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Bei Corona klappte es — warum nicht auch beim Klima?

Was mit Medien
Bei Corona klappte es — warum nicht auch beim Klima?
Von Was mit Medien • Ausgabe #36 • Im Browser ansehen
Liebe Freundinnen und Freunde von Was mit Medien,
“Sundays are for Podcasts” heißt es doch so schön. Nicht nur das, wir haben auch eine Sonntagslektüre für euch. Damit es ein erholsamer und inspirierender Tag für euch werden kann.
Lasst uns über die Suche nach “dem nächsten großen Ding” reden. Tech-Journos suchen das nächste Twitter, Facebook, Clubhouse. Die in Berlin den nächsten Skandal. Über den Sinn oder Unsinn könnten wir eine vielschichtige medienkritische Diskussion führen. Ressortübergreifend wird das Klima das “nächste Große Dinge”, aber zu dem Thema scheinen viele Redaktionen auch noch auf der Suche zu sein (siehe unsere neue Podcast-Episode).
In diesem Newsletter möchten wir uns aber mit einer anderen Suche nach “dem nächsten großen Ding” beschäftigen. Wenn es um Innovation bei Medien geht. Viele Entscheider*innen suchen genau die. Dann sind sie auch bereit neue Ressourcen zu ermöglichen, zu investieren. Doch wenn aus dem Team Ideen für kleinere Innovation kommen, gibt es meist kein grünes Licht für ein Extra-Budget oder ausreichend Luft im Dienstplan.
Das Problem: Während die kleinen Ideen kaum umsetzbar sind und das Management weiter auf der Suche ist, passiert kaum etwas. Warum aber die Summe der vielen kleinen Innovationen spannend sein kann, das haben wir in den letzten Tagen (nicht nur) beim Audiocamp gelernt. Unseren Nachbericht haben wir unter “Neues vom Medienwandel” verlinkt.
Huch, wie sieht es denn hier aus? Das denkt ihr euch vielleicht beim Blick auf unseren Podcast, auf unsere Social-Kanäle und diese Newsletter-Ausgabe. Das hat auch mit vielen kleinen Ideen zu tun. Die stellen wir euch in dieser Ausgabe ebenfalls vor.

Wie geht gute Klima-Berichterstattung?
Die Klimakrise ist zu schleichend, zu abstrakt, als dass man über sie wie über andere Katastrophen berichten kann, heißt es oft.
Unsere These: Als im Sommer die plötzlichen Fluten in Teilen von NRW, Rheinland-Pfalz und Bayern hunderttausende Menschen trafen, wäre das ein Moment für den Journalismus gewesen, sehr konkreten Klima-Journalismus in der Berichterstattung Platz zu geben. Hat das geklappt?
“Die meisten Medien haben diese Chance nicht genutzt”, stellt unsere Podcast-Gesprächspartnerin Sara Schurmann ernüchternd fest. “Schon nach wenigen Tagen interessierte sich niemand mehr für die Frage nach der Ursache.”
Die freie Journalistin beschäftigte sich schon mit dem Klima, als es Friday’s for Future noch nicht gab. Sie gibt zu: Obwohl sie tief im Thema ist, hat auch sie in den letzten Monaten die Brisanz des Themas kalt erwischt. Wir haben mit ihr konstruktiv darüber gesprochen, wie Medien das Thema Klima angehen können. Sie nennt auch Beispiele, wo es schon gut läuft.
Im Kern nehmen wir mit: Als die Corona-Pandemie den Alltag aller Menschen plötzlich auf den Kopf stellte, haben die Medien quer durch die ganze Berichterstattung gut reagiert. Ihre Empfehlung: Mit der Klimakrise genauso umgehen, wie mit der Corona-Pandemie.
Welche Rolle "Fake News" im Wahlkampf spielen
Valerie Scholz von Facts for Friends bringt aktuelle Beobachtungen zum Endspurt des Bundestagswahlkampfs mit. Es gibt nicht ‘das eine große Ding’, sondern viele kleine falsche Meldungen, die gerne geteilt werden.
Wir nehmen mit:
  • Wie erwartet, prägen politische Desinformationen die Zeit vor der Bundestagswahl
  • Die meisten ‘Fakes’ konzentrieren sich auf die Bewerber*innen für die Nachfolge von Angela Merkel
  • “Die Desinformationen zielen vor allem auf persönliche Details der Kandidat*innen — das fällt auf und hat uns in dieser Intensität überrascht”, sagt Valerie Scholz bei uns im Podcast.
Sie blickt im Gespräch auch auf das nächste Desinformations-Thema, das für die Zeit nach der Wahl in den Startlöchern steht.
Eigentlich wollten wir nur ein Logo
Mit dieser Ausgabe stellen wir euch unser neues Design auch im Newsletter vor. Auf den letzten Schritten zum neuen Was mit Medien stand noch der wichtige Punkt Logo auf unser ToDo-Liste. Wir wollten etwas, das ausdrückt, was unsere Community antreibt und was wir machen.
Doch statt eines Logos, haben wir eine eigene visuelle Sprache bekommen. Die hat der freie Art Director Amadeus Ewald Fronk entwickelt. Das steckt dahinter:
  • Im Zentrum steht ein 3D-Objekt. Dieses (dann doch große) Ding visualisiert ‘was mit Medien’. Oder konkreter: Den Medienwandel. Es ist dynamisch, komplex — es gibt immer etwas neues zu entdecken.
  • In unseren Gesprächen mit euch haben wir gelernt, dass euer Umgang mit dem Medienwandel höchst individuell ist. Die Perspektive ergibt sich aus der Mediengattung (Print, TV, Online, Radio …), der eigenen Position und den eigenen Bedürfnissen (manche wollen auf dem Laufenden bleiben, andere suchen Inspiration, viele wollen etwas lernen). Das 3D-Objekt drückt genau das aus - jeder kann sich dem Objekt aus einer anderen Richtung nähern, und sieht entsprechend etwas anderes. Je nach Blickwinkel werden neue Details sichtbar.
  • Ihr werdet mit der Zeit das 3D-Objekt auch aus vielen unterschiedlichen Perspektiven sehen. Passend zu dem, worum es in dem Moment geht.
Über den Entstehungsprozess, was eine visuelle Sprache ausmacht, was hinter der Typo und den Farben (ihr werdet auch noch viel Grün und Rot sehen) steckt, das erklärt Amadeus Ewald Fronk in einem Deep Dive zu unserem neuen Design.
Wir rollen das neue Design in kleinen Schritten aus. Nach den Podcast-Covern haben wir auch schon Twitter, Facebook, Instagram und den Newsletter umgestellt. Nächster Schritt: Die Homepage.
Neues vom Medienwandel
In den letzten Tagen haben wir im Was mit Medien Daily das Audiocamp besucht, uns von Plattformen positiv (!) überraschen lassen, Amazon als Radioanbieter vorgestellt und analysiert, warum Facebook & Co. jetzt stärker mit einzelnen Journalist*innen zusammenarbeiten, statt bisher nur mit Medienhäusern:
Was mit Medien Daily ist unser werktägliches Schlaglicht auf den Medienwandel. Einmal die Woche hier im Newsletter, oder jeden Tag frisch in unser App. Dort gibt es alle Inhalte (Audio, Text, Video) und Community-Events an einem Ort — plus das Bonus-Material.
Hier geht es zur digitalen Heimat von Was mit Medien:
Neu bei uns: Masterclass für Lokalradios
Innovation und digitale Transformation für Lokalradios
Innovation und digitale Transformation für Lokalradios
Große Medienhäuser haben ihre Innovations-Abteilungen, Kreativ-Garagen oder Transformation-Teams. Was ist aber mit kleinen Medien? Dort läuft das Thema Innovation und digitale Transformation neben dem bereits stark verdichteten Arbeitsalltag. Es ist aber nicht weniger wichtig.
Wir starten mit der FM Online Factory deswegen ein Programm zur digitalen Transformation: Masterclass New Work + Lokalradio = 🚀
In dem sechsmonatigen Programm denken wir das lineare Programm neu, modernisieren Redaktionsabläufe und ermöglichen Change — trotz knapper Ressourcen.
Zugegeben: Innovation und digitale Transformation sind Buzzwords. In einer zehnteiligen E-Mail-Serie füllen wir sie für Lokalradios mit Leben. Neugierig? Hier könnt ihr sie abrufen.
Aus der Community
Jan Kawelke und Vasili Golod bei den Tutzinger Radiotagen
Jan Kawelke und Vasili Golod bei den Tutzinger Radiotagen
🌟 Am Montag beginnen die Tutzinger Radiotage. Dennis Horn und Daniel Fiene dürfen in diesem Jahr wieder Teil des Programmteams sein. Wir lieben diese Tagung, weil es sonst keinen Ort für Radio und Audio gibt, an dem so intensiv über Inhalte geredet wird — und zwar gemeinsam mit Kolleg*innen aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Bereich.
Da wegen der Corona-Pandemie die Akademie für Politische Bildung in Tutzing nicht so viele Plätze anbieten kann, wollen wir die Radiotage zum Teil auch virtuell öffnen. Einige Programmpunkte finden komplett via Zoom statt. Dazu möchten wir euch auch einladen. Ihr könnt euch folgende Termine merken:
  • Montag (20.09.2021, 15.15 — 16.30 Uhr): Audio in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und Pandemie. Was kann Radio bei einer Pandemie leisten? Katharina Mahrenholtz und Korinna Hennig vom NDR Coronavirus Update reflektieren die letzten Monate. Was kann Radio bei einer Naturkatastrophe leisten? Christian und Palina Milling berichten von ihrem Pop-up-UKW-Projekt Ahrtahl Radio.
  • Mittwoch (22.09.2021, 09.00 — 10.00 Uhr): „Rezepte für das Radio in smarten Zeiten“ - Die Zukunft des Linearen. Inge Seibel (freie Journalistin, Jury Deutscher Radiopreis) und Daniel Fiene schauen auf aktuelle Forschung und diskutieren, wie die Digitalisierung neue inhaltliche Anforderungen an lineare Radioprogramme stellt.
  • Mittwoch (22.09.2021, 10.30 — 11.30 Uhr): „Was geht, was ist möglich“ – Geld verdienen mit Audio. Das Thema Audio wird nicht mehr nur von Radiosendern oder der Podcast-Szene im Netz bespielt. Was treibt andere Medien an? Mirijam Trunk, Geschäftsführerin der Bertelsmann Audio Alliance, bringt die Perspektive eines Medienkonzerns ein. Laura Terberl, Leiterin Audio-Team Süddeutsche Zeitung, berichtet vom Wert von Audio für Online-Nachrichtenmedien. Götz Hamann, Redaktionsleiter Digitale Ausgaben DIE ZEIT, erklärt, warum bei der Übersetzung von Print ins Digitale die Antwort oft Audio lautet. Aber auch Radiosender denken Audio neu, wie Timo Fratz, Chefredakteur Radio Bielefeld, verrät.
So könnt ihr dabei sein: Wir verschicken die Zoom-Links Anfang der Woche über diesen Newsletterverteiler. Dann könnt ihr euch kostenlos zuschalten. Wenn ihr Kolleg*innen kennt, die sich auch interessieren, können die sich gerne (sei es auch nur temporär) für den Newsletter anmelden, um die Links direkt zu bekommen. So können möglichst viele trotz Corona einen Hauch Tutzinger Radiotage erleben.
🌟 Herzlichen Glückwunsch an Radio Wuppertal: Kürzlich hat Chefredakteur Georg Rose bei Was mit Medien berichtet (zum Podcast, zum Transkript), wie sein Team und er die Hochwassernacht Mitte Juli erlebten und für die Menschen in der Stadt sendeten. Jetzt hat das Team einen Sonderpreis beim Deutschen Radiopreis erhalten. Wir gratulieren!
🌟Ausschreibung zum Netzwende-Award: Die Bewerbungsphase für den 5. Netzwende-Award von Vocer und Kooperationspartnern läuft. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Gesucht werden Projekte, Initiativen und Start-ups, die für eine besser informierte digitale Gesellschaft, eine konstruktive Debattenkultur im Netz oder eine starke Zukunft für den Journalismus sorgen. 2020 hat das lokaljournalistische Digitalprojekt RUMS aus Münster gewonnen.
Arbeitet ihr an solch einem Projekt? Oder fällt euch ein Projekt ein? Dann gebt den Initiator*innen doch einen Tipp. Alle Infos gibt es auf der Homepage des Netzwende-Awards.
🌟Nur noch sieben Tage läuft unsere diesjährige große Hörer*innen-Umfrage — auch für die, die uns bevorzugt lesen. Denn: Die Ergebnisse von vor einem Jahr haben unsere Themenauswahl geprägt. Damit wir in den nächsten Monaten für euch wichtige Themen anpacken können, möchten wir euch zuhören. Was beschäftigt dich gerade? Verrate es uns doch bitte in der Online-Umfrage.
Habt einen tollen Sonntag,
Herr Pähler, Dennis & Daniel
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