Was mit Medien #464: Du bekommst die Community, die du verdienst

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Guten Morgen! 331 Leser. So viele Leser haben wir seit letzter Woche bei unserer Newsletter-Experimen
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Was mit Medien

August 26 · Issue #2 · View online
Das Medienmagazin von @DRadioWissen. Frisch im Radio jeden Donnerstag um 20:03 Uhr - danach als Podcast. Mit @Fiene und @HerrPaehler und manchmal @Horn.

Guten Morgen! 331 Leser. So viele Leser haben wir seit letzter Woche bei unserer Newsletter-Experiment-Premiere dazu gewonnen. Wir ärgern uns: In der Sendung gestern Abend haben wir vergessen zu erklären, wie ihr den Newsletter abonnieren könnt … das holen wir nach. Euch, die den Weg zum Newsletter gefunden haben, nehmen wir mit auf eine Reise: In die dunklen, ungemütlichen Ecken des Netzes - mit zweifelhaften Gestalten, wo man sich nicht wohl fühlt. Gemeint ist nicht das Darknet, sondern die Facebook-Kommentare auf Medienseiten. Die NoGo-Areas für Journalisten. Die gute Nachricht: Ihr könnt die Stimmung drehen. Die schlechte Nachricht: Das ist verdammt harte Arbeit. Wir wollen euch mit diesem Newsletter motivieren — es grüßen, @HerrPaehler und @Fiene.

#464: Du bekommst die Community, die du verdienst
Sendung #464 vom 25. August 2016
Die erste Meinung ...
... kommt heute von Michael Jarjour:
Der Blendle-Redaktionsleiter findet, dass die Verlage in Deutschland ihre Artikel immer noch viel zu teuer anbieten. In einem Interview bei horizont.net sagte er dazu: “Ich glaube nicht, dass wir bei Blendle von Discountbedigungen sprechen können.”
Die zweite Meinung kommt von Herrn Pähler: “Ob das nun die feine englische bzw. niederländische Art ist, den Grund dafür, dass es mit dem Geschäft noch nicht wirklich rund läuft, vor allem bei den eigenen Partnern zu suchen, das sei mal dahingestellt… aber wenn wir Blendle einen Rat geben dürfen: Werbung für die Plattform ist uns bisher kaum aufgefallen. Wie wäre es damit, erst einmal für mehr Nutzer auf der eigenen Plattform zu sorgen?”
Was mit Community-Betreuung
3 Dinge, die wir von der Welt.de-Social-Media-Chefin Niddal Salah-Eldin lernen
“Die Leser finden es gut, dass die Redaktion mit ihnen spricht — nicht nur bei einem Shitstorm, sondern unter jedem Posting.” Genau das machen die meisten Medien falsch. Sie antworten kaum oder gar nicht auf die Facebook-Kommentare der Nutzer. Positiv fällt immer wieder die Welt auf. Die Social-Media-Chefin Niddal Salah-Eldin gibt einen Blick hinter die Kulissen. Was wir gelernt haben:
1.) “Aus meiner Sicht wurde bei allen Medien ein großer Fehler gemacht. Ihre Haltung auf Facebook war wenig selbstbewusst. Den Trollen und Hetzern —die meist keine Abonnenten oder wertvolle Leser sind— wurde das Feld überlassen. Irgendwann war das Diskussionsklima so vergiftet, dass man sich nicht mehr reingetraut hat. Seitenbetreiber sollten selbstbewusster auftreten und Regeln aufstellen.” Die Welt hat sich so den Kommentarraum zurückerobert.
2.) “Wir wollen keinen Leseservice-Roboter sein” — wenn die Redaktion antwortet, ist das kein Platz für generische Antworten. “Wir reden so mit den Leuten, wie wir untereinander reden.” Ergänzt wird das durch GIFs und Memes. Halbherzigkeit geht nicht. Es zählt: Ganz oder gar nicht.
3.) “Es funktioniert nicht, wenn alle Medien die Social-Media-Strategie von der Welt kopieren. Das ist dann nicht authentisch. Was man aber für alle adaptieren kann: Nicht mit einer Duck-Haltung in die Kommentare gehen, sondern selbstbewusst.”
Zitat des Tages
Zur Berichterstattung über den Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook
“Man sollte nicht vergessen, dass diese Unternehmen ihre eigene Agenda haben. Das ist völlig legitim. Es mag sein, dass dies dem User in dem Moment nicht gefällt, aber das ist auch kein Mutter-Theresa-Verein, der uns Services einfach so zur Verfügung stellt. Da sollte man nicht naiv sein, sondern die Sache pragmatisch sehen.” — Niddal Salah-Eldin. 
Was mit Journalismus im Silicon Valley
Britta Weddeling, Handelsblatt-Korrespondentin im Silicon Valley:
“Es gehört dazu, dass man Kritik aushalten muss. Es bringt nichts, dass man als Unternehmer nur Leute um einen scharrt, die einem Dinge sagen, die man sowieso schon weiß. Lieber hinterher um Vergebung, als vorher um Erlaubnis—das sollte auch für den Journalismus im Silicon Valley gelten.” — Britta Weddeling.
Wenn Milliardäre einschüchtern: Nachdem Investor Peter Thiel durch die finanzielle Unterstützung einer Klage gegen Gawker.com, für das Ende des nun insolventen Klatschblogs verantwortlich gemacht werden kann, fragen sich andere, ob dieser Vorgang nun Schule machen könnte und welche Auswirkungen dies auf den kritischen Journalismus im Valley haben kann.
Was mit Digitalradiotag
Deutschlandradio und die ARD widmen sich Montag dem Digitalradio
Wir haben fünf Funfacts für euch, zum Mitreden: 1.) Das Bundesland mit den meisten Sendern: Bayern (69 Sender) —  2.) Das Bundesland mit der schwächsten Abdeckung: Mecklenburg-Vorpommern — 3.) Anzahl der Sendemasten in Deutschland: 100 — 4.) In welchem europäischen Land ist die Nutzung von Digitalradio größer als die Analoge? Schweiz. Das Radio wird in der Schweiz zu 53 Prozent auf digitalem Weg konsumiert. Das wurde gestern beim SwissRadioDay in Zürich bekannt gegeben. 5.) Im Gegensatz zum Internet, kann man sich ein Digitalradio selber basteln. Wie? Das hört ihr im Netzbasteln mit Moritz Metz am kommenden Sonntag, nach 11 Uhr. 
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Die Sendung nachhören:
Social-Media: Wenn Redaktionen zurück trollen · DRadio Wissen
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Eine Stunde was mit Medien · DRadio Wissen
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