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Ohne Frieden ist alles nichts

Revue
 
 

Sahra Wagenknecht

14. April · Ausgabe #188 · Im Browser ansehen

Das ist der Newsletter von Sahra Wagenknecht, MdB. Darin informiere ich über sozial- und friedenspolitische Themen – im Bundestag und im ganzen Land. Du erhältst jeden Donnerstag eine Aktionsmail mit Informationen und Vorschlägen zum Mitmachen.


“Werden wir dem Menschengeschlecht den Untergang bereiten, oder wird die Menschheit auf Krieg verzichten?” Diese Frage stellten sich Wissenschaftler und Nobelpreisträger wie Albert Einstein und Bertrand Russel schon vor über 60 Jahren. “Wir müssen lernen, auf neue Art zu denken. Wir sollten nicht mehr danach fragen, welche Mittel und Wege dem militärischen Siege der von uns bevorzugten Partei offen stehen. Solche Möglichkeiten gibt es nämlich gar nicht mehr.” Leider wird diese Mahnung aus dem berühmten Manifest von Einstein und Russell aktuell von vielen in den Wind geschlagen. Quer durch fast alle Parteien fordert man inzwischen, schwere Waffen wie Panzer in die Ukraine zu liefern - eine brandgefährliche Politik, die ausgerechnet von GRÜNEN-Politikern wie Außenministerin Baerbock oder Anton Hofreitervorangetrieben und befeuert wird.
Was ist nur aus der einstigen Friedens- und Umweltpartei DIE GRÜNEN geworden? So grausam und furchtbar der von der russischen Führung begonnene Krieg ist - wer im Gegenzug Panzer liefert, trägt zu seiner Ausweitung und Verlängerung bei und damit zu noch mehr Opfern und Leid! Wer den Frieden will, muss aus der militärischen Logik ausbrechen. Zu Diplomatie und Verhandlungen gibt es keine Alternative - es sei denn, man möchte einen Dritten Weltkrieg und ein nukleares Inferno riskieren! 
Auf Initiative von Bertrand Russell fand 1958 in London der erste Ostern-Protestmarsch der Kampagne für die nukleare Abrüstung statt, 1960 gab es die ersten Ostermärsche für Frieden und Abrüstung auch in Deutschland. Zwar waren es anfangs nur wenige hundert Menschen, die sich daran beteiligten und dafür teils heftig angefeindet wurden - doch Ende der 60er Jahre brachte die “Kampagne für Demokratie und Abrüstung” bereits hunderttausende auf die Straße. Das zeigt: Was klein ist, muss nicht klein bleiben - mit dieser Hoffnung auf erstarkende Proteste gehe ich in die Osterzeit und ich wünsche Ihnen allen ein paar schöne und friedliche Tage im Kreise ihrer Lieben! Sollten Sie Zeit und Muße dafür finden: Auch in diesem Jahr mobilisiert die Friedensbewegung zu Ostern wieder für Frieden & Abrüstung - vielleicht auch in Ihrer Nähe.

"Ich bin kein bedingungsloser Pazifist"
In Russland herrscht ein autoritär regierter Oligarchenkapitalismus. Außerdem ist Russland die zweitgrößte Atommacht der Welt und wie andere Großmächte denkt es in Einflusssphären. Eine ehrliche Position ist aber nur möglich, wenn man nicht mit zweierlei Maß misst. Der Krieg in der Ukraine ist genauso zu verurteilen wie die US-geführten Kriege in Jugoslawien, im Irak, in Afghanistan oder in Libyen. Im Interview mit der Berliner Zeitung spreche ich über den Ukrainekrieg, seine Vorgeschichte und wie sich in dieser gefährlichen Lage wieder die Vernunft durchsetzen kann.
"Ich bin kein bedingungsloser Pazifist“ (Sahra Wagenknecht (DIE LINKE))
Den Ukraine-Krieg vom Ende her denken
Die Lieferung von schweren Waffen in die Ukraine seien potenziell ein “Weg in den Dritten Weltkrieg”, warnt der frühere Brigadegeneral und außenpolitische Berater von Altkanzlerin Merkel, Erich Vad.“Wir machen im Moment sehr viel Kriegsrhetorik - aus guter gesinnungsethischer Absicht. Aber der Weg in die Hölle ist bekanntlich immer mit guten Vorsätzen gepflastert. Wir müssen den laufenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine vom Ende her denken. Wenn wir den Dritten Weltkrieg nicht wollen, müssen wir früher oder später aus dieser militärischen Eskalationslogik raus und Verhandlungen aufnehmen.” Dies wäre “für beide Seiten besser, als sich weiter in den Sumpf eines langen Krieges mit ungewissem Ausgang ziehen zu lassen.” Auch die aktuelle Bundesregierung wäre gut beraten, auf diese Stimme der Vernunft zu hören.
Ex-Merkel-Berater Vad gegen Lieferung von schweren Waffen an Ukraine | GMX
Auch die einrichtungsbezogene Impfpflicht muss vom Tisch
Das Scheitern der allgemeinen Impfpflicht im Bundestag ist ein Erfolg. Doch auch bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht muss die Politik nun endlich zur Vernunft kommen. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet Beschäftigte im Gesundheitswesen, die in der Coronakrise unglaubliches geleistet haben, jetzt zur Aufgabe ihres Berufs genötigt werden, wenn sie sich aus unterschiedlichsten, persönlichen Gründen nicht impfen lassen wollen. Viele der “Experten” in Berlin haben offenbar keine Ahnung davon, wie hoch die Arbeitsbelastung in Krankenhäusern und Heimen wirklich ist. Statt mit einer unsinnigen Impfpflicht den Pflegenotstand zu verschärfen, braucht es endlich bessere Arbeitsbedingungen und bessere Löhne in der Pflege!
Keine Spekulation mit unserer Gesundheitsversorgung!
Spekulanten haben deutsche Arztpraxen als Renditeobjekte entdeckt: Nach Panorama-Recherchen gehören in Deutschland inzwischen mehr als 500 Augenarztpraxen internationalen Finanzfirmen. Die Folge: Immer mehr Patientinnen und Patienten werden nicht anständig behandelt sondern abgezockt, es mehren sich Fälle von Körperverletzung. Gesundheitsminister Lauterbach sollte sich folgenden Beitrag ansehen und endlich dafür sorgen, dass Arztpraxen nicht länger auf Profit getrimmt und an Investoren verhökert werden können.
Panorama: Spekulanten greifen nach Arztpraxen | Video der Sendung vom 07.04.2022 19:45 Uhr
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Sahra Wagenknecht. MdB | Platz der Republik 1 | 11011 Berlin | sahra.wagenknecht@bundestag.de