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Wie klappt's für Medien auf Instagram? 👉 7 Insights

Was mit Medien
Wie klappt's für Medien auf Instagram? 👉 7 Insights
Von Was mit Medien • Ausgabe #30 • Im Browser ansehen
Liebe Leserschaft,
ein Jahr gibt es jetzt schon keine Branchenveranstaltungen mehr. Vermisst ihr den Affenfelsen? Den Austausch? Die Inspiration? Keine Lust mehr auf Videokonferenzen mit den gleichen Gesichtern aus dem eigenen Arbeitsalltag? 
Uns geht es so. Wir möchten uns deswegen mit euch treffen! Ein Samstagmittag, ein virtueller Ort und genügend Raum für inspirierende Themen und individuellen Austausch. Das möchten wir euch bei unserem ersten virtuellen Barcamp bieten. Ab sofort gibt es die Tickets. Das Event stellen wir euch in diesem Newsletter vor.
Doch zunächst werfen wir einen Blick auf Journalismus im Instagram-Zeitalter: Zwar nutzen noch immer mehr Deutsche Facebook, aber bei der täglichen Nutzung liegt Instagram inzwischen vorne. Viele Medien sind mittlerweile professionell auf der Plattform unterwegs - doch der Funke springt bei der Nutzerschaft noch nicht über. Warum ist das so?

7 Insights zu Journalismus auf Instagram 📱
Unser Podcast-Gast in dieser Woche: Clare Devlin (Mädelsabende & folgerichtig)
Unser Podcast-Gast in dieser Woche: Clare Devlin (Mädelsabende & folgerichtig)
Journalismus und Instagram - passt das überhaupt? Das funk-Format “Mädelsabende” hat da Pionierarbeit geleistet. Clare Devlin ist Gesicht und Mitgründerin des Formats und hat mit folgerichtig ihre eigene Agentur gegründet. In unserer neuen Podcast-Ausgabe fragen wir sie, wie Journalismus auf Instagram funktioniert.
Was wir mitgenommen haben:
💡 Wer das Ziel hat, mit Journalismus ein junges Publikum zu erreichen, für den führt kein Weg an Instagram vorbei, sagt Clare. Medien seien damit auch gezwungen, all-in zu gehen und Inhalte direkt und allein für die Plattform zu produzieren.
💡Instagram ist keine Plattform, auf der Medien lediglich ihre journalistische Angebote auf anderen Kanälen bewerben können. Wer darauf den Schwerpunkt legt, hat selten Erfolg. Stattdessen sind eigenständige Inhalte gefragt. Das Problem: Wer auf Instagram publiziert, verliert die Hoheit über die Inhalte. Sperrt Instagram einen Kanal, oder schafft Funktionen ab, ist alles weg.
💡 Medien werden auf Instagram stärker als auf anderen Plattformen zu Getriebenen. Reels, Livestreams, Guides - Instagram schafft ständige neue Möglichkeiten, die man mitgehen muss, um den Algorithmus zu füttern. Journalistische Formate müssen also ständig nachjustieren - was selbst für größere Teams und Formate aber eine Herausforderung ist.
💡Journalist:innen und Medienmarken müssen entscheiden, ob sie lediglich einen Visitenkartenkanal (gute Sichtbarkeit bei Google) oder Communitykanal bieten. Letzteres macht richtig Arbeit. Je mehr, desto besser - und die Qualität muss auch ständig stimmen.
💡Bei einem guten Instagram-Kanal erkennen die User:innen direkt, was der Absender von ihnen möchte und ihnen bietet. Ist dieses Fundament gelegt, kommt es auf die Ziele der Medienmarke an. Quantitative Ziele der Plattform (Likes, Follower, Reichweite) sind aber nur ein Teil des Ganzen. Instagram-Insights sollten für Medien nur Sekundärziel sein. Zu den Primärzielen kann beispielsweise der Verkauf von Digital-Abos gehören.
💡Instagram-Kanäle von Medien sollten nicht zu perfekt sein. “Ich muss nah an der Community sein”, empfiehlt Clare. Viele Medien sind extrem professionell was visuelle Gestaltung und Inhalte angeht. Hier können sich der Journalismus etwas von Influencer:innen abgucken: Ihnen folgen User:innen, weil sie nahbar sind und nicht immer perfekt. Sie werden zum Tagesbegleiter. Das schafft man nicht mit einem perfekten Auftritt, der am Ende aber nicht nahbar ist.
💡Instagram wird älter. Jüngere Nutzer:innen kommen nicht unbedingt nach, sondern nutzen andere Plattformen. Instagram wird außerdem immer stärker zu einer kommerziellen Plattform für ein kaufkräftiges Publikum. Was bedeuten diese Entwicklungen für journalistische Formate und für Communitys, die ja auch bei Facebook ordentlich gelitten haben, als die Plattform älter und kommerzieller wurde? Diese Frage wird uns bei Instagram vielleicht auch noch stärker beschäftigen.
🎧 Das erkenntnisreiche Gespräch mit Clare Devlin hört ihr in unserer aktuellen Episode: Den “Was mit Medien”-Podcast gibt es kostenlos bei Apple PodcastsSpotify oder im Audio-Player auf wasmitmedien.de (inklusive Link zu anderen Podcast-Apps).
Ticket für das "Was mit Medien"-Barcamp sichern 🎟️
Einladung zu unserem "Was mit Medien"-Community Event
Einladung zu unserem "Was mit Medien"-Community Event
Am 13. März (Samstag, 12 bis 16 Uhr) findet unser erstes virtuelles Barcamp statt. Egal ob ihr als freie® Journalist:in unterwegs seid, als Content-Creator tätig, in einer Redaktion arbeitet, ein Medien-Start-up habt, in der journalistischen Produktentwicklung unterwegs seid, euch mit dem medialen Innovationstheater beschäftigt oder ein Medien-Imperium besitzt: Ihr seid bei unserem Barcamp richtig.
Die Themen werden von der Teilnehmerschaft vorgeschlagen. Nach der Planungssession gibt es drei Zeitslots, in denen ihr frei aus den parallel stattfindenden Themen wählt könnt. Parallel bieten wir einen virtuellen Kontakthof an, indem ihr euch mit anderen Teilnehmenden in kleinen Gruppen austauschen könnt.
👉 Wenn ihr bereits Supporter:in von “Was mit Medien” seid, ist das Barcamp für euch kostenlos. Ansonsten kostet ein Ticket 10 Euro. Alle Infos gibt es auf der Ticket-Seite. Sehen wir uns? Wir freuen uns auf euch.
Update: Mehr Strafverfahren bei Hass im Netz 🚨
Egal ob bei Themen rund um Migration oder Corona - seit Jahren sind die Kommentarspalten von Medien-Angeboten bei Facebook & Co. voll von Hass und Hetze. Seit 2017 gibt es die Arbeitsgruppe „Verfolgen statt nur Löschen“ in NRW, die inzwischen in vielen Bundesländern ihre Nachahmung gefunden hat. Medien, Medienaufsicht und Strafverfolgungsbehörden erarbeiten Gegenstrategien. Wir haben in der Vergangenheit mehrfach bei uns im Podcast berichtet und bleiben deswegen für euch am Thema dran:
Aus NRW gibt es jetzt neue Zahlen. Fast 900 Anzeigen gegen Hatespeech haben die teilnehmenden Medien in den letzen Jahren eingereicht. Die Staatsanwälte haben über 550 Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Auch die Zahl der teilnehmenden Medienhäuser ist gewachsen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die  Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW), das Landeskriminalamt NRW, die Mediengruppe RTL Deutschland, die Rheinische Post, der WDR und die Landesanstalt für Medien NRW. Dreizehn weitere Medienhäuser sind ab sofort Teil der Initiative.
Das Signal für Verfasser:innen von Hass und Hetze: Das Internet ist weder ein anonymer Raum, noch ist Hatespeech ein Kavaliersdelikt. Es kann Hausdurchsuchungen, Anzeigen und Strafverfahren nachsichziehen.
Doku-Tipp: Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie 📺
Die Arte-Dokumentation ist bis zum 17. März abrufbar.
Die Arte-Dokumentation ist bis zum 17. März abrufbar.
In den letzten beiden Wochen ist in Deutschland viel über Facebooks temporäre Sperre von Inhalten australischer Medien diskutiert worden. Hintergrund ist eine australische Variante des Leistungsschutzrechts.
Es lohnt sich aber auch einen Blick auf eine andere Facette zu werfen: Google hat einen drei Jahresdeal mit News Corp abgeschlossen, um die News-Inhalte zeigen zu können. Zu dem Medien-Konzern gehören nicht nur australische Medien, sondern auch Publikationen wie das Wall Street Journal, die New York Post, The Times und The Sun.
Die Inhalte von News Corp sind künftig trotz des neuen austalischen Gesetzes in den Google-Produkten abrufbar. Aber was ist mit kleineren und unabhängigen Medien in Australien? Kriegen die auch so einfach einen Deal mit Google? Einige erwarten, dass das australische Beispiel in anderen Ländern Schule macht. Was bedeutet es, wenn Nachrichten in einem Land nur per “opt-in” und nicht mehr per “opt-out” über große Plattformen auffindbar sind? Für kleinere und unabhängige Medien gibt es einen Sichtbarkeitsnachteil. Das ist ein empfindlicher Dämpfer für die Medienvielfalt.
Warum das nicht unproblematisch ist, sehen wir am Fall News Corp. Eine sehr interessante Arte-Dokumentation zeigt die weltweite Macht von Rupert Murdoch — dem Gründer von News Corp. Ohne Murdoch und seine Zeitungen, hätte Großbritannien vielleicht doch den Euro bekommen, wäre der Brexit vermutlich nicht in dieser Form umgesetzt worden und auch Donald Trump wäre nicht so einfach in das Weiße Haus gekommen.
Das alles skizziert die sehr interessante Arte-Dokumentation “Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie”. Die drei Teile (je 50 Minuten) sind noch bis zum 17. März in der Arte-Mediathek abrufbar. Das Wissen hilft, aktuelle Medien-Debatten besser einzuordnen.
Aus der Community 👋
💸 Per Mail erreichten uns Sorgen von freien Mitarbeitern der Funke Mediengruppe. Im Dezember traf ein Hackerangriff die IT-Infrastruktur des Medienhauses empfindlich. Auch die Zeitungsproduktion musste auf einen Notbetrieb umgestellt werden. Freie Mitarbeiter:innen warten seitdem auf ihre Honorare - gerade zu Corona-Zeiten eine schwierige Situation, wie der Bericht des DJV NRW zeigt. Inzwischen sollen einige der Honorare an die freien Hörfunk-, Foto- und Text-Kolleg:innen wieder geflossen sein.
🎧 Neuer Podcast von Dennis Horn: Warum stockt es mit der Innovation bei deutschen Medienhäusern? Darüber möchte sich unser Podcast-Kollege in einer neuen Podcast-Serie mit seinen Gesprächspartner:innen Gedanken machen. Innovationstheater heißt der Podcast. Die genaue Vorstellung und die Abomöglichkeit gibt es im Blog von Dennis.
🧑‍🏫Webinar-Tipp: Wie kann ich als Journalist:in erfolgreich auf LinkedIn sein? Wie setze ich einen erfolgreichen Auftritt einer Medienmarke auf diesem sozialen Netzwerk um? Das beantwortet Wirtschaftsjournalist Max Nowroth in unserem “Was mit Medien”-Webinar am 11. März um 18 Uhr. Hier geht es zu den Infos und zur Anmeldung.
📼 TV-Tipp: Wir schauen in dieser Woche Fernsehen. Morgen schalten wir um 23 Uhr (02. März) 3Sat ein und sind neugierig auf die Doku “Medienmacher von morgen: Eine Deutschlandreise ins Digitale”. Dort werdet ihr die Gesichter einiger Namen sehen, von denen wir viel in unseren Timelines lesen und deren Stimmen ihr auch schon in unserem Podcast gehört habt: Die Personen hinter Krautreporter, The Buzzard, tactile.news oder MrWissen2Go werden in der Doku begleitet.
Wie es war? Darüber reden wir mit Filmemacher Stephan Weichert und Wissenschaftsjournalisten Astrid Csuraji (tactile.news) in unserem neuen Podcast, der am Freitag erscheint. Wenn ihr die Doku auch schaut, nehmen wir euer Feedback gerne mit in das Gespräch.
Bis dahin wünschen wir euch noch eine mediale Woche
Herr Pähler, Dennis & Daniel
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Podcast + Community + Events. Das Programm für deine Journey durch den Medienwandel. Mit @Fiene, @HerrPaehler & @Horn.

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