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Tobias Sammelsurium der Woche #19/2022

Tobias Dehler
Tobias Dehler
Guten Morgen {{first_name}},
der Eishockeyspieler Wayne Gretzky hat Mal gesagt “Ich skate dorthin, wo der Puck sein wird, nicht dorthin, wo er war”. Das klingt vollkommen einleuchtend, selbst wenn man, wie ich, auf dem Eis nur mit einem Schiebepinguin unterwegs sein kann.
Uns Menschen fällt es wahnsinnig schwer zu erkennen wo der Puck der Entwicklung sein wird. Weil es komplex ist darüber nachzudenken wie Dinge sein werden, bleiben wir lieber bei dem was wir kennen. Die Steigerungsform ist, dass früher, FRÜHER!, alles besser war. Also bis auf das verbleite Benzin, das Patriarchat, die Strafverfolgung Homosexueller, den kalten Krieg, die Verkehrstoten ohne Anschnallgurt, das Rauchen in Kneipen, den Vokuhila und so weiter und so fort.
Das Internet war vor kurzem noch Neuland, Photovoltaik-Anlagen verschandeln hübsche Häuser und Elektromobilität ist schlecht, weil die Batterien nicht auf Biobauernhöfen gezüchtet werden können.
Klar, nicht alles was neu ist ist auch gut. Nicht alles was alt ist ist auch schlecht. Doch das Schimpfwort des modernen Konservatismus ist Brückentechnologie geworden.
Jedes Mal stehe ich davor und wundere mich. Seit wann genau sind Brücken schlecht? Ist die Aufgabe einer Brücke nicht uns bequem und sicher von A nach B zu bringen?
Wenn Brückentechnologien schlecht sind sollten wir sofort das Autofahren, egal ob elektrisch oder mit Vebrennermotor einstellen. Denn es ist nur eine Vorstufe zum teleportieren.
Wie also erkennt man wo der Puck sein wird? Vielleicht mit dem Nachdenken darüber was gutes Leben ausmacht. Dazu gehören gleiche Rechte und Chancen für alle und ein bewohnbarer Planet. Wenn wir da über Brücken hinkommen, wenn auch manchmal nur mit dem Schiebepinguin, ist das doch eine gute Sache, oder?
Dir ein gut überbrücktes Wochenende!
T.

Gezwitscher der Woche
PropofolPrinzessin
Ich beim Versuch die Ecke meiner 25cm dicken Matratze anzuheben, um das Spannbettlaken drüber zu bekommen... https://t.co/kvHkIdDibm
Fünf fürs Wochenende
Lüge des Lebens
John Corcora war Analphabet. Das ist in einem Land wie den USA selten aber nicht komplett ungewöhnlich. Das er, ohne lesen und schreiben zu können, einen Hochschulabschluss machte, Lehrer und Immobilienmakler wurde dann schon eher. Mit 48 Jahren lernte er dann endlich lesen und schreiben. Eine berührende Geschichte.
Ästhetik der Katastrophe
Der Fotograf Daniel Beltrá hat 2010 die Ölkatastrophe der Bohrplattform, Deepwater Horizon im Golf von Mexico fotografiert. Seine Bilder sind, bei aller Absurdität dieser Aussage, von besonderer Schönheit und Faszination.
Klimpern des Kleingelds
Unterhaltung ist die Kernaufgabe dieses kleinen Newsletters. Aber ein bisschen Service und Nutzwert sind ja auch ganz nett. Ich empfehle daher einen Blick auf ein aktuelles Hamburger Immobilienangebot zu werfen. Karl Lagerfelds letzter deutscher Wohnsitz steht zum Verkauf. Ist ‘ne unprätentiöse Sache. Handtuchgrundstück, B-Lage und der Grundriss eines Nachkriegsbaus. Immerhin stimmt der Preis.
Klang des Wochenendes
Mal wieder eine kleine, feine Seite, die den perfekten Hintergrundsound zum Konzentrieren oder, wie der Name es eigentlich verrät, Chillen liefert. Sunday.fm ist der Klang des Sonntags (Desktop only).
Blick der Biene
Wenn ich eine Biene wäre und Blumen für mich so aussähen, also wie eine permanenter LSD-Rausch, ja dann würde ich auch den ganzen Tag von Blüte zu Blüte tänzeln und in meinem Kopf “Wonderful World” summen. Bin keine Biene, lebe keinen LSD-Rausch, aber einen Eindruck von der Sicht der Insekten gibt’s hier auch für Menschen.
Gedanke der Woche
“Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben.” – Epiktet
Bild der Woche
Frage der Woche
Was, wenn überhaupt, ist zu ernst, um darüber zu scherzen?
Buch der Woche
Eine junge Frau steht auf einem Dach und droht zu springen. So beginnt beginnt eine Geschichte, die aus vielen Geschichten besteht. Das Umfeld in ihrer Kleinstadt ist auf unterschiedlichste Weise betroffen. Im Klappentext heißt es: “Der Freund der Frau, ihre Schwester, ein Polizist und sieben andere Menschen, die nah oder entfernt mit ihr zu tun haben, geraten aus dem Tritt. Sie fallen aus den Routinen ihres Alltags, verlieren den Halt - oder stürzen sich in eine nicht mehr für möglich gehaltene Freiheit.” Sowohl die Idee als auch die Sprache machen dieses Buch so lesenswert. Es führt vor Augen wie sehr wir, ob wir wollen oder nicht, doch alle miteinander verbunden sind.
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Tobias Dehler
Tobias Dehler @tobdeh

Eine kleines, eklektisches Sammelsurium von Texten, Bildern und Gedanken, die mir diese Woche über den Weg gelaufen sind. Manchmal banal, manchmal provozierend, aber immer mit einem Lächeln im Gesicht geschrieben. Kommt jeden Freitag früh um acht in dein Postfach. Schön, dass du dabei bist!

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Tobias Dehler, c/o tangolima GmbH, Freiheitstr. 185-187, 42853 Remscheid