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Tobias Sammelsurium der Woche #35/2022

Tobias Dehler
Tobias Dehler
Guten Morgen {{first_name}},
“Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert - und doch alles.” hat Kurt Tucholsky gesagt und damit ein Gefühl beschrieben, das ich diese Woche hatte. Die Sonne fühlt sich plötzlich weniger intensiv an, ein langärmliges T-Shirt ist plötzlich nicht mehr zu warm und die Sonne steht nachmittags schon deutlich tiefer.
Tucholskys Beobachtung scheint auch für andere Lebensbereiche zu gelten. Ob im Beruf, der Wohnung oder bei Hobbys – es gibt Zeitpunkte, da ist eigentlich alles noch wie immer und doch merkt man, dass alles anders ist. Der Zenit ist überschritten, es ist Zeit für Veränderung.
Was die Natur so spielend leicht und vor allem regelmäßig hinbekommt fällt uns Menschen oft schwer. Im Frühling kraftvoll aufblühen, im Sommer strahlen, das geht nur mit Blätter verlieren im Herbst und Pause im Winter. Das ewige “stirb und werde”, wie es bei Goethe heißt, mag nach einem großen Sommer Abschied bedeuten, aber es ist auch die Verheißung auf den nicht so weit entfernten Neuanfang. Der goldene Herbst, der gestern kalendarisch begonnen hat, darf also gerne kommen.
Dir ein sonniges Wochenende!
T.

Gezwitscher der Woche
Fünf fürs Wochenende
Der Berg ruft
Auf dem Dach der Welt, am Mount Everest, hat eine Gruppe Bergsteiger eine Drohne ausgepackt und spektakuläre Aufnahmen gemacht. Entstanden ist ein Video immenser Schönheit an einem Ort, den die meisten von uns wohl niemals selbst sehen werden. The mountains are calling and I must go.
» Zum Video (3 Minuten)
Die Wüste lebt
50 Jahre hat der Künstler Michael Heizer in der Wüste Nevadas an seiner Kunstinstallation “City” gearbeitet. Auf einer Fläche von fast 2,5 Quadratkilometern, weit weg von jeder menschlichen Zivilisation, hat er geometrische Skulpturen angelegt die irreal und wunderschön in der kargen Weite stehen. Der Besuch ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich und streng limitiert. Glücklicherweise gibt es beeindruckende Bilder.
Der Himmel ist voll
Gut, technisch gesehen ist es nicht der Himmel, sondern die niedrige Erdumlaufbahn, aber was sich dort oben an Satelliten und Weltraumschrott befindet ist mehr als beindruckend. Leolabs ist ein Unternehmen, das diese Objekte per Radar trackt. Für Normalos gibt es eine interaktive Visualisierung im Stil von Google Earth, die zeigt, was über unseren Köpfen abgeht. Keine Ahnung was ich erwartet hatte, aber das nicht.
Der Strom fließt
Woher kommt eigentlich die elektrische Energie, die wir nutzen? Die Antwort Steckdose ist offensichtlich zu kurz gegriffen, denn das Geld kommt ja auch nicht vom Konto. Ein junges niederländisches Startup sammelt weltweit alle Daten über die Produktion und den Export von Strom. Stundengenau erfährt man so wo der Saft tatsächlich herkommt und ahnt warum in Deutschland aktuell Gas für unsere französischen Freunde verfeuert wird. Electricity Maps heißt das Projekt und ist als Website oder App (iOS und Android) kostenlos verfügbar.
Der Arzt pflanzt
Ein Berliner Arzt entdeckte nahe seiner Wohnung einen ungenutzte Grünfläche, totgetrampelt und betonhart. Beharrlich fing er vor neun Jahren an dort einen Miniwald anzulegen und sich dadurch selbst, mitten in der Stadt, der Klimakatastrophe entgegen zu stellen. Von den Behörden toleriert aber als Spinner abgetan will er jetzt einen Verein gründen, um die Idee unübersehbar zu machen.
Gedanke der Woche
“Es ist immer wieder alles drin. Auch das Gute.“ — Theo Sommer
Bild der Woche
Frage der Woche
Wovon hast du gar keine Ahnung, hättest sie aber gerne?
Buch der Woche
Ich bin diese Woche überhaupt nicht zum Lesen gekommen, ich räume nämlich auf. Zu Hause mag das kein Spaß sein, in einer Firma, wie bei mir, ist es erst Recht ätzend, finde ich. Dabei musste ich an Marie Kondo denken, die vor zehn Jahren populär wurde mit ihrer japanisch-asketischen Ordnung. Bei ihr beginnt das Aufräumen mit dem Bedanken bei und dem Verabschieden von Dingen, die jetzt leider ausziehen müssen. Klingt verrückt, aber wenn ich durch viele Büros, Wohnungen und Keller gucke, dann müsste über Deutschland eigentlich ein dauergemurmeltes “Danke!” liegen. Denjenigen, die wegschmeissen müssten, es aber nicht können sei das Buch empfohlen. Wer sich lieber damit beruhigen möchte, dass es bei anderen auch zu voll ist, dem sei Kondos Netflix-Serie empfohlen.
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Tobias Dehler
Tobias Dehler @tobdeh

Eine kleines, eklektisches Sammelsurium von Texten, Bildern und Gedanken, die mir diese Woche über den Weg gelaufen sind. Manchmal banal, manchmal provozierend, aber immer mit einem Lächeln im Gesicht geschrieben. Kommt jeden Freitag früh um acht in dein Postfach. Schön, dass du dabei bist!

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