Profil anzeigen

Lockdown für Ungeimpfte? - Wie die Politik die Realität ausblendet

Revue
 
 

Sahra Wagenknecht

19. November · Ausgabe #169 · Im Browser ansehen

Das ist der Newsletter von Sahra Wagenknecht, MdB. Darin informiere ich über sozial- und friedenspolitische Themen – im Bundestag und im ganzen Land. Du erhältst jeden Donnerstag eine Aktionsmail mit Informationen und Vorschlägen zum Mitmachen.


Die Corona-Zahlen steigen, in vielen Krankenhäusern spitzt sich die Lage wieder zu - und der Politik fällt unverändert nichts Besseres ein, als Ungeimpfte zu schikanieren und aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Dabei erkranken auch immer mehr Geimpfte. Vor allem können auch sie sich infizieren und das Virus übertragen. Denn die Wirkung der Impfstoffe lässt leider viel schneller nach, als das noch vor einigen Monaten erwartet wurde. Genau darin liegt ein Hauptgrund für das hohe Infektionsgeschehen. Die 2G-Regel bringt deshalb nur scheinbar mehr Sicherheit. Sinnvoller wäre es, in Bars, Restaurants, Diskotheken und überall sonst, wo sich viele Menschen in engen geschlossenen Räumen aufhalten, alle zu testen. Vor schweren Verläufen schützt die Impfung zwar immer noch ganz gut - aber auch dieser Schutz lässt nach. Deshalb ist für Risikogruppen auch mit Impfung Vorsicht angebracht. In meinem Video der Woche spreche ich über das Märchen, dass die Ungeimpften an allem schuld seien, und darüber, wie die Politik damit vom eigenen Versagen ablenkt:

2G und Impfpflicht? Wie die Politik die Realität ausblendet
2G ist Scheinsicherheit
Seit anderthalb Jahren leiden wir unter der Corona-Pandemie. Die Politik hätte schon längst etwas gegen den Pflegenotstand tun können und müssen. Der Ausschluss von Ungeimpften aus dem öffentlichen Raum bietet dagegen nur eine scheinbare Sicherheit, denn auch Geimpfte sind Teil des Infektionsgeschehens. Mein Interview mit der Welt:
Sahra Wagenknecht zur heiklen Lage auf den Intensivstationen - Video - WELT Sahra Wagenknecht zur heiklen Lage auf den Intensivstationen - Video - WELT
Impfen oder Kündigung?
Impfen oder Kündigung? Statt für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen in der Pflege zu sorgen und die Risikogruppen durch flächendeckendes Testen zu schützen, diskutiert die Politik nun darüber, den Druck auf bestimmte Berufsgruppen durch eine Impfpflicht auf ein Maximum zu erhöhen. Dabei ist die Impfquote in diesen Berufen bereits sehr hoch, wie Ver.di und die GEW zurecht erwidern. Nicht wenige der Mitarbeiter in Pflege und Kitas dürften außerdem bereits genesen und damit sogar besser geschützt sein als Geimpfte. Ich finde: Pflegekräfte und Erzieher brauchen mehr Respekt, besseres Gehalt und würdige Arbeitsbedingungen statt noch mehr Druck und Zwang von oben.
Sahra Wagenknecht
#Impfpflicht: Es ist schäbig, die Helden der #Pandemie zu Sündenböcken zu erklären. Wann wird endlich zur Kenntnis genommen: Auch Geimpfte übertragen den Virus, weil die Impfwirkung innerhalb eines halben Jahres stark abnimmt. Einzige Lösung: alle testen. https://t.co/fA2Fwdnj0T
Solidarität mit den Streikenden
An vielen Kliniken sind in den letzten Tagen tausende Beschäftigte in den Warnstreik getreten. Wenn die Politik nicht endlich handelt und auf die Forderungen der Streikenden eingeht, wird sich der Pflegenotstand dramatisch zuspitzen. Seit Beginn der Pandemie haben rund 9000 Pflegekräfte ihrem Beruf den Rücken gekehrt. Kein Wunder: Trotz der gestiegenen Belastung durch die Coronakrise sind die Löhne des Personals in Kliniken und Heimen zuletzt kaum gestiegen - nur um 1,50 Euro brutto in zwei Jahren, wie das Statistische Bundesamt auf Anfrage meines Kollegen Dietmar Bartsch errechnet hat. Das ist beschämend wenig! Um Pflegekräfte zurückzugewinnen und so für dringend nötige Entlastung zu sorgen, braucht es Rückkehr- bzw. Einstiegsprämien für Pflegekräfte und ein deutlich höheres Grundgehalt.
Erneut werden Ärmere die Lastenträger sein
Wer höhere Steuern für Reiche ablehnt und an der Schuldenbremse festhält, sollte nicht von Aufbruch und Klimaschutz reden. Mein Kommentar in der FR über nötige Zukunftsinvestitionen und warum mit der Ampel neue Lasten für Ärmere und die Mittelschicht drohen
Sahra Wagenknecht zur Ampel-Koalition: Neuanfang geht anders Sahra Wagenknecht zur Ampel-Koalition: Neuanfang geht anders
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Zum Abbestellen hier klicken.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
Sahra Wagenknecht. MdB | Platz der Republik 1 | 11011 Berlin | sahra.wagenknecht@bundestag.de