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So funktioniert Facebook News

Was mit Medien
So funktioniert Facebook News
Von Was mit Medien • Ausgabe #33 • Im Browser ansehen
Liebe Freund:innen von Was mit Medien,
zunächst ein Blick auf die internationale Medienlandschaft: Die Medienkonzentration nimmt weiter zu. AT&T gliedert seine WarnerMedia-Sparte aus (HBO, CNN, WarnerBros) und fusioniert sie mit Discovery. Seit gestern wissen wir: Amazon will MGM (inklusive James Bond) übernehmen und ganz heiß wird das Gerücht in der US-Presse gehandelt, Axel Springer sei nach der Komplettübernahme von Business Insider (jetzt Insider) auch an Axios interessiert. Was kommt als nächstes: Apple übernimmt Disney?
Was die ersten beiden Fälle gemeinsam haben: Jeweils das Streaming-Geschäft prägen die Schlagzeilen rund um diese Deals. Auch wenn das klassische Fernsehen weiter routiniert vor sich hin sendet, bringen sich die Medien-Player für das Streaming-Geschäft in Stellung. Für jeden Fernsehanbieter gilt — egal ob kleiner Lokalsender oder großes Medienimperium: Eine funktionierende Streamingstrategie ist bitter nötig.
Doch selbst der Blick auf die Bewertungen vieler Streaming-Apps zeigt: Viele Kund:innen sind unzufrieden. Ein Start-up aus München will helfen. Das stellen wir euch in diesem Newsletter vor.

Podcast-Webinar: Ticketverlosung für Spontane
In dieser Woche hat Apple iOS 14.6 veröffentlicht. Damit stehen die Änderungen bei Apple-Podcasts und der Start der Paid-Podcast-Funktion auch in Deutschland in den Startlöchern. Was ändert sich für freie Podcasts? Wie erstellt man Paid-Podcasts? Wie funktioniert das technisch und mit welchen Strategien können ?
Das beantwortet unser Podcast-Experte Daniel Fiene heute um 18 Uhr (bis 19.30 Uhr) in unserem Podcast-Webinar. Für Kurzentschlossene verlosen wir 2 Tickets — antwortet bis 17.30 Uhr einfach auf diese Mail und ihr könnt ein Ticket gewinnen. Wer sicher dabei sein möchte, kann auch direkt ein Ticket bestellen.
So funktioniert Facebook News
Guido Bülow von Facebook
Guido Bülow von Facebook
35 deutsche Medienhäuser mit mehr als 100 Marken sind dabei: Facebook News ist in Deutschland gestartet. Facebook will die Zahl der qualitativen Inhalte auf seiner Plattform steigern und bezahlt auch für die Bereitstellung von zusätzlichen Links. Aber wie funktioniert Facebook News? Das haben wir aus unserem Gespräch mit Guido Bülow, Head of News Partnerships Central Europe Facebook, mitgenommen:
  1. In den USA läuft Facebook News schon seit Herbst 2019. Einige Publisher erreichen laut Facebook 24% mehr Referral-Traffic auf ihre Artikel.
  2. Nutzer:innen in Deutschland wird die Funktion Stück für Stück ausgerollt. Das Icon einer zusammengefalteten Zeitung führt in den neuen Bereich.
  3. Der Vorteil gegenüber dem Newsfeed: Nutzer:innen sehen Nachrichten von Quellen, denen sie bisher noch nicht folgen.
  4. Die Inhalte in den Rubriken werden von Algorithmen bestimmt. Bei zwei wichtigen Bereichen übernehmen diese Aufgabe aber Menschen: Die Top-Meldungen und Kollektionen (Dossiers, wie beispielsweise zum Coronavirus) werden von einem Kuratierungsteam zusammengestellt.
  5. Während Facebook in den USA selbst Journalist:innen hierfür beschäftigt, übernimmt in Großbritannien und Deutschland die Axel-Springer-Tochter Upday diese Aufgabe. Die Update-Mitarbeiter:innen orientieren sich nicht an den Guidelines des Verlags, sondern an den Vorgaben von Facebook. Die Leitlinien für die Auswahl der Schlagzeilen stellt Facebook auch online vor.
  6. Noch hat der deutsche Dienst nicht den vollen Funktionsumfang wie in den USA. Nutzer:innen können aber schon jetzt kuratierte Inhalte ausblenden und bestimmen, ob sie die Nachrichten von bestimmten Medienmarken häufiger oder weniger sehen. Künftig sollen auch bestimmte Themen einstellbar sein.
  7. Ob ein Artikel hinter einer Zahlschranke liegt, spielt für Facebook bei der Auswahl keine Rolle. Es soll den Publishern ermöglicht werden, neue Nutzer:innen für den Conversion-Funnel zu gewinnen. Das kann durch das Abfragen der Mail-Adresse (beispielsweise durch einen Newsletter) oder den direkten Verkauf von Abos ermöglicht werden. In den USA gibt es Publisher, die einige Paidartikel zeitweise auf Facebook News freigeben.
  8. Lokale und regionale Inhalte spielen schon jetzt eine wichtige Rolle. Publisher wie die Rheinische Post, Funke, Ippen oder die Hamburger Morgenpost stellen Inhalte bereit. Der Bereich soll aber deutlich ausgebaut werden.
  9. Schon jetzt können Artikel bei Facebook News angezeigt werden, wenn die Medienmarken keine spezielle Kooperation mit Facebook abgeschlossen haben. Wenn eine Facebook-Seite im News-Page-Index registriert ist und ein Artikel auf der Facebook-Seite gepostet wird, kann dieser auch bei Facebook News erscheinen.
  10. Aber wofür zahlt dann Facebook? Medienmarken posten rund 20% ihrer Artikel bei Facebook. Damit für Facebook News mehr Inhalte zur Verfügung steht, zahlt Facebook für die Bereitstellung der restlichen 80% der Links.
  11. Weltweit will Facebook eine Milliarde US-Dollar in drei Jahren für News ausgeben. Genauer gibt Facebook aber keine Einblicke in die Kooperationen.
  12. Es können weitere Medienmarken Zugang zu Facebook News erhalten. Es gibt drei Kriterien 1.) Aufnahme in den News-Page-Index 2.) Das Medienunternehmen akzeptiert die Gemeinschaftsrichtlinien von Facebook 3.) Die Medienmarke hält sich an die Integritätsstandards (keine Falschmeldung, kein Clickbaiting). Werden diese Kriterien erfüllt, können Gespräche mit Facebook über eine weiterführende Kooperation aufgenommen werden.
Es gibt aber auch Kritik: Einige sehen eine neue Abhängigkeit für Medien, manche kritisieren eine mangelnde Transparenz der Verträge. Andere ergänzen, dass zunächst nur einige Publisher dabei seien und so die Medienvielfalt gefährdet würde. Auch darüber haben wir mit Guido Bülow gesprochen.
Das komplette Gespräch hört ihr in dieser Podcast-Ausgabe:
Es folgt eine Nachricht von unserem Sponsor Journalismus Lab:
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Medien-Start-up der Woche: Einbliq.io
Wir befinden uns gerade im Fellowship des Media Lab Bayerns und haben euch in den letzten Monaten unsere Geschwister-Start-ups vorgestellt. Eins fehlt noch: Einbliq.io.
Worum es geht? Wie schon zu Beginn festgestellt, gehört für TV-Anbieter eine sehr gute Stream-Technologie zur Zukunfts-Strategie. Netflix hat in Sachen Qualität die Ansprüche der Zuschauer:innen geprägt.
Welche Probleme haben viele TV-Anbieter? Der Stream ruckelt, bricht ab und die Zuschauer:innen sind unzufrieden. Es ist kompliziert einen Stream passend für die unterschiedlichsten Ausspielgeräte (vom Smart-TV-Stick, über Smartphone-Modelle oder unterschiedliche Tablets) zur Verfügung zu stellen.
Wie sieht die Lösung von Einbliq.io aus? Einbliq.io liefert Echtzeitinfos über die Streamqualität der Nutzer:innen. Aktuelle Probleme werden automatisch analysiert und informieren den TV-Anbieter. Tritt der Fehler bei einem bestimmten Internet-Anbieter auf? Bei bestimmten Geräten? Das Tool informiert nicht nur, kann auch Zuschauer:innen auf andere Streams umlenken um das Problem zu lösen.
Wonach die Gründer aktuell schauen? Ralf und Sebastian möchten mit TV-Anbietern über ihre Streamprobleme sprechen, um den Funktionsumfang der eigenen Lösung zu erweitern. Sie bieten auch an, einen Testlauf von Einbliq.io zu vereinbaren.
Kontakt zu Einbliq.io gibt es auf deren Homepage. Das ganze Gespräch mit Ralf und Sebastian hört ihr in unserer aktuellen Ausgabe ab Minute 52.
Wie läuft es für RUMS in Münster?
Marc Stefan Andres von RUMS
Marc Stefan Andres von RUMS
Heute schauen wir in die Stadt, in der „Was mit Medien“ einmal gegründet wurde. Seit dem vergangenen Jahr geht ein RUMS durch Münster. Das gleichnamige Medien-Start-up will mit seinen Newslettern die lokaljournalistische Vielfalt in der Stadt bereichern. Aber funktionieren lokale Start-ups mit einem Membership-Modell?
Marc Stefan Andres von RUMS war zu Gast in einem unserer Community-Events. Im Rahmen des “Mach dein Ding”-Meet-ups hat Coach Pauline Tillmann (“Deine Korrespondentin”) durch das Gespräch geführt. Wir lernen:
  • Rums hat bereits 1700 zahlende Leser:innen.
  • Im Schnitt geben die Leser:innen 9 Euro im Monat aus.
  • Die große Challenge für RUMS: Bis zum Jahresende müssen mindestens 2500 Abos zusammenkommen, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen.
Wie hat RUMS die ersten 1700 Abos geschafft? Wie will der Start-up die Challenge bis zum Jahresende meistern? Als Supporter:innen könnt ihr das Meet-up als Bonus-Podcast nachhören oder als Video nachsehen. Wenn ihr noch keine Supporter:in seid, könnt ihr euch den Inhalt mit wenigen Klicks freischalten. Das geht schon für 5 Euro im Monat.
Aus der Community
👉Herr Pählers Lesetipp: Journalist.de und Vocer starten eine Essay-Reihe für mehr Resilienz im Journalismus. Den Auftakt macht Neurowissenschaftlerin Maren Urner mit dem interessanten Text: Fragen, was wirklich wichtig ist.
👉Dennis Horn Audio-Tipp: In seinem Podcast “Innovationstheater” spricht Horn mit Sascha Friesike, Professor für Design digitaler Innovation an der Universität der Künste Berlin. Dieser findet klare Worte über das schwierige Verhältnis von Innovations-Abteilungen zum Rest ihrer oft großen Medienhäuser. Viele dürften sich hier wiederfinden. Es gibt aber auch Lösungsansätze.
👉Daniel Fienes Weiterbildungstipp: Die Hamburg Media School startet im Herbst ein neues “Journalism Innovators Program” - ein kostenloses, halbjähriges Weiterbildungsangebot für freie und feste Medienschaffende. Die einzelnen Module und Coachings wollen das ganze Spektrum des Innovationsentwicklung bedienen. Bewerbungsfrist: 15. August.
Das war es auch schon wieder mit unserem kleinen Newsletter für diese Woche. Wenn ihr denkt, dass einzelne Themen auch für Kolleg:innen interessant sind, würden wir uns über eine Weiterleitung freuen.
Am Wochenende gibt es schon die nächste Podcast-Ausgabe — dann schauen wir hinter die Kulissen der BILD und was wir von dem Boulevard-Blatt im Bundestagswahlkampf erwarten können.
Bis dahin wünschen wir euch eine mediale Zeit
Daniel, Dennis & Herr Pähler
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Podcast + Community + Events. Das Programm für deine Journey durch den Medienwandel. Mit @Fiene, @HerrPaehler & @Horn.

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