View profile

Was mit Medien #466: Journalismus für den Mann

Revue
 
Spontanumfragen in Redaktionen nach der Urlaubszeit ergeben: Der Anteil Journalisten, die ihren Somme
 

Was mit Medien

September 9 · Issue #4 · View online
Das Medienmagazin auf Deutschlandfunk Nova. Frisch im Radio jeden Donnerstag um 20:03 Uhr - danach als Podcast. Mit @Fiene und @HerrPaehler und manchmal @Horn.

Spontanumfragen in Redaktionen nach der Urlaubszeit ergeben: Der Anteil Journalisten, die ihren Sommerurlaub in Portugal verbracht haben ist im Vorjahresvergleich gewachsen. Einige Kollegen mit Early-Adaptor-Image behaupten jedoch, auch in den Vorjahren schon in Portugal Urlaub gemacht zu haben. Habt ihr das auch beobachtet? Twittert eure Beobachtungen unter #jdnpf. Die Umfrage in unserem Team ergab, dass 33,3% sich dieses Jahr in Portugal zur schönsten Zeit des Jahres sonnten. Natürlich wie im Vorjahr. Ohne dem Urlaubsziel Portugal wäre womöglich ein Ableger des Zeit Magazins überhaupt nicht entstanden. Mehr in der aktuellen Sendung. Euer Dennis @Horn.
P.S.: Grüße an Baron Bruemmer. 

#466: Journalismus für den Mann
Sendung #466 vom 08. September 2016
Die erste Meinung ...
Michel Friedmann, Moderator der Deutschen Welle:
Das Filmmaterial seines Interviews für die Deutsche Welle mit dem türkischen Jugend- und Sport-Minister Akif Kilic ist einkassiert worden. Unseren Kollegen des Deutschlandfunks sagte er:
“Wenn erstens so etwas möglich ist bei einem internationalen Team, dass ein Interview, das ein Minister nicht goutiert, dazu führt, dass dieser Minister oder seine Mitarbeiter durch Druck einfach das Material "beschlagnahmen” und mitnehmen, und dass sie hilflos sind und nichts dagegen tun können und während das passiert bemerken, wie türkische Mitarbeiter Angst haben, (….) dann haben wir ein Problem!“
Die zweite Meinung kommt heute von unserem Sport- und Medienminister Dennis Horn:
"Ach, diese Welt, in der wir heute leben. Es ist gut, dass Journalisten wie Michel Friedman so klar Stellung beziehen. Aber manchmal finde ich es schade, dass wir uns im Journalismus heute so oft damit aufhalten müssen, Stellung zu beziehen. Damit, Gerüchte und Lügen zu widerlegen. Damit, Dinge einzufangen. Was freue ich mich auf Zeiten, in denen wir es wieder öfter schaffen, selbst Themen zu setzen, statt uns gefühlt ständig von ihnen treiben zu lassen.”
Was mit Männern
Christoph Amend, Chefredakteur des neuen "Zeit Magazin Mann"
Ein Weißwein in einem Restaurant von Portugal hat Christoph Amend für die Arbeit an der neuen Zeitschrift “Zeit Magazin Mann” inspiriert. Mit 96 Jahren hat ein deutscher Auswanderer in Portugal nach schwerer Krankheit entschlossen Winzer zu werden. Freunde und Familie haben ihn für verrückt erklärt. Heute ist Baron Bruemmer 104 Jahre alt. Männer (Alter egal) die Entscheidungen treffen, um ein glücklicherer Mensch zu werden — das ist das Leitmotiv der neuen Zeitschrift. Hier sind vier der Dinge, die wir von Christoph Amend gelernt haben.
Muss der moderne Mann von heute mit Blick auf die Entscheidungen egoistischer sein? “Es werden heute so viele Anforderungen im Alltag gestellt, dass man manchmal auch Entscheidungen für sich treffen muss, um für sich selbst glücklicher zu werden. Dann ist man auch angenehmer für die Umwelt.” Das gelte nicht nur für 96-Jährige, sondern auch Ende 20-Jährige.
Warum (noch) ein Männermagazin? “Wir haben uns den Markt für Männermagazine angeschaut. Die Special-Interest-Magazine drehen sich ausschließlich um Autos oder Muskeln. Aber für erwachsene Männer aus unseren Freundeskreisen sind die nicht so gut gemacht. Deswegen haben wir angefangen.”
Wie erfindet man eine neue Zeitschrift? “Indem man immer wieder darüber nachdenkt, was man selber gerne lesen würde, was fehlt und auf welche Geschichte man sich freuen würde, wenn man sie in anderen Magazinen lesen würde. Das ist für mich ein Kriterium. Ich möchte gerne neidisch auf Geschichten sein, die anderswo stehen und dann denken, ‘das hätte mir doch selber einfallen können.’”
Wie steht es um Männer-Journalismus? “Ich lese die anderen Männer-Hefte nicht so gerne. Dort wird eine künstliche Welt erzählt. Es wird ein Traumbild von Männern entworfen, die unendlich viel Geld haben, nicht arbeiten müssen und wie James Bond durchs Leben düsen. Ich kenne diese Männer nur nicht.” Wie sieht die Zielgruppe als aus? “Es gibt Gott sei Dank immer Männer die sich in Frage stellen, und nachdenken, wie sie leben möchten. Die haben vielleicht schon ein bisschen was erlebt und sich die Frage stellen, was möchte ich ändern.” Das müssen nicht nur die ganz großen Fragen des Lebens sein, sondern auch die banalen, kleinen Alltagsfragen — zum Beispiel welche Turnschuhe man tragen möchte. “Natürlich spielt der Konsum auch eine Rolle, weil die schönen, kleinen Dinge auch zum Leben gehören - genauso wie die großen Fragen. Wir leben in einer Zeit, in der das kein Widerspruch mehr ist. Man kann sich sowohl für die schönen Dinge, als auch für die schwierigen Fragen des Lebens, die politischen Fragen, interessieren.” 
Und ein Bonuszitat zur Lesesituation: “Social-Media ist toll, weil man relativ schnell einen Eindruck bekommt, unter welchen Lebensumständen die Leser das Magazin lesen. Eine Leserin hat einen Strauß Blumen neben das Magazin gelegt und dazu geschrieben 'Fahre am Freitag mit meinem Freund mit dem Zug nach Warschau. Habe ihm das neue Zeit Magazin Mann gekauft.’ Sie hat hinzugefügt: 'Ich freue mich auch auf die Lektüre.’ Ich habe den Verdacht, dass das Zeit Magazin Mann nicht ausschließlich von Männern gelesen wird.”
Eine Frage haben wir vergessen zu stellen. Teilweise ist die Schrift recht groß ausgefallen. Liest der Mann am Ende nicht so gerne? 
Was mit TV-Saison-Wettervorhersage
Alexander Krei, Redakteur bei DWDL.de und unser TV-Saison-Meteorologe
Was kommt denn im Fernsehen? Im Herbst startet die neue TV-Saison. Worauf können wir uns freuen? Eine TV-Saison-Wettervorhersage:
  1. “Winnetou” kommt zurück — Wotan Wilke Möhring wird zu Weihnachten für RTL durch die Prairie reiten.
  2. Die ARD probiert es mit interaktivem “Terror” — Das Fernsehspiel basiert auf einem Theaterstück von Ferdinand von Schirrach. Es gibt zwei Enden, die Zuschauer entscheiden nach einer Diskussion bei Frank Plasberg. Es geht um eine Gewissensfrage: Soll ein Flugzeug mit 170 Menschen abgeschossen werden, um 70.000 zu retten?
  3. Aus Amerika kommt gerade kaum etwas nach. Es gibt wohl Serien mit einer fortlaufenden Handlung, aber RTL & Co. stehen eher auf Folgen mit einer abgeschlossenen Handlung. RTL hat nur “Shades of Blue” mit Jennifer Lopez angekündigt. 
  4. Die Game-Shows kommen zurück: Das “Familienduell” und “Jeopardy” kommen zurück. Mit dem “Herzblatt” gibt es bei Sat.1 Gold ein Wiedersehen.
  5. RTL hat schon mit “Ninja Warriors” einen Action-Game-Show Erfolg gefeiert und deswegen gibt es ein neues Format mit dem Titel “Big Bounce”. 
  6. Schwierig: “Adam sucht Eva” läuft eine Woche als Promi-Edition. Ronald Schill ist zum Beispiel Kandidat. Skeptisch ist Krei auch von “Master Chef”, einer Kochshow bei Sky One — wer erwartet das denn dort schon?
  7. Worauf können wir uns bei Streaming-Diensten freuen? Im November gibt es die Rückkehr der “Gillmore Girls”. Wenigstens für sechs Folgen. Persönlich freut sich Krei auf die Fortsetzung von “Goliath” bei Amazon. Der Schreiber von “Ally McBeal” versucht sich an einer neuen Anwaltssendung.
  8. Ach, und was wird aus der Fortsetzung von “Deutschland 83”? Der Kritiker-Liebling floppte in der letzten Saison. Amazon Prime könnte die zweite Staffel von RTL übernehmen.
  9. Wie wird die anstehende Saison? “Ich hoffe, dass diese TV-Saison fröhlicher wird. Es liegt noch gar nicht so weit zurück, dass alles höher, schneller und teurer werden musste. Die Effekte wurden größer, Dieter Bohlen hat sich jedes Jahr neue Beleidigungen ausgedacht. Die Welt ist schon schlecht genug, da möchten die Zuschauer womöglich etwas Entspannung haben” — sagt Alexander Krei.

Was mit Links
Daniel Fiene, macht "Was mit Medien":
Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt: Wer genau weiß, dass hinter einem Link illegal abrufbare Werke stehen, handelt illegal. In dem konkreten Fall ging es um Links auf eine Seite, auf denen Playboy-Material zum Abruf stand. Was heißt das für Blogbetreiber und Medienmacher im Netz?
Die Richter haben klargestellt, dass nichtkommerzielle Blogs nicht betroffen sind. Die Blogger müssen nicht prüfen, ob die Inhalte urheberrechtlich sauber sind. Wer mit seiner Seite aber Geld verdient (und da könnten auch schon kleinere Werbebanner reichen), der muss die Links schon prüfen.
Tipp: Abonniert "Was mit Medien" auch als Podcast
Die Sendung nachhören:
Eine Stunde Was mit Medien: Journalismus für den Mann · DRadio Wissen
Den Podcast abonnieren:
Eine Stunde was mit Medien · DRadio Wissen
P.S.: Folgt in den nächsten Tagen dem Hashtag #tura16. Es geht um die Tutzinger Radiotage. Mit sechs jungen Medienmachern sind @Horn und @Fiene dabei und stemmen ein crossmediales Projekt. Die Auflösung gibt es nächste Woche im Radio. Das Begleitprogramm gibt es unter dem Hashtag. 
Did you enjoy this issue?
If you don't want these updates anymore, please unsubscribe here
If you were forwarded this newsletter and you like it, you can subscribe here
Powered by Revue