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Corona: Empörungsrituale helfen nicht

Revue
 
 

Sahra Wagenknecht

4. November · Ausgabe #167 · Im Browser ansehen

Das ist der Newsletter von Sahra Wagenknecht, MdB. Darin informiere ich über sozial- und friedenspolitische Themen – im Bundestag und im ganzen Land. Du erhältst jeden Donnerstag eine Aktionsmail mit Informationen und Vorschlägen zum Mitmachen.


Die Impfdebatte erreicht immer absurdere Züge. Zwar sind selbstverständlich die Corona-Impfungen trotz der zunehmenden Durchbrüche nicht wirkungslos. Insbesondere für ältere Menschen spricht deshalb viel dafür, sich impfen zu lassen. Aber wenn fast jeder zweite Covid-19-Fall ein Impfdurchbruch ist und fast 40 Prozent der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern doppelt geimpft sind, dann ist es falsch, von einer „Pandemie der Ungeimpften“ zu sprechen und 2G-Maßnahmen zu propagieren. Auch die Abschaffung der kostenlosen Tests war ein folgenschwerer Fehler. Vor allem müssen wir endlich die verantwortungslose Politik beenden, die dazu geführt hat, dass unser Gesundheitssystem immer schneller überlastet ist! Es ist ein Skandal, dass wir nach anderthalb Jahren Corona noch weniger Intensivbetten, Pflegekräfte und Krankenhäuser haben als zuvor. Kliniken und Pflegeheime dürfen nicht länger kaputtgespart und privatisiert werden. Die neoliberalen Fallpauschalen müssen abgeschafft und Pflegekräfte entlastet und besser bezahlt werden. Mein Statement in der Talkshow von Anne Will am Sonntag:

Pflegenotstand überwinden statt Ungeimpfte schikanieren
Die komplette Sendung können Sie hier ansehen:
Anne Will: Steigende Neuinfektionen, Sorge wegen Impfskepsis - Hilft oder schadet mehr Druck auf Ungeimpfte | Video der Sendung vom 31.10.2021
Pharmakonzerne wollen Impfspenden verhindern
In der Talkshow von Anne Will wollte mich Herr Lauterbach darüber belehren, dass es normal sei, dass Pharmakonzerne für mögliche Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen von empfohlenen Impfungen nicht haften müssen. Damit nicht genug: Nun sollen auch noch Millionen Impfdosen vernichtet werden weil die Pharmakonzerne vertraglich offenbar das Recht erhalten haben, gegen eine Weitergabe überschüssiger Impfdosen an arme Länder ein Veto einzulegen. Eine derartige Unterwürfigkeit gegenüber der Pharmalobby finde ich unmöglich. Eine Pandemie wird sich nie besiegen lassen solange im Gesundheitswesen kommerzielle Interessen regieren und die Regierenden sich diesen Interessen bereitwillig unterwerfen.
Die Klimapolitik der Grünen ist sozial ignorant
Viele Menschen wünschen sich eine Politik, für die die Linke einmal gegründet wurde: Mehr sozialen Ausgleich, mehr Sicherheit und Zusammenhalt. Für eine solche Politik braucht es allerdings auch den Mut, sich mit mächtigen Wirtschaftslobbys anzulegen - und ausgerechnet von (Cum)Ex-Finanzminister Olaf Scholz ist das kaum zu erwarten. Statt Altersarmut durch Stärkung der gesetzlichen Rente zu bekämpfen, will die Ampel noch mehr Rentengelder den Launen der Kapitalmärkte ausliefern. Auch die Klimapolitik der Grünen ist sozial ignorant. Um so mehr braucht es eine starke Linke, die Verständnis hat für die Probleme eines Industriearbeiters, einer Reinigungskraft oder einer Rentnerin mit 800 Euro im Monat. Unsere Wähler müssen wieder spüren, dass uns die Verbesserung ihrer Lebenssituation wichtiger ist als unsere interne Meinungsverschiedenheiten. Mein Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland:
Sahra Wagenknecht (Linke): „Wer in seiner woken Blase lebt, verliert den Kontakt zur Breite der Gesellschaft“ Sahra Wagenknecht (Linke): „Wer in seiner woken Blase lebt, verliert den Kontakt zur Breite der Gesellschaft“
Wir brauchen mehr Empathie mit Benachteiligten
Man muss nicht arm sein, um gegen Armut zu kämpfen. Aber man sollte wenigstens Empathie, Mitgefühl mit Menschen haben, die andere Sorgen haben als sensible Sprache oder vegane Fleischersatzprodukte. Was uns in Teilen der Gesellschaft diskreditiert, ist der missionarische Eifer, das Rechthaberische, das Vorschreiben wollen. Eine linke Partei muss primär für all jene da sein, die Verzichtsdebatten als zynisch empfinden, weil ihr Leben schon seit Jahren härter geworden ist. Mein Interview mit der Zeitung Neues Deutschland:
»Wir brauchen mehr Empathie mit Benachteiligten«
Bus & Bahn müssen billiger & besser werden
Während Kanzlerin Merkel auf dem Weltklimagipfel in Glasgow schöne und folgenlose Reden hält wird hierzulande die Verkehrswende verspielt. Statt den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel durch niedrige Fahrpreise und eine Ausweitung des Angebots attraktiver zu machen, kündigen die meisten Verkehrsverbünde und auch die Deutsche Bahn zum Jahreswechsel höhere Fahrpreise an. Da die Spritpreise sogar noch schneller steigen, wird es für Ärmere also immer schwieriger, von A nach B zu kommen. So kann es nicht weitergehen! Die Menschen haben ein Recht auf Mobilität. Aus sozialen wie ökologischen Gründen muss die Politik endlich dafür sorgen, dass Bus & Bahn günstiger und attraktiver werden.
Sahra Wagenknecht
So wird das nichts mit der #Verkehrswende. Die #Preise für Bus & Bahn müssen sinken und gleichzeitig muss das Angebot deutlich ausgeweitet werden. Dazu sind massive öffentliche #Investitionen nötig, die es mit der #FDP bzw. der #Ampel wohl kaum geben wird.
https://t.co/BMILWvucdS
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