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BLNKID: Spargel, Raubkunst, Rotalgen und wieder großer deutscher Hiphop - Ausgabe #10

BLNKID: Spargel, Raubkunst, Rotalgen und wieder großer deutscher Hiphop - Ausgabe #10
Von Jens Stoewhase • Ausgabe #8 • Im Browser ansehen
Sorreyyyyy, da müsst Ihr jetzt durch. Ja, es gibt schon wieder Spargel in dieser Ausgabe – immerhin der Zehnten. Dieses Mal im Doppelpack: grüner und weißer Spargel. Oder auch: die Traumkombi.
Ansonsten hab ich Euch noch etwas zu Rotalgen, Raubkunst und dem wieder wunderbar großartigen deutschen Hiphop in die Wundertüte gepackt. Als Bonus gibt es als Dessert zuckersüßen Pop und eine neue TV-Sendung zum Schabbat.
Ich wünsche beste Lektüre.

SPARGEL, PAK CHOI, SPARGEL, HALLOUMI
Zutaten
Grüner Spargel
Weißer Spargel
Pak Choi
Halloumi
Sahne
Parmesan
Butter
Schalotte
Zubereitung
Spargel ist gesund, Spargel ist mein liebstes Gemüse. Und weil ich es nur in der Saison und aus Deutschland esse, muss ich Euch leider noch weitere Spargelrezepte angedeihen lassen. Die frohe Kunde für Genervte: Spätestens am 24. Juni ist die Saison beendet. Und bidde!
  1. Vom Pak Choi die grünen Blätter abschneiden. Den weißen Spargel schälen, dann mit grünem Spargel in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Parallel schon mal Wasser im Wasserkocher aufsetzen.
  2. Schalotte in klein würfeln, anschließend in ausgelassener Butter in der Pfanne anschwitzen bis die Butter braun ist; schließlich mit der Sahne „ablöschen“ und beiseite stellen.
  3. Den eigentlichen Pak Choi ebenfalls in schmale Streifen schneiden.
  4. Olivenöl im Wok erhitzen, Pak Choi, weißen und grünen Spargel mit etwas Salz dazu. Alles so weit anbraten, bis die passende Bissfestigkeit des Spargels erreicht ist.
  5. Parallel den in Streifen geschnitten Halloumi in einer weiteren Pfanne anbraten.
  6. Kurz vor dem Servieren noch mal die Sauce erhitzen und den Parmesan einrühren. Mach ich immer erst kurz vor dem Servieren, ansonsten klumpt der Käse bei mir leider.
  7. Sauce in den Wok geben. Jetzt kurz die Pak Choi Blätter blanchieren, im Anschluss auf einem Teller ausbreiten. Spargel mit Sauce drauf und obendrauf den Halloumi.
Mein kleiner fancy Trick bei der Sauce: Ich rühre da immer noch einen guten Spritzer Zitronensaft ganz kurz vor dem Servieren unter.
RAUBKUNST GEHT ZURÜCK NACH NIGERIA
Ich habe mir für diesen Newsletter vorgenommen, möglichst positive Narrative zu bedienen. In Sachen Kunst hab ich da in dieser Woche eine gute Nachricht gefunden. KulturpolitikerInnen und MuseumsexpertInnen haben sich endlich dazu durchgerungen, die Benin-Bronzen an Nigeria zurückzugeben.
In den letzten Jahren wurde bereits viel in der Kunst- und Kulturszene über den Umgang Raubkunst diskutiert. Dabei ging es zunächst überwiegend um Kunst, die von den Nazis geraubt wurde und die heute noch in zu vielen Museen hängt, obwohl Nachkommen der Opfer des Nationalsozialismus sie längst zurückgefordert haben. Im Zuge dieser Forderungen geht es inzwischen vermehrt um Provenienzforschung, also um die Recherche zur Herkunft bzw. der Biographie eines Kunstwerkes und seiner BesitzerInnen.
Mit der immer breiteren Diskussion um die Folgen des Kolonialismus und der Verantwortung der westlichen Welt rückte auch antike Kunst in den Fokus. Immerhin wurden viele der weltweit ausgestellten antiken Kunstwerke durch westliche Forscher, Entdecker und koloniales Personal aus den unterworfenen Kulturen einfach mitgenommen. Inzwischen wird dieser Prozess durchaus als Raub betrachtet. Die Benin-Bronzen sind solche Beutekunst, die durch das britische Kolonialreich aus dem heutigen Nigeria als Beutekunst nach Europa und in die USA gebracht wurden.
ROTALGEN
Ich habe zwar keinen Buchtipp für Euch, aber einen Lesetipp. Habt Ihr gewusst, dass man Rotalgen vor Koreas Küste züchtet. Wir kennen sie meist als Algenplätter, die man für einige Sushi-Varianten nutzt. In Korea ist die Rotalge wohl generell eine übliche Speisepflanze. Nach dem Lesen dieses Textes habt Ihr sicherlich etwas dazugelernt. Gern geschehen. ;-)
DEUTSCHER HIPHOP IST ZURÜCK
Heute ist großer Release Day! Da wäre das Album „Hinüber“ von der Musikerin, Sängerin und Produzentin Mine. Aber Mine steht hier nicht nur zuerst, weil sie eine Frau ist. Sie steht zuerst hier, weil sie bei den nachfolgenden Musikern auf deren Alben auch mitgemischt hat.
Das Album von Fatoni & Edgar Wasser „Delirium“ kommt zwar erst in der nächsten Woche. Die Herren haben trotzdem noch eine Single heute gedroppt – „Das Leben Ist Dumm“ mit schönem Video. Bei diesem Track war u.a. Mine als Produzentin dabei. DASS Mine hinter so vielen coolen Songs steht, das haben die KollegInnen vom Diffus-Magazin schon vor zwei Jahren aufgedeckt. Für die persönliche Recherche sei hier das siebenminütige Video dazu empfohlen.
In Summe könnte man also schon mal sagen: Deutscher Hiphop ist mit gutem Material und guten KünstlerInnen zurück.
Und dann gibt es da noch den Nachwuchs. Der Hutmacher macht gerade seine Schule fertig in Berlin und ist Hörer eines meiner Podcasts. In „Funkloch embedded – Onkel zwischen Tour und Angel“ spreche ich unregelmäßig mit dem Drummer und Produzenten Onkel über seine Arbeit als Profimusiker. Und so soll dem Hutmacher bei einer unserer Episoden in der Pandemie die Erleuchtung zu einem Text gekommen sein. Und jetzt ist der Track da. Auch er erschien heute. Und er lässt mich erahnen, dass es auch in der Generation U20 wieder Menschen gibt, die Wert auf ordentliche Textarbeit setzen. Den Song „Off“ kann man u.a. bei Spotify hören. Und natürlich fühle ich mich geehrt, wenn mir Leute schreiben, dass sie mein Tun inspiriert hat. Was kann man sich auch Größeres wünschen?
BONUSTRACK
Katy Perry hat ihre World Tour 2014/2015 in einem Konzertfilm verarbeitet. Ich mochte immer den überbordenden Pomp, den Frau Perry versprüht hat. Wenn ich dachte, mehr Candy geht nicht, dann gab es von ihr noch eine Doppelkelle Nachschlag. Und weil heute eigentlich Walpurgisnacht ist und man heute ganz eigentlich in den Mai tanzen würde, möchte ich Euch diese Stunde Pop gönnen und wünsche mir, dass Ihr Hüften schwingend durch Eure Wohnungen, Häuser und Gärten tanzt.
Und weil heute auch ein ganz normaler Freitag ist, hab ich auch noch diese TV-Empfehlung: „Freitagnacht Jews” / Schabbat mit Daniel Donskoy“. Kontrovers, provokant, aber mit Sinn für Humor: Seit dem 23. April 2021 lädt Schauspieler und Musiker Daniel Donskoy jeweils freitags Gäste zum Dinner und Diskurs ein. „,Freitagnacht Jews‘ liegt thematisch zwischen Antisemitismus und Hühnersuppe“, sagt Gastgeber Daniel Donskoy. Besser hätte ich es auch nicht zusammenfassen können. Ich schau es gern in der Mediathek der ARD und lerne immer ein Stück mehr über das Judentum in Deutschland.
Habt Euch lieb! Jens
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Jens Stoewhase

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