeigen, mit welchen kleinen Veränderungen jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann.
Sozusagen der Klassiker unter den grünen Zeitschriften. Enorm erscheint alle zwei Monate und beschäftigt sich mit allem rund um Nachhaltigkeit, z.B. Unverpacktläden, nachhaltigen Geschäftsideen und grünem Konsum. Ich empfehle enorm besonders gerne Menschen, die anfangen sich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und zuvor gerne klassische Zeitschriften gelesen haben, da enorm sehr gut in Zeitschriftenläden zu bekommen ist.
Warum ich enorm lese: interessante Schwerpunkte & Projekte
Link: enorm magazin
8. greenpeace magazin
Trotz des gleichlautenden Namens gehört das greenpeace magazin nicht zu greenpeace, sondern agiert seit 24 Jahren als eigenständige Redaktion. Neben enorm ist diese Zeitschrift für mich ein Standardwerk in der nachhaltigen Szene zu Klimawandel, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger Gesellschaft. Anders als viele der “neuen” Magazine setzt das greennpeace magazin auf Fotos als Begleitung zu Texten, was sich angenehm von den vielen (wunderschönen) Illustrationen anderer Zeitschriften abhebt. Tipp: Die Redaktion bietet einen Daily Navigator als Newsletter mit aktuellen Links zu Klimawandel etc an.
Warum ich greenpeace magazin lese: Hintergrund - Natur
Link: greenpeace magazin
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