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Das nächste große Ding in der Social-Media-Welt 👀

Revue
 
Liebe Leserschaft, "Was ich euch schon immer sagen wollte. Euer Newsletter-Header ist total hässlich.
 

Was mit Medien

10. Januar · Ausgabe #27 · Im Browser ansehen
Podcast + Community + Events. Das Programm für deine Journey durch den Medienwandel. Mit @Fiene, @HerrPaehler & @Horn.

Liebe Leserschaft,
“Was ich euch schon immer sagen wollte. Euer Newsletter-Header ist total hässlich. Der lenkt total von euren qualitativen Inhalten ab.” - eine kleine Randnotiz einer Person mit der wir in dieser Woche gesprochen haben. Wir führen gerade ein Dutzend User-Interviews durch. Dabei testen wir Ideen, die wir in den kommenden Monate umsetzen möchten. Am Rande fällt sehr ehrliches Feedback für “Was mit Medien”.
Zugegeben: In unserem Umgestaltungsprozess haben wir uns noch gar nicht um das Aussehen gekümmert. Ein neues Logo, ein ordentliches Design für die Webseite, den Newsletter und unsere Social-Profile stehen noch auf der Todo-Liste. Auch das Sounddesign im Podcast ist noch temporär. Bisher haben wir uns vor allem um unsere Inhalte und die ersten Community-Events gekümmert. Vielleicht ist das nicht optimal - aber wie ihr beim Öffnen dieser Mail vielleicht festgestellt habt, haben wir schon mal mit ein paar wenigen Handgriffen temporär nachgebessert.
Aber zurück zu den Inhalten:

Wie verändert sich die Social-Media-Welt 2021? 🚀
Unser Gast: Franziska Bluhm
Unser Gast: Franziska Bluhm
Stirbt Facebook? Müssen Redaktionen auf TikTok vertreten sein? Gibt es Snapchat noch und welche Plattformen sollten Medien auf jeden Fall auf dem Schirm haben? Zum Start in das neue Jahr machen wir die Bestandsaufnahme der Social-Media-Welt und schauen, was kommt.
Unser Gast ist die Digitalstrategin Franziska Bluhm (zuvor verantwortlich für Digitale Vernetzung bei der Verlagsgruppe Handelsblatt und Chefredakteurin WirtschaftsWoche Online).
Das sind unsere Learnings aus dem Gespräch:
1️⃣ Die Zeit des “nächsten großen Dings” ist vorbei
Viele Medienschaffende rennen noch der Frage hinterher, was nach Facebook, Instagram oder Tiktok kommt. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wenn eine neue Plattform entsteht, verschwindet keine andere . Die Relevanz verschiebt sich.
„Es gibt nicht mehr nur das eine soziale Netzwerk. Viele haben die Entwicklung verpasst, dass sich die Nutzung diversifiziert. Sowohl die Erwartungshaltung ist nicht mehr zeitgemäß, dass neue Angebote der Facebook- oder Instagram-Killer sind, als auch die Erwartungshaltung, dass da Plattformen existieren, die genauso sterben werden, wie das StudiVZ.“ — Dennis Horn
Oft sind Redaktionen auf Plattformen vertreten, weil man das halt gerade so macht. Häufig werden zu schnell Konzepte für neue Funktionen und Formen entwickelt, weil die Plattformen diese aktuell pushen.
“Was möchte ich eigentlich auf der Plattform erreichen? Was sind meine Ziele?” Diese Fragen haben für viele Medien noch nicht den nötigen Stellenwert. Bei der ehrlichen Beantwortung dieser Frage, droht Ernüchterung:
„Hat die Plattform überhaupt die Features, dass ich meine Ziele erreichen kann?“ — Franziska Bluhm
Ein Beispiel: Instagram. Wenn eine Medienmarke an der eigenen Bekanntheit arbeitet oder eine Community aufbauen möchte, kann die App eine gute Wahl sein. Die Plattform ist aber kein Facebook-Ersatz.
„Instagram war schon immer ein sehr geschlossener Kanal. Du kannst nur über Storys rausverlinken. Du kannst zwar die eigene Marke präsent halten und Informationen vermitteln. Aber um mehr Ziele zu erreichen, wie zum Beispiel eine monetarisierbare Reichweite aufzubauen, ist Instagram nicht der wichtigste Kanal für Medienmarken.“ — Franziska Bluhm
2️⃣ Redaktionen müssen auf aktive Community-Arbeit umstellen
In diesem Jahr wird sich zeigen, dass sich der Schwerpunkt der Social-Arbeit verschieben muss. In der Arbeitsrealität hat bisher das Erstellen von Inhalten die größte Aufmerksamkeit bekommen.
„Redaktionen müssen den Switch zur aktiven Community-Arbeit machen. Die jüngsten Änderungen bei den Facebook Pages zeigen, dass Interaktionen, Kommentare und Community-Building eine wichtigere Rolle spielen werden. Hier haben noch viele Redaktionen Nachholbedarf.” - Franziska Bluhm
Bei Instagram und Linkedin hat Engagement in und mit der eigenen Community bereits eine übergeordnete Bedeutung.
3️⃣Die Plattform erster Wahl: Facebook
Das mag überraschen. Denn das Image als guter Kanal für Medien hat in den letzten Jahren gelitten. Daran hat auch Facebook Schuld. Während der politischen Debatten um Facebook hat die Nutzschaft angefangen, das Netzwerk ganz anders zu nutzen. Darauf müssen sowohl Facebook als auch Redaktionen reagieren.
Aber: Auf Facebook können Medien weiterhin die meisten Menschen erreichen. Auch gibt es dort die meisten Funktionen, die helfen, Ziele der Medienmarke zu erreichen. Deswegen ist Facebook für viele Medienangebote mit einer breiten Zielgruppe und mit üblichen Zielen nach wie vor die beste Wahl.
Interessant wird in den kommenden Monaten die Einführung von Facebook News in Deutschland und Facebooks Fokus aufs Lokale. Ein Test von Facebook in Kanada zeigt dies. Dort wird ein neuer Nachbarschaftsbereich getestet, in dem Menschen, Geschäfte und Themen aus einem Viertel zusammengebracht werden.
4️⃣Linkedin hat ein Momentum
Mehr Aufmerksamkeit hat 2021 das Job-Netzwerk verdient. Sowohl was die eigenen Aktivitäten als Journalist angeht, als auch die Auftritte von Medienangeboten.
„Linkedin hat gerade einen Moment. Wenn sie den gut nutzen, können sie viel gewinnen. Ich nehme wahr, dass sie viel von der Facebook-Nutzung von denjenigen übernehmen, die es in einem halbberuflichen Kontext genutzt haben.“ — Dennis Horn
Das sieht auch Franziska Bluhm so:
„Linkedin hat in den letzten Jahren eine extreme Entwicklung hingelegt, die auch von der Nutzerschaft angenommen wird. Es finden dort Debatten und fachliche Inhalte statt. Meiner Meinung nach wird Linkedin gerade von Journalisten noch wahnsinnig unterschätzt.“
5️⃣ Youtube und Pinterest werden in Social-Diskussionen ebenfalls unterschätzt
Mai Thi Nguyen-Kim ist als Journalistin des Jahres (Medium Magazin) ausgezeichnet worden. Ihre wichtigste Plattform ist Youtube. Auch Rezo hat auf der Video-Plattformen mit seinem Schaffen wirksame Debatten ausgelöst. Trotzdem bleibt Youtube in vielen Social-Diskussionen aussen vor. Mal von Fernsehanbietern abgesehen, haben die meisten klassische Medien Anfang 2021 noch keine funktionierende Videostrategie.
Ein weiterer Tipp von Franziska Bluhm:
„Als Medienmarke würde ich mir überlegen, wie interessant Pinterest sein kann. Gerade wenn man auf der Suche nach Ersatz von Facebook-Traffic ist. Die eine oder andere Medienmarke könnte dort aktiv sein. Weil du langfristigen Content einstellst, der lange wirkt und saisonal immer neu ausgespielt werden kann.“
Hier könnt ihr die aktuelle Podcast-Episode direkt hören: Bei Apple PodcastsSpotify oder auf wasmitmedien.de (inklusive Link zu anderen Podcast-Apps).
Zwei Linktipps zum Thema:
👉Franziska Bluhm gibt am 22. Januar einen detaillierten Zoom-Workshop zum Thema Social-Media-Strategie.
👉Dennis und Franziska haben zusammen mit Eva Horn (Spiegel), Lilly Blaudszun (SPD), Tobias Dorfer (Zeit Online) und Ann-Kathrin Hipp (Tagesspiegel) den jährlichen Fragebogen von Jörgen Camrath lesenswert beantwortet: Was erwarten Social-Media-Expert*innen von 2021?
Medien-Start-up der Woche: Adsata
Das Adsata-Team mit Gründer Taimur Khan (Mitte)
Das Adsata-Team mit Gründer Taimur Khan (Mitte)
Jede Woche stellen wir euch ein Start-up vor, das mit uns das Fellowship beim Media Lab Bayern absolviert. Die jungen Medienunternehmen arbeiten nicht nur an neuen Inhalten und Plattformen, sondern auch an neuer Technologie. Das seht ihr an unserem Beispiel in dieser Woche: Adsata.
Adsata entwickelt eine Browsersoftware, um Eyetracking für digitale Produkte zu ermöglichen. UX-Designer:innen, Formatentwickler:innen und Online-Advertiser erhalten Insights, um ihre digitalen Angebote aus Sicht der User zu verbessern. Gründer Taimur Khan stellt die Software vor und verrät, was das mit Maschine Learning zu tun hat und welche Kooperationen und Kontakte für das Start-up in der Medienbranche interessant sind.
Aus der Community 🗣️
🧔Was bleibt von der Medienwoche, Herr Pähler? Das Selbstvertrauen von Journalist:innen in die eigene Gattung hat sich in den letzten herausfordernden Monat verbessert. Von 46 auf 53 Prozent. Das ergibt der Trendreport des Reuters Institutes for the Study of Journalism (PDF). Marvin Schade hat die 38 Seiten bei Medien Insider zusammengefasst.
🧑‍🦲Was bleibt von der Medienwoche, Daniel? Junge Leute (14-24) konsumieren News, um unter Freunden mitreden zu können. Hintergründe suchen sie sich bewusst zusammen - sie wollen nicht “dumm” gelten. Das ergibt ein ebenfalls neuer Report von #UserTheNews, ein Projekt der DPA und des Leibniz-Instituts für Medienforschung.
👩‍💻Was bleibt für unsere Supporter:innen? Im Podcast-Bonus-Teil geht es in dieser Woche um Micky Beisenherz, kontroverses Feedback auf unseren Jahresrückblick und wir diskutieren, was häufig in Redaktions- und Meta-Debatten über Social-Media schief läuft. Zur kompletten Episode.
📅 Was bleibt von unseren Events? In dieser hat Daniel sein voll ausgebuchtes Webinar zum Thema Social-Media-Strategie im Jahr 2021 gegeben und wir hatten unser erstes Meet-up “Bring 1 Idee und nimm 5 mit nach Hause” zum Thema Social-Media. Total konstruktiv haben die teilnehmenden Socials ihre Projekte vorgestellt und diskutiert - auch für uns sehr inspirierend. Wir werden das Format (auch mit anderen Themen) wiederholen. Zur Event-Übersicht.
🆒In euren Timelines entdeckt:
👉Ein Newsletter über Emoji — das liefert euch Emoji Wrap. Was wir gelernt haben: Jeder vierte Tweet beinhaltet mittlerweile mindestens ein Emoji.
👉Ein Newsletter über TikTok — den sendet euch Marcus Bösch. Was wir gelernt haben: Immer mehr Staats- und Regierungschefs starten auf TikTok durch.
🗓️Was kommt: In der kommenden Podcast-Ausgabe beschäftigen wir uns mit Journalismus auf Linkedin. Eure Fragen, Anregungen und Anmerkungen nehmen wir gerne mit auf. Antwortet einfach auf diese Mail oder schreibt an posthorn@wasmitmedien.de.
Habt einen schönen Sonntag und eine gute neue Woche
Dennis, Daniel & Herr Pähler
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