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Immer wieder Sonntags - Ausgabe #69

Immer wieder Sonntags - Ausgabe #69
Von Wolfram Bölte • Ausgabe #69 • Im Browser ansehen
Buon giorno aus Süditalien,
die letzten Tage habe ich damit verbracht, mich über Technik aufzuregen, mich über Land und Leute zu wundern, mich dem guten Essen zu widmen. Denn ich habe einem Freund einen Gefallen getan und auf einer Hochzeit in der Region Basilicata aufgelegt.
Deshalb gibt’s diese Woche vor allem ein bisschen Erfahrungsbericht Süditalien.

Besuch in Matera – 007 war auch schon da
Matera Altstadt bei Dämmerung.
Matera Altstadt bei Dämmerung.
Matera besucht man in der Regel wohl wegen ihrer Altstadt und der, durch eine Schlucht getrennte, Höhenstadt. Oder wie ich, um mit einem Teil der Hochzeitsgesellschaft in einem Restaurant einzukehren.
Die Altstadt ist schon sehr pittoresk und gewinnt in der Dämmerung, wenn die ersten Lichter angehen, noch mal an Sehenswert hinzu. Ein paar Szenen James Bond wurden dort auch gedreht … und noch eine ganze Menge mehr Filme, wie mir die Wikipedia-Seite über Matera verrieht.
Die Schlucht von Matera. Auf der einen Seite bewohntes Gebiet, auf der anderen Seite die Höhenstadt. (Die man hier nicht sieht)
Die Schlucht von Matera. Auf der einen Seite bewohntes Gebiet, auf der anderen Seite die Höhenstadt. (Die man hier nicht sieht)
Neben der wirklich schönen Altstadt beeindruckte mich vor allem die Schlucht. Die Stadt hört abrupt auf, Schlucht beginnt. Ja, natürlich hört eine Stadt an einer Schlucht auf … eventuell wunderte mich auch einfach bloß, dass man nie angefangen hat wirklich (wieder) auf der anderen Seite zu siedeln.
Der Bräutigam erklärt die Lage.
Der Bräutigam erklärt die Lage.
Gegessen haben wir dann bei La Talpa. Besuchenswertes Restaurant. Ein paar mehr Bilder aus Matera gibt’s noch in diesem Tweet zu begucken.
Ein paar Gedanken zur Hochzeit
Wolfram Bölte
Heute werden ein, zwei Lieder für Freund:innen aufgelegt. https://t.co/Bm4vrRiZuT
In dem obigen Thread gibt’s ein einige Eindrücke vom Veranstaltungsort, dem Castello di San Basilio. Die Hochzeit selbst will ich gar nicht noch einmal Revue passieren lassen, denn kurz gesagt: Schönes Paar, schöne Hochzeit.
Ein paar Gedanken möchte ich natürlich schon festhalten.
Erstens: Das Essen war echt gut, die Weißweine nicht so sehr. Ausserdem werde ich mich noch lange daran erinnern, dass es Bier aus Karaffen gab. Habe ich auf einer Hochzeit so auch noch nicht gesehen, obwohl mir die Kulturtechnik des Pitchers natürlich bekannt ist. So gut das Essen war, so bescheiden war der Output der Cocktailbar. Hatte ich nicht erwartet. Am Ende des Tages war vor allem der Aperol Spritz und der Gin Tonic trinkbar. Andere Drinks waren … interessant.
Natürlich muss es hinter dem DJ Tisch vor Kabeln wimmeln. So will es das Gesetz.
Natürlich muss es hinter dem DJ Tisch vor Kabeln wimmeln. So will es das Gesetz.
Das Auflegen selbst war, wie so oft auf Hochzeiten – Eine Gradwanderung. Das Brautpaar und ich haben natürlich vorher darüber gesprochen, was auf der Hochzeit laufen soll (80s-Italo-Disco) … und dann kommt die Hochzeit und die Wünsche der Gäste. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mein sehr guter Freund Patrik auch mit aufgelegt hat. So lies sich das ganz gut meistern und wir hatten am Ende alle einen schönen Abend. Musikalischer Höhepunkt war wahrscheinlich Quanto Costa von Roy Bianco und den Abbrunzati Boys. Ich fand es aber auch schön, wie einige der älteren Gäste zu Ancora Tu getanzt haben. Um mal zu verdeutlichen was Gäste denken, was man auf einer Hochzeit gut spielen könnte: Wünsche, die ich nicht erfüllt habe, waren unter anderem “Britney Spears - She’s so lucky” und ein Track von Robert Babicz.
Klar lief auch ein bisschen 90er/2000er Throwback Sound, gehört dazu. Am Ende finden sich die Einen immer etwas mehr in der gespielten Musik wieder die Anderen. Trotzdem glaube ich, dass Patrik und ich für adäquate Musik auf der Hochzeit gesorgt haben.
Vito, der Betreiber der Venue, hat dann um 3:15 das Licht angemacht und die Party war vorbei. Es schien mir, dass es dort nicht üblich ist, dass der Party-Teil der Hochzeit so lange geht. Es wurden jedenfalls alle Angestellten schon nach Hause geschickt und Vito hat höchst selbst am Schluss aufgeräumt. Das habe ich so auch noch nicht erlebt. 
Auch spannend war, dass viele - auch junge - Italiener wirklich nur sehr begrenzt Englisch sprechen. Es hilft also, wenn man sich einige Sätze auf Italienisch aneignet.
Im Clubkontext spiele ich momentan immer mit USB Sticks, die man direkt in die DJ CD Player steckt. Für die Hochzeit habe ich mal wieder mit Macbook und Traktor Software aufgelegt. Die SW gibt es schon so lange und ist immer noch kompliziert af richtig einzurichten. Ich habe im Vorfeld der Hochzeit an mir gezweifelt und mich aufgeregt. Am Ende hat es dann doch geklappt und alles wurde gut.
Kurznachrichten
Das ZDF Magazin hat sich angeguckt, wie effektiv die Polizei in allen Bundesländern mit Hasskommentaren umgeht. Gibt einen interessanten Twitter-Thread und natürlich die Webseite zur Aktion.
That’s the Spirit: Auch im hohen Alter noch etwas dazu lernen, Schwimmen zum Beispiel.
Über solche End-Boomer könnte ich mich immer wieder aufregen. Leuten das Basketball spielen nicht gönnen, Mama Mia – wie verbohrt muss man sein?
Ich bin nicht drin im Lego Game, aber finde die Idee der App Brickit mega. Man macht ein Photo von einem ausgebreiteten Haufen Legosteine und die App schlägt einem Dinge vor, die man daraus bauen kann.
Zuletzt noch mein TikTok der Woche, eine Zusendung von Joana, die mir sehr gut gefallen hat: Kunst im Öffentlichen Raum, hier auf einer Aut0bahn. Super Idee, gerne mehr davon. Hält auch zum rechts fahren an.
Arrivederci dall'Italia,
Wolli
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Wolfram Bölte

Mein Newsletter erscheint immer Sonntags und beschäftigt sich mit den Dingen, die mich im Internet beschäftigt haben: Meistens Musik, Politik, Tech und Photographie. (Und das TikTok Video der Woche)

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