Profil anzeigen

BLNKID: Stulle, Comic-Konzert, Spitzentitel und Frauen in der DDR ... - Ausgabe #11

BLNKID: Stulle, Comic-Konzert, Spitzentitel und Frauen in der DDR ... - Ausgabe #11
Von Jens Stoewhase • Ausgabe #9 • Im Browser ansehen
Hello again! Heute gibt es etwas mehr vergeistigten Stoff, da ist eine Berliner Stulle mit mediterranem Flair vielleicht die passende Gegenposition. Denn womöglich strengt das viele Denken nach diesem Newsletter so sehr an, dass Ihr nur wenig Zeit für das Zubereiten von aufwändigen Mahlzeiten haben könntet.
Deshalb ein HOCH auf die Stulle!

STULLE WIE BROT!
Serviervorschlag schlecht fotografiert
Serviervorschlag schlecht fotografiert
Zutaten
Heute gibt es keinen Spargel. Heute gibt es die schnelle Stulle zum Wochenende. Hier in Berlin soll es am Sonntag so richtig warm werden. Da ist die mediterrane Stulle vielleicht das MUST HAVE für den Nachmittag auf dem Balkon oder im Park? Hier die Zutaten:
Brotscheiben
Olivenöl
Zucchini
rote Zwiebel
Aioli
Preiselbeermarmelade
Frischkäse
Parmesan
Salz & Pfeffer
Zubereitung
  1. Ich habe eine Zucchini mithilfe des Käseschneiders in dünne Scheiben geschnitten und anschließend in Olivenöl und mit Salz in der Pfanne angebraten.
  2. Danach folgte eine Scheibe guten Brotes und wanderte ebenfalls in die Pfanne.
  3. Die Brotscheibe wurde anschließend mit Frischkäse und Preiselbeermarmelade bestrichen, obendrauf gab es die die ausgekühlten Zucchinischeiben.
  4. Garniert wurde mit einem Klecks veganem Aioli, frisch geraspeltem Parmesan, roten Zwiebelringen sowie Salz und grobem Pfeffer.
Bonus: Eine Balsamico-Creme gibt noch einen frischen kontrastreichen Geschmackspunkt.
COMIC KONZERT
Der Pianist Itay Dvori hat womöglich ein neues Liveformat entwickelt. Er begleitet an die Wand projizierte Comics mit Klaviermusik und kreuzt so das Comic-Genre mit dem Stummfilmkino.
Ich habe dazu neulich nur ein Interview mit Itay Dvori im Radio aufgeschnappt und konnte mir das Konzept sehr gut vorstellen. Aktuell hat Dvori die Graphic Novel „Die Reise“ von Edmond Baudoin vertont. Auf seiner Webseite kann man sich einen Eindruck seiner Arbeit machen.
Da ich selbst ein Fan von Graphic Novels bin, hoffe ich, in naher Zukunft eines dieser Comic-Konzerte besuchen zu können.
DER BUCHTIPP
Ich bin kürzlich über die Videokolumne „Heidenreichs Spitzentitel“ von Elke Heidenreich bei Spiegel Online gestolpert. Die Autorin und Literaturkritikerin bespricht in der aktuellen Ausgabe das Buch „Trio“ von William Boyd. Und wie sie das macht, hat bei mir direktamente den Wunsch nach dem Buch generiert. Gehe wohl morgen in die Buchhandlung in meinem Kiez und werde es bestellen.
Gönnt Euch die knapp drei Minuten Video. Ich hab Frau Heidenreich dafür sehr gefeiert.
FRAUEN BEI DER DEFA
Ich komme immer mal wieder mit Frauen ins Gespräch, die in der alten Bundesrepublik sozialisiert wurden. In diesen Gesprächen kommt es gelegentlich zu dem Thema „Frauen in der DDR“. Oft, so scheint es mir, gibt es da bei vielen „Frauen aus dem Westen“ ein etwas verzerrtes Bild der „Frauen im Osten“. Da wird von mehr Emanzipation gesprochen etc. Ich finde mich dann immer mal wieder in der Rolle des Spielverderbers, der darauf verweist, dass die Frauen in der DDR womöglich gegenüber Frauen in der damaligen Bundesrepublik vereinzelt Vorteile hatten, ganz generell kann ich das nicht unterschreiben. Frauen wurden als notwendige Arbeitskräfte erachtet und intensiv in das berufliche Leben eingebunden, weil man sie so auch mit der eigenen Propaganda bespielen konnte. Die Frauen wussten jedoch mit der Zeit diese Situation für sich zu nutzen und haben sich dadurch womöglich wichtige Themen erkämpft. Aber eben erkämpft, nicht von einer durch Männer gestellten Regierung, Parteileitung oder Kombinatsführung freiwillig erhalten.
Die Doku „Petticoat und Planerfüllung - Frauen im DEFA-Film“ zu Frauen und ihren Rollen in den Filmen der DDR ist vielleicht ein Beitrag, der mal beleuchtet, wie das Thema Frau in den DDR-Massenmedien zum Wohlwollen der Partei gespielt wurde bzw. gespielt werden musste.
BONUSTRACK
WAS WÄRE WENN wir die Dokumentationen über die ach so starken und visionären Kriegsherren, Kaiser und Könige mal nicht so stricken, dass die Typen immer als große Helden dargestellt würden?
Warum ich auf diesen Gedanken komme? Aufgrund weniger Adeliger wurden Jahrtausende Kriege geführt, in die unzählige Millionen von Menschen geschickt wurden, die starben, als Krüppel zurückkehrten oder eh schon unter schlechten Lebensbedingungen litten. Diese Menschen konnten es sich nicht aussuchen, ob und für wenn sie in den Krieg zogen. Im Zwiefel schlachteten sie in ihrem kurzen Leben auch nur andere Menschen ab, die ebenfalls keine freie Wahl hatten.
In den letzten fünf Jahren – also auch dank der #MeToo-Debatte – wurde mir beim Schauen von Dokumentationen immer deutlicher, wie viele TV-Beiträge es eigentlich zu Kriegsherren, Kaisern und Königen gibt, in denen vorwiegend Wissenschaftler zu Wort kommen, die die strategischen Fähigkeiten etc dieser Männer hervorheben und „einordnen“. Sie ordnen jedoch nur in männlichen Kategorien ein. Klar, weil in den Dokus viel zu selten Wissenschaftlerinnen zu Wort kommen. Warum eigentlich?
Ich erwische mich jedenfalls immer häufiger dabei, wie ich bei solchen Dokus entnervt wegschalte: keine weibliche Sicht, Glorifizierung von Gewalt und der meist unkritische Umgang damit, dass für die ach so tollen Hechte Millionen Menschen starben und/oder litten.
Und da muss ich nicht mal Feminist sein. Aus reinem Interesse als halbwegs intelligent seiender Mensch will ich endlich mehrere Sichtweisen hören, unterschiedliche Perspektiven erfahren und mir damit auch ein eigenes Bild machen können. Und gleichzeitig gibt es noch einen ganz banalen Punkt: Wie die Menschen unter den Entscheidungen ganz weniger leben und leiden mussten, würde auch die Wirkung dieser Entscheidungen aufzeigen und ein viel differenzierteres Bild über die sogenannten großen Persönlichkeiten und ihre Taten zulassen.
Habt Euch lieb! Jens
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Jens Stoewhase

BLNKID – Ein persönlicher Newsletter mit 1 Rezept, 1 digitaler Kunst, 1 Tipp und 1 Musikempfehlung.

Zum Abbestellen hier klicken.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
Jens Stoewhase, Dolziger Str. 17, 10247 Berlin