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Von Was mit Medien • Ausgabe #43 • Im Browser ansehen
Check-out zum Wochenende: 5 sommerliche Snacks zum Medienwandel
Liebe Freundinnen und Freunde von Was mit Medien,
ich hätte nicht gedacht, dass Radio Eins einmal ein Instagram-Posting veröffentlich auf dem diese drei Personen markiert sind: Kylie Jenner, Kim Kardashian und —ähm— ich. Auch nicht gedacht hätte ich, dass einen Tag später Instagram für den Grund des Postings zurückrudert (➡️ 1️⃣).
Unsere erste Woche nach der Sommerpause (warum so lang? ➡️ 4️⃣) hatte es direkt schon wieder in sich. Trotzdem bestärkt das unseren Medienwandel-Optimismus, den wir aus der Pause mitgebracht haben — trotz der herausfordernden Nachrichtenlage. Passend dazu haben wir zum Wochenende fünf Themen zum Hören und Lesen ausgewählt — zum Aufschlauen (➡️ 3️⃣), Nachdenken, für einen Perspektivwechsel (➡️ 2️⃣) und (hoffentlich) auch, um Optimismus zu tanken.

Unsere 2 neuen Episoden zum digitalen News-Konsum 2022 und Privatfernsehen
Unsere 2 neuen Episoden zum digitalen News-Konsum 2022 und Privatfernsehen
1️⃣ Instagram bleibt Instagram
Umbau abgesagt. Wenn ihr künftig Instagram öffnet, werden im Hauptfeed doch keine Videos und Fotos das ganze Display einnehmen, durch die ihr durchwischen könnt. Auch wird die Zahl der Inhalte fremder Accounts zurückgefahren. Empfehlungs-Algorithmen sollen überarbeitet werden.
Mit diesen Entscheidungen überraschte gestern Abend Instagram-Chef Adam Mosseri. Damit reagiert Meta auf eine intensive und emotionale Protestwelle rund um die angekündigten und zum Teil schon ausgerollten Änderungen.
Erst einmal bleibt Instagram also Instagram — und wird nicht noch mehr TikTok. Anders bei Facebook. Seit dieser Woche rollt auch international ein App-Update aus, das den bisherigen Feed in den Hintergrund schiebt. Im Vordergrund steht ein neuer Home-Feed, der aus Reels, Stories und personalisierten Inhalten besteht. Der Content wird von einem Entdeckungs-Algorithmus ausgewählt und stammt nicht aus dem Posting-Pool von Personen, Seiten und Gruppen, denen man folgt. TikTok lässt grüßen.
Was bedeutet das für Medien, die sich über Jahre große Followerschaften aufgebaut haben? Das haben wir von Meta noch nicht erfahren, nur dass die bisherigen Budgets zur Förderung von Qualitätsjournalismus zurückgefahren oder für die Creator-Szene umgewidment werden.
Fest steht: Meta hat die Priorität für die Journalismus-Förderung runtergestuft. Das Unternehmen hat ganz andere Baustellen. Zum ersten Mal müssen zwei radikale Strategiewechsel gleichzeitig gelingen: Neben der Zukunft von Instagram und Facebook arbeitet das Unternehmen (ach ja) auch noch an der Zukunft der (Social-)Zukunft: Dem Metaversum. Auch zum ersten Mal hat Meta in dieser Woche bei der Präsentation der Quartalszahlen keinen Umsatzwachstum gemeldet, sondern einen leichten Rückgang. Auch der Profit fiel geringer aus. Valley-Berichte zeichnen ein angespanntes und ungewohnt frostiges Bild aus dem Innenleben von Meta.
Wir bleiben für euch dran.
Mehr Hintergrund:
2️⃣ Privat-TV-Strategie: Kit für die Gesellschaft
Als vor einer Woche die Temperaturen über 35 Grad lagen, haben zwei Privatsender Sondersendungen zur Primetime in ihr Programm genommen.
Mehr Klimaberichterstattung, News und Gesellschaftskritisches zur besten Sendezeit. Was ist nur mit dem guten alten Privatfernsehen los? Public Value ist der Begriff der Stunde. Was steckt dahinter und was hat das mit neuen Publikumswünschen, neuen Anforderungen aus der Medienpolitik und mit sich verschiebendem Konkurrenzdruck durch internationale Streaming-Anbieter wie Netflix zu tun?
Das hört ihr in unserem Deep Dive mit Malte Hildebrandt. Er ist Chef der Gattungsinitiative Screenforce, zu der sich die TV-Vermarkter von privaten aber auch öffentlich-rechtlichen Sendern zusammengeschlossen haben. In dem Gespräch geht es auch darum, wie sich Privatsender als Unternehmen nachhaltiger präsentieren, um sich auch als Arbeitgeber auf einem umkämpften Medienmarkt attraktiver zu geben.
🗣️ Viele Baustellen — aber Malte Hildebrandt verbreitet Optimismus:
“Wir haben alle Herausforderungen. Ein paar haben wir besprochen, auch wenn es darum geht, junge Zielgruppen zu erreichen. Eins haben wir in der Branche aber nicht — wir jammern nicht. Wir nehmen den Wandel an und sagen nicht: Gegen Netflix kannst du nichts machen. Du hörst dafür öfter den Satz von vielen Fernsehleuten: ‘Wir machen das beste aus zwei Welten - aus der linearen und digitalen’. Es steht mir nicht zu über andere Mediengattungen zu sprechen. Ich bin nie einer, der ein schlechtes Wort zum Beispiel über Print verliert. Denn ‘Kit für die Gesellschaft’ sind neben der Fernseh-Industrie, auch andere Branchen, wie die Print-Industrie.
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3️⃣ Fünf Trends zum digitalen News-Konsum
Auch in diesem Sommer analysieren wir im Podcast zusammen mit Anne-Kathrin Gerstlauer (TextHacks-Newsletter) und Simon Hurtz (Social Media Watchblog) den frischen Reuters Digitale News Report, damit ihr das 200-Seiten-PDF nicht lesen müsst.
Einen Gedanken geben wir euch mit ins Wochenende:
43% der Deutschen interessieren sich für Klimawandel-Themen
Ist das gut, oder schlecht?
📉 Dieser Wert ist zwar führend in Europa (Norwegen 33%, Frankreich 36%, Niederlande 37%), aber insgesamt zeigen Nord-Amerika, sowie West- und Nord-Europa ein eher übersichtliches Interesse.
📈 Die Bestwerte stammen aus Latein Amerika, Süd-Europa und dem Asien-Pazifik-Raum. Mehr als die Hälfte der Befragten zeigten ihr Interesse rund um das Klima zum Beispiel in Griechenland (53%), Portugal (53%), Chile (52%), und den Philippinen (52%).
🗣️ Herr Pähler kommentiert die Zahlen so:
“Diese weltweite Zwei-Teilung des Interesses verwundert mich. Gerade weil wir auch bei uns in Europa schon die Auswirkungen der Klimakrise spüren — wie wir in Deutschland vor einem Jahr im Ahrtal gesehen haben. Es reicht anscheinend nicht, wenn Redaktionen Sondersendungen oder -seiten anbieten. Klima-Aspekte gehören zur täglichen Arbeit in jedes Ressort.”
In der ebenfalls neuen Podcast-Episode geht es auch um diese Trends: 
  • Simon Hurtz erläutert, wie sich Deutschland in Sachen Zahlungsbereichtschaft für digitalen Journalismus von anderen Ländern (positiv) abhebt
  • Anne-Kathrin Gerstlauer analysiert, welche Newsformate (und Geschäftsmodelle) für Nachrichtenvermeider*innen jetzt gefragt sind
  • Dennis Horn blickt auf Facebook, denn das ist in Deutschland weiterhin die führende Social-App in Sachen News-Konsum
  • Und ich schaue mir das Newsverständnis von Personen unter 25 an. Spoiler: Es unterscheidet sich stark vom Newsverständnis der Digital Natives (25+)
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4️⃣ Start-up-up-Update: Gute Zeiten, schlechte ...
… Zeiten. Das gilt auch für das Start-up-Leben. Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren ausführlich über unseren Weg von einer Radiosendung zur eigenen Unternehmung berichtet. Im aktuellen Podcast berichten wir euch über einige Wochen, die nicht so gut für uns liefen — wie ihr an der Frequenz neuer Episoden in den letzten Wochen ablesen konntet. Was passiert ist, was wir gelernt haben – das hört ihr in dieser Episode. Zugegeben: Für Herrn Pähler und mich eine nicht ganz einfache Aufnahme.
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5️⃣ Für und aus der Community
📅 Für den Podcast-Einstieg: Von der Idee bis zur ersten Podcast-Episode begleiten Philipp Eins und ich euch bei der Podcast Summer Week an der Akademie für Publizisitik in Hamburg. An fünf Tagen (15. - 19.08.2022) gibt es Handwerk und Wissen + ihr nehmt ein fertiges produziertes Audio-Ergebnis mit nach Hause. Mehr Hintergrund.
📅 Hast du eine Idee für ein Projekt im Journalismus oder Medienumfeld? Willst du es mit Hilfe von Fachleuten umzusetzen – als Gründer*in oder angestellt innerhalb eines Medienhauses? Dann kannst du dich bis zum 15. August 2022 für die zweite Runde des Journalism Innovators Program der Hamburg Media School bewerben. Die Weiterbildung ist kostenlos, dauert ein halbes Jahr und findet parallel zum Job statt. Vielleicht treffen wir uns auch: Ich darf wieder als Coach dabei sein. Mehr Hintergrund.
📅 Für alle, die sich mit Audience Engagement befassen: Am 30. August lädt das MIZ zum Deciders Day ein. In zwei Stundcn gibt es drei Keynotes mit frischen Impulsen. Die kommen von Luise Lange-Letellier (Correvtiv), András Pethö (Direkt36, Ungarn) und Christian Burger (Der Standard, Österreich). Ihr könnt auch via Zoom zuschauen. Mehr Hintergrund.
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Wir wünschen euch ein optimistisches Wochenende und habt bis zum nächsten akustischen oder visuellen Kontakt eine mediale Zeit — Daniel
💛 P.S.: Wir helfen euch dabei, fit für den Medienwandel zu sein — damit das möglich ist, könnt ihr uns unterstützen. Werdet Was mit Medien Explorer
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Podcast + Community + Events. Das Programm für deine Journey durch den Medienwandel. Mit @Fiene, @HerrPaehler & @Horn.

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