Tobias Sammelsurium der Woche #45/2022

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Tobias Dehler
Tobias Dehler
Freitag, 8 Uhr. Kein Sammelsurium. Warum? Keine Ahnung. Achte gleich mal auf den letzten Absatz der Einleitung. War es Zufall? War es der lange Arm Elon Musks? Legt Luca Brasi mir bald einen Fisch vor die Tür? Keine Ahnung. Aber ich war bereit. Elons Server wohl nicht. Zweiter Versuch. Hoffentlich bis nächsten Freitag.✌️
Guten Morgen {{first_name}},
hast du schon mal darüber nachgedacht, was wohl der Betrieb von WhatsApp kostet und warum die Nutzung trotzdem kostenlos ist? “Wenn du nichts dafür zahlst, dann bist du das Produkt” ist eine eigentlich offensichtliche Erkenntnis über Social Media Angebote, die wir aber gerne ausblenden.
Elon Musk hat gerade 44 Milliarden Dollar für Twitter ausgegeben. Soll er doch, mag man denken. Allerdings ist Twitter, neben viel Gosse, auch eine der kostenlosen Plattformen, die die Verbreitung von Themen, wie den Aufständen gegen das Regime im Iran, erst möglich machen.
Den Kredit für den Kauf von Twitter hat Musk direkt auf sein neues Spielzeug abgewälzt und so macht der Kurznachrichtendienst jetzt angeblich 4 Millionen Dollar Verlust pro Tag. Die Lösung? Der neue Inhaber hat mal eben die Hälfte der Belegschaft entlassen und will die Regeln zur “Free Speech” lockern. Zumindest für europäische Ohren klingt das eher nach dem Anlocken von Fake News und der Beeinflussung des Weltlaufs in Musks Sinn.
Der reichste Mann der Welt betreibt nebenbei mit Starlink einen Zugangsdienst zum Internet, der für die ukrainische Armee so wichtig geworden ist, dass die Abschaltung den militärischen Untergang bedeuten könnte. Auch sein Einfluss mit Tesla auf die globale Verfügbarkeit von Ladesäulen ist in der Mobilitätswende nicht zu unterschätzen.
Den Wert unserer Infrastruktur erkennen wir immer erst, wenn sie nicht mehr wie gewohnt da ist. Das gilt für Messenger und Internetzugänge aber eines Tages vielleicht auch für Wasser und Elektrizität. Vieles davon können wir nicht direkt beeinflussen. Aber wachsam sein, ist eine gute Idee.
Dieser Newsletter wird über einen Dienst verschickt, der zu Twitter gehört und jetzt zum Jahresende eingestellt werden soll. Ich schaue mich nach Alternativen um. Auch WhatsApp muss nicht für immer bleiben. Vielleicht ist dieses Wochenende also ein guter Zeitpunkt um beispielsweise Signal zu installieren (und dann auch zu nutzen😉).
Dir ein wachsames Wochenende!
T.

Gezwitscher der Woche
Letters of Note
On this day in 1970, Charles Schulz replied to a 10-year-old kid who had asked “What makes a good citizen?" https://t.co/fKujaSoSW8
Fünf fürs Wochenende
Dönerflation
In Frankfurt kostet der Döner in einem Imbiss jetzt 10 Euro. 10! Euro! Die Deutschen neigen ja nicht zur Revolte, aber dieser Preis durchbricht offensichtlich die Grenze des guten Geschmacks. Statistisch gesehen isst jede*r Deutsche 16 Döner pro Jahr. Neben Currywurst-Pommes ist er das menschenverbindende Nationalgericht. Die taz hat sich die Sache mal näher angesehen.
Landschaftsfotografie
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit ist Award Saison. Jetzt wurden die britische Landscape Photographer of the Year geehrt und wie schon letzthin bei den Drohnen und Wildtieren bietet auch dieser Preis die Möglichkeit in tollen Aufnahmen zu schwelgen bevor der Alltag wieder ruft.
Cruisen
Die klassische Überlandfahrt, das mehr oder weniger ziellose umherfahren mit dem Auto, ist in Zeiten von 2 € für den Liter Sprit weder ökonomisch noch ökologisch angesagt. Auch die Lust am Geschwindigkeitsrausch ist leider überaus verpönt. Kurvenlage, what is it good for? Diese Empfehlung ist daher wie ein Nikotinpflaster für Ex-Raucher: hat mit dem Original nix zu tun, lindert aber vielleicht die Symptome. Ein kleiner Autosimulator bei dem man auf menschenleerer Straße hemmungslos cruisen oder rasen darf. Wahrscheinlich besonders empfehlenswert für langweilige Videokonferenzen. (Desktop only)
Unübersetzbar
Fernweh gehört du den deutschen Worten, die sich nur mit Umschreibung in andere Sprachen übersetzen lassen. Dieser liebevoll illustrierte Artikel sammelt unübersetzbare Wörter aus aller Welt. Mein Favorit? Das schwedische Gökotta.
Spiegel-Radeln
Die größte Salzfläche der Welt, Salar de Uyuni in Bolivien, ist der Überrest eines prähistorischen Sees, der längst verdunstet ist. Nach Regen wird die glatte und reflektierende Oberfläche zum größten Spiegel der Welt, der sogar aus dem Weltraum zur Kalibrierung von Sensoren auf Satelliten verwendet wird. Wer das Glück hat mit dem Fahrrad drüber fahren zu können erlebt das hier:
Gedanke der Woche
“Das Leben bietet großartige Möglichkeiten, sich zu entfalten, aber eben auch dunkle Momente. Du musst der Kapitän deiner Existenz sein, manchmal segelst du durch das beste Wetter, manchmal zieht ein fürchterlicher Sturm auf. Aber du hörst deshalb nicht auf, der Kapitän zu sein!” – Patti Smith
Bild der Woche
Frage der Woche
Was kann die Welt von dir lernen?
Das Ding der Woche
Es sind noch 44 Tage bis Weihnachten. Stellt sich also mal wieder die Frage: Was macht eigentlich ein gutes Geschenk aus? Nun, es soll die oder den Beschenkten beglücken, das ist klar. Es soll uns als Schenkende aber auch gut dastehen lassen. Ein bisschen indirekte Selbsterhöhung schadet ja nicht. Geschmack, wenn gewünscht Humor, und gutes Aussehen sind auch wichtig. Nachhaltig ist natürlich, wenn “man lange was davon hat”. Die liebevoll Bedachten sollen ja hoffentlich dauerhaft verzückt sein. Last but not least: Ich persönlich mag harte, schwere Geschenke. Es geht nicht um den Preis, aber weiche, leichte Geschenke gab’s immer von der Oma. “Oh, ein Pulli, wie schön!”, hat kein achtjähriger jemals gesagt. Aber ich schweife ab. Oder eben auch nicht, denn dieses Ding der Woche erfüllt alle der oben genannten Kriterien. Verpackt ist es fast ein Ziegelstein, es hält 365 Tage, ist immer klug und häufig witzig, fügt sich geschmeidig in jedes Interieur und lässt so auch dich als Schenkende*n gut dastehen. Viel mehr ist für 17 € kaum drin.
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Tobias Dehler
Tobias Dehler @tobdeh

Eine kleines, eklektisches Sammelsurium von Texten, Bildern und Gedanken, die mir diese Woche über den Weg gelaufen sind. Manchmal banal, manchmal provozierend, aber immer mit einem Lächeln im Gesicht geschrieben. Kommt jeden Freitag früh um acht in dein Postfach. Schön, dass du dabei bist!

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