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Was Strumpfhosen mit dem Journalismus von morgen zu tun haben / Ticketverlosung

Was mit Medien
Was Strumpfhosen mit dem Journalismus von morgen zu tun haben / Ticketverlosung
Von Was mit Medien • Ausgabe #31 • Im Browser ansehen
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir haben 5 Tickets für euch: Am Samstag steigt unser erstes virtuelles Barcamp. Von 12 bis 16 Uhr freuen wir uns auf Inspiration & Austausch mit euch. 61 Teilnehmer:innen haben sich schon angemeldet. Tickets gibt es für 10 Euro — oder für lau, wenn ihr an unser Verlosung teilnehmt. Antwortet einfach auf diesen Newsletter und schreibt, dass ihr dabei sein möchtet. Unter allen Einsendungen, die uns bis Donnerstag um 22 Uhr erreicht haben, verlosen wir die Tickets.
Wenn ihr noch nie ein Barcamp besucht habt, kein Problem: Wir stellen diese Un-Konferenz in dieser Newsletter-Ausgabe vor. Doch zunächst beschäftigen wir uns mit Strumpfhosen.

Deutschlandreise zu den Medien von morgen 🇩🇪
Die Wissenschaftsjournalisten Astrid Csuraji und Jakob Vicari
Die Wissenschaftsjournalisten Astrid Csuraji und Jakob Vicari
Eine Fahrt mit dem Tretboot und eine Strumpfhose. Was hat das mit dem Journalismus von morgen zu tun?
Wir reisen in die Lüneburger Heide. Mitten auf der Ilmenau sitzen die Wissenschaftsjournalisten Astrid Csuraji und Jakob Vicari in einem Tretboot. Im Schlepptau haben sie ein Konstrukt aus Plastikbox, leeren Wasserflaschen und einer pinken Strumpfhose. Ihr Ziel: Astrid und Jakob sammeln Mikroplastik. Sie arbeiten an einem Bausatz für Redaktionen, die ihren Nutzer:innen Mitmachjournalismus anbieten wollen. Dieser Bausatz soll die Qualität der Gewässer vor der eigenen Haustür erlebbar machen.
Das ist einer von 427 Prototypen, die Astrid Csuraji und Jakob Vicari seit der Gründung von ihrem neuen Medienunternehmen tactile.news (“greifbare Nachrichten”) im Jahr 2018 gebaut haben.
Astrid Csuraji:
“Wir sind ein Innovationslabor für neuen Journalismus. Wir sind davon überzeugt, dass man erst einmal ganz viel ausprobieren muss, bis man eine Lösung findet. Wir experimentieren mit dem Internet der Dinge, mit Sensoren oder entwickeln technische Lösungen, wie eine Dialogsoftware, die Redaktionen mit ihrem Publikum zusammenbringt.”
In den Räumen von tactile.news in Lüneburg gibt es tatsächlich ein Labor. Es blinkt, viele Prototypen stehen rum und irgendwo gibt es auch einen Journalismus-Roboter. Die beiden Gründer sehen ihr Unternehmen als Startrampe für Medienhäuser, um neue journalistische Formate trotz hoher Arbeitslast möglich zu machen.
Astrid Csuraji:
“Eine feste Redaktion muss jeden Tag Informationen liefern. Wir versuchen technisch getriebene Lösungen zu finden, wie sich Redaktionen für die Zukunft besser aufstellen können.”
Eine der bundesweiten Partner-Redaktionen ist die Landeszeitung für die Lüneburger Heide. Anna Paarmann, Digital-Koordinatorin bei der LZ, ist sich sicher: Ohne die Zusammenarbeit mit tactile.news hätten sie verschiedene Projekte nicht alleine stemmen können.
tactile.news gehört zu einer Reihe von neuen Medienunternehmen, deren Gründer:innen neue Formen des Journalismus ausprobieren und etablieren. Für klassische Redaktionen ist das ein zweischneidiges Schwert, da sich im Gegensatz zu tactile.news die meisten Neugründungen direkt an das Publikum wenden. Anna Paarmann:
“Konkurrenz belebt das Geschäft. Es treibt klassische Medienhäuser an, losgelöster und kreativer zu arbeiten, sich aber auch inspirieren zu lassen. Ich bin eine große Verfechterin von Trial und Error. So kann ich erst einmal herausfinden, was meine Community eigentlich möchte. Es geht für mich darum, die eigene Redaktionsblase zu verlassen.”
Damit sind wir schon mitten in der Diskussion über den Einfluss der neuen Medienmacher:innen in Deutschland. Doch zurück zum Tretboot und der Strumpfhose. Die Szene seht ihr in der 3Sat-Doku “Medienmacher von morgen: Eine Deutschlandreise - ins Digitale”. Zusammen mit Filmemacher Stephan Weichert (Vocer-Mitgründer) diskutieren wir mit Anna Paarmann und Astrid Csuraji über die Erkenntnisse der Deutschlandreise in unser aktuellen Podcast-Episode.
Unsere Gäste der neuen Podcast-Ausgabe
Unsere Gäste der neuen Podcast-Ausgabe
Krautreporter, The Buzzard, MrWissen2Go – auch bei den Köpfen hinter diesen Projekten hat Stephan Weichert für seine Dokumentation einen Zwischenstopp gemacht. Was treibt sie an, in Zeiten wirtschaftlichen Drucks auf die ganze Branche etwas eigenes zu gründen?
Stephan Weichert:
“Der gemeinsame Nenner ist "nicht aufzugeben”. Am Ende ist der Film eine Liebeserklärung an den digitalen Journalismus und die Protagonist:innen geworden. Aus meiner Sicht sind sie Held:innen des Journalismus in Deutschland. Sie stehen ein für das, was ihnen wichtig ist. Das sind Überzeugungstäter:innen, die mit voller Leidenschaft diesem Beruf nachgehen, obwohl man mit Journalismus nicht reich werden kann.“
🎧 Die komplette Diskussion mit Astrid Csuraji, Anna Paarmann und Stephan Weichert hört ihr in unserer aktuellen Episode: Den “Was mit Medien”-Podcast gibt es kostenlos bei Apple PodcastsSpotify oder im Audio-Player auf wasmitmedien.de (inklusive Link zu anderen Podcast-Apps).
Es gibt nur zwei Barcamp-Typen ... 😆
Am Samstag (13. März) findet von 12 bis 16 Uhr unser Barcamp virtuell statt.
Am Samstag (13. März) findet von 12 bis 16 Uhr unser Barcamp virtuell statt.
… es gibt einmal die Menschen, die Barcamps lieben. Und es gibt Menschen, die noch nie ein Barcamp besucht haben.
Zugegeben: Wir lieben Barcamps. Vor einem Barcamp-Besuch sind wir allerdings immer etwas unsicher: Gibt es genügend Themen, die mich interessieren? Die Unsicherheit verflüchtigt sich aber immer schnell: Während eines Barcamp-Besuchs können wir uns meist gar nicht entscheiden, welche Session man wählen soll. Hinterher sind wir immer überrascht, in wieviele Themen wir eintauchen konnten, mit denen wir uns immer schon beschäftigen wollten, es aber noch nicht schafften.
Was ist ein Barcamp? Ein Barcamp ist eine Un-Konferenz. Im Vorfeld gibt es kein festes Programm. Es gibt keinen Unterschied zwischen Speakern und Besucherschaft. Zum Start stellen sich alle Teilnehmer:innen kurz vor und es geht an die Session-Planung. Jeder kann ein Thema für eine Session vorschlagen. Das Thema ist komplett frei, sollte in unserem Fall aber “was mit Medien” zu tun haben. Eine Session kann entweder eine kurze eigene Präsentation zu einem Thema sein, mit anschließender Diskussion. Oder es ist eine komplette Diskussionsrunde zu einem Thema, das einem umtreibt und zu dem man sich mit Gleichgesinnten austauschen möchte. Eine Session dauert 45 Minuten.
Das folgende Youtube-Video erklärt ein Barcamp in 90 Sekunden:
Was ist ein Barcamp? Einfach erklärt!
Was ist ein Barcamp? Einfach erklärt!
Bei unserem vierstündigen Barcamp am Samstag bieten wir nach der Session-Planung drei Zeitslots für Sessions an. Parallel finden mehrere Themen statt, aus denen ihr frei wählen könnt. Dazu gibt es einen virtuellen Kontakthof, auf dem ihr (auch in kleinen Gruppen) netzwerken könnt.
Neugierig geworden? Probiert es doch mit uns aus.
Aus der Community 🗣️
♀️ Da sind wir doch in unser Twitter-Timeline über diesen Tweet von Turi2 gestolpert, ausgerechnet zum Weltfrauentag:
turi2
"Viele empfinden das Sternchen in den Texten auch nach mehr als einem Jahr als störend", sagt @turi2-Gründer Peter Turi. Deswegen schaffen wir das Gender* hiermit wieder ab. https://t.co/H0M9RfFSXB
Wie die Reaktionen zeigen, ist bei einigen Leser:innen der Puls direkt explodiert. Ein Klick auf den Link lohnt sich: Die Redaktion tauscht künftig das Sternchen zugunsten des generischen Femininums. Männer sind also ausdrücklich mitgemeint. Wir finden: Well played, Turi2. Streng genommen inkludieren Sternchen und Doppelpunkt im Gegensatz zum generischen Femininum nicht nur Männer und Frauen, sondern auch nichtbinäre Geschlechter. Aber hier löst Turi2 eine Debatte aus. Es war mal wieder interessant zu sehen, wieviele sich erst empört haben, bevor sie die Geschichte hinter dem Link gelesen haben. Wenn überhaupt.
✨ Und dann haben wir noch diesen Tweet gesehen:
Hanna Lauwitz
Jobsdingens: Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Vollzeit-Verstärkung für ZDFkultur! Es geht um eine Schnittstelle zwischen Social Media und Formatentwicklung, bestenfalls mit YouTube-Expertise. Bei Interesse gern DM an mich!
🎧 Podcast-Tipp: Was treibt uns eigentlich gerade hinter unseren Startup-Kulissen um? Daniel Fiene ist zu Gast im aktuellen Drehmoment-Podcast des Drehscheibe-Magazins. In der Episode geht es nicht nur um “Was mit Medien”, sondern auch um die Zukunft von Clubhouse und die wachsende Bedeutung von Facebook für Lokaljournalismus.
🧑‍🦲 Was bleibt, Daniel? Wir bleiben bei Facebook: Im Mai startet der deutsche Ableger von Facebook News. Parallel zum Newsfeed gibt es dann eine Sektion mit kuratierten Schlagzeilen. Namenhafte regionale und nationale Medienmarken sind dabei. Nicht dabei sind Süddeutsche Zeitung und die Marken des Springer-Verlags. Über die Gründe schreibt Medien Insider. Netzpolitik.org wünscht sich mehr Transparenz über die Vereinbarung zwischen Facebook und den teilnehmenden Medienmarken.
🧔Was bleibt, Herr Pähler? 2 von 3 freien Journalist:innen haben seit der Corona-Pandemie weniger Aufträge erhalten. Bei einem Drittel sind die Aufträge sogar um mehr als 50 Prozent regelrecht eingebrochen. Das ergibt eine repräsentative Umfrage des DJV. Der Verbands-Vorsitzende Frank Überall bezeichnet die Lage als alarmierend:
“Hier bricht gerade eine tragende Säule des Journalismus weg. Ohne freie Journalistinnen und Journalisten würde kein einziges Medium mehr erscheinen, keine Sendung mehr ausgestrahlt werde. Die Bundesregierung muss endlich aufwachen die freien vor dem Ruin bewahren.” 
🆕 Was bleibt von Was mit Medien? In den letzten Tagen haben wir zwei neue Funktionen auf unserer Homepage ergänzt:
💬 Live-Chat mit der Redaktion: Ab sofort gibt es einen direkteren Draht in unsere Redaktion. Ihr könnt mit uns chatten. Wenn die Redaktion besetzt ist, findet ihr auf wasmitmedien.de in der unteren rechten Ecke des Displays ein rundes Foto von uns. Wenn ihr drauf klickt, öffnet sich das Chat-Fenster. Egal ob ihr Themenanregungen habt, Fragen zu unseren Community-Angeboten oder einfach nur mal “hallo” sagen wollt - probiert es doch mal aus. Keine Sorge, unser Posthorn wird damit nicht arbeitslos. Er hat auch weiter unter posthorn@wasmitmedien.de ein offenes Ohr für euch.
📺Webinare auch zum Nachgucken: Dieser Wunsch hat uns von euch mehrfach erreicht, in dieser Woche probieren wir es das erste Mal aus: Unser Webinar LinkedIn für Journalist:innen und Medienmarken (Donnerstag, 18 Uhr) gibt es für alle Teilnehmer:innen für vier Wochen zum Nachgucken. Wer das Webinar verpasst hat, kann sich hinterher auch ein Nachguck-Ticket kaufen.
Am Freitagmittag erscheint unsere nächste Podcast-Ausgabe. Bis dahin wünschen wir euch noch eine mediale Woche
Dennis, Daniel & Herr Pähler
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Podcast + Community + Events. Das Programm für deine Journey durch den Medienwandel. Mit @Fiene, @HerrPaehler & @Horn.

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