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Wird zu wenig darüber geredet, wie Google Millionen in den Journalismus steckt?

Was mit Medien
Wird zu wenig darüber geredet, wie Google Millionen in den Journalismus steckt?
Von Was mit Medien • Ausgabe #22 • Im Browser ansehen
Liebe Was mit Medien Freunde,
warum wird in der Medienszene diesem Thema so wenig Aufmerksamkeit geschenkt oder gar diskutiert? Diese Frage stellen wir uns in unserer neuen Podcast-Ausgabe. Es geht um 200 Millionen Euro, die Google in den letzten sieben Jahren Medienhäusern in Europa zur Verfügung gestellt hat. Deutsche Medien haben besonders von diesen Geldern profitiert. Auch Facebook ist mittlerweile mit ähnlichen Programmen nachgezogen.
Zugegeben: Nach unserem Gespräch (das wir euch gleich noch genauer in diesem Newsletter vorstellen) haben wir keine Antwort auf die Frage, ob Gelder von Tech-Unternehmen komplett abzulehnen sind, oder ob sie die Zukunft des Journalismus ermöglichen. Aber uns ist bewusst geworden: Über diese Gelder muss debattiert und reflektiert werden. Dazu muss man aber wissen, wie genau Google seine Gelder für den Journalismus einsetzt. Das hört ihr in unserem neuen Podcast.
Tatsächlich hätten sich unsere Gesprächspartner gewünscht, dass mehr Medien über ihre Forschungsarbeit berichtet hätten. Vielleicht liegt es daran, dass es nicht viele Medienhäuser in Deutschland gibt, die sich explizit nicht an den Google-Programmen beteiligt haben. Oder ob sie die Debatte nicht für relevant halten? Oder ob ein ergänzender Satz, dass der eigene Verlag auch Gelder von Google erhalten hat, unangenehm wäre? Wir hoffen, dass die betroffenen Medien zumindest für sich intern eine reflektierte Antwort auf den Umgang mit solchen Förderprogrammen gefunden haben.

Wie Google Journalismus finanziert 💰
Das meiste Geld ist über ein Innovations-Programm vergeben worden, aber auch Hospitanzen, Workshops und Kongresse werden durchgeführt. Was passiert mit dem Geld? Ermöglicht es Innovation, oder umgarnt der Tech-Konzern Journalisten? Warum sind Medienhäuser auf das Geld angewiesen?
Damit haben sich in den vergangenen zwei Jahren die Netzpolitik.org-Journalisten Ingo Dachwitz und Alex Fanta beschäftigt. Ihre Ergebnisse sind jetzt in der Studie “Medienmäzen Google - Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt” im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung erschienen.
Alex und Ingo sind zu Gast in Episode #679 und diskutieren mit uns ihre Ergebnisse:
Medienunternehmen klimaneutral - geht das? 🌡️
Klimaneutralität und Nachhaltigkeit - wie kann das für Medienunternehmen aussehen? Parallel zu den Medientagen München haben wir im Literaturhaus München mit unseren Gästen diskutiert. Das Ergebnis hört ihr in Episode 678.
Annette Kümmel ist Chief Sustainibility Officer der ProSiebenSat1 Media. Sie verrät, wie sie Nachhaltigkeit definiert und welche Ziele der Medienkonzern dabei verfolgt.
Barbara Wandrei ist Geschäftsführerin und Mit-Gründerin von Media4Planet. Sie erklärt, wie Media4Planet die Werbung klimafreundlicher machen möchte.
Annette Kümmel und Barbara Wandrei, wie können Medienunternehmen das Klima retten?
Was hinter Telegram steckt 📥
Was und wer steckt hinter diesem Messenger? Einige Medien, Politiker:innen und Einrichtungen sind auf Telegram aktiv. In der Netzwelt gibt es eine passionierte Fanbase. Aber es gibt auch viele Negativ-Schlagzeilen: Gruppen in denen Verschwörungen rasend Verbreitung finden, illegale Inhalte, die nicht gelöscht oder moderiert werden und ein fehlender Zugriff für Strafverfolgungsbehörden.
In Episode 677 führt uns die Wiener Tech-Journalistin Lisa Oberndorfer in die interessante Welt von Telegram ein.
Übrigens: Einige Hörer:innen haben an das “Posthorn” einige Ergänzungen geschickt, wie sie Telegram nutzen oder wie sie den Messenger sehen. Das hört ihr in Episode 678 ab Minute 59 (Klima-Folge).
Aus der Community 🗣️
Inspiration und was euch und uns gerade beschäftigt:
➡️ Sebastian Esser ist Mitgründer von Steady & Krautreporter. Verlage sollen vom Staat eine Förderung von 220 Millionen Euro erhalten. In seinem lesenswerten Thread bringt Sebastian eine interessante Perspektive ins Gespräch. Er kritisiert, dass unabhängige journalistische Digital-Projekte ausgeschlossen werden. Verfehlt das Geld so seinen Zweck, Journalismus zukunftsfähig zu machen?
➡️Wir haben im Newsletter schon drüber berichtet, aber hier eine kleine Erinnerung. Bis heute Abend könnt ihr euch mit euren Projekten für den Vocer Netzwende Award bewerben. Gesucht werden Projekte, die “eine besser informierte digitale Gesellschaft, eine konstruktivere Debattenkultur im Netz und eine resiliente Zukunft für Journalist*innen” ermöglichen. Preisgeld: 10.000 Euro.
➡️Ein Favorit von Daniels Leseliste der letzten Tage: Der New Yorker Marken-Professor Scott Galloway hat sich in seiner erkenntnisreichen Analyse bei Business Insider nicht nur mit der CNN-Wahlberichterstattung beschäftigt, sondern auch mit Twitter knallhart abgerechnet: “The election made 2 things about Twitter abundantly clear — it needs a new CEO, and it needs subscriptions.
➡️Herr Pähler beschäftigt sich gerade mit dem rechten Twitter-Klon Parler aus den USA. Nicht nur wegen des ähnlichen Klangs, wenn man seinen Namen englisch ausspricht. Kennt ihr ein gutes Hintergrundstück zu Parler? Herr Pähler freut sich über Lektüretipps.
Was beschäftigt euch gerade? Welches Projekt treibt euch gerade um? Wir teilen es an dieser Stelle gerne mit der Was mit Medien Community. Schreibt an posthorn@wasmitmedien.de.
💬 Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf die neue Podcast-Ausgabe am Freitag: Wir wollen uns etwas genauer mit CNN beschäftigen. Nach der US-Wahl sind viele deutsche Zuschauer zu Fans geworden. Doch wo steht der Nachrichten-Konzern eigentlich im Jahr 2020? Wie geht er mit der digitalen Transformation um? Das werdet ihr in der kommenden Ausgabe hören. Wenn ihr Input für uns habt, würden wir uns freuen - mögliche Gesprächspartner:innen, Aspekte die euch interessieren oder die wir uns einmal anschauen sollten. Schreibt an posthorn@wasmitmedien.de.
Was ihr ab dem kommenden Freitag auch hören könnt: Welche Pläne wir mit Was mit Medien für 2021 haben 🤐.
Mediale Grüße
Daniel, Dennis & Herr Pähler
Der “Was mit Medien”-Podcast wird durch seine Community finanziert und möglich gemacht. Vielen Dank 🤗
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Podcast + Community + Events. Das Programm für deine Journey durch den Medienwandel. Mit @Fiene, @HerrPaehler & @Horn.

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