BLNKID: Schon wieder Nudeln, Techno-Trallala, Sandra Hüller, heute keine Termine lieber Elefant

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BLNKID: Schon wieder Nudeln, Techno-Trallala, Sandra Hüller, heute keine Termine lieber Elefant
Von Jens Stoewhase • Ausgabe #2 • Im Browser ansehen
Freitach isn juter Tach!
Und damit ein locker-flockiges „Hallo!“ zum Freitagabend. Eigentlich wollte ich ja auf den Donnerstag gehen mit dem Newsletter, aber manchmal is eben anders, ne?! Nach intensiven Diskussionen mit me, myself and I kam ich zu dem Schluss: Freitach isn juter Tach! So kann ich Euch auch mit noch ruhigerem Gewissen schöne Links und Empfehlungen zum Wochenende andrehen.
Und damit wünsche ich Euch eine feine Lektüre.
Have fun – Jens

LINGUINE MIT SPINAT-KÄSE-SAUCE
Serviervorschlag
Serviervorschlag
Zutaten
Für 4 Personen habe ich benötigt:
  • 500 g Nudeln
  • 500 g TK-Blattspinat (gern angetaut)
  • 2 Packungen Milkana Alpenpur (Schmelzkäse mit sehr reduziertem Phosphatanteil)
  • 200 ml Sahne
  • 200 g geriebenen Parmesan
  • Butter
  • 500 ml Brühe / Gemüsefond
  • 1 Schalotte
  • Knoblauch
  • Salz / Pfeffer
Zubereitung
Pasta ist ja nie ein falsche Idee. Ob einfach oder eher so Etepetete ist egal. Und spätestens wenn man auf ein einfaches Rezept noch mal nen Spritzer Trüffelöl gibt, dann ist das plötzlich ganz größe Gourmetküche …
Jetzt aber zu unserer Spinat-Käse-Pasta, die ich hier in der schnellen unkomplizierten Version präsentieren möchte.
  1. Schalotte schnippeln, Knoblauch pressen. Beides in Butter so anschwitzen, dass nichts braun wird und im besten Falle glasig bleibt. Nun die Brühe oder den Fond dazugeben und kurz aufkochen.
  2. Nudeln kochen: Ich mag ja – wie bereits erwähnt – Linguine. Ist aber wurscht, kocht was Ihr wirklich gern esst!
  3. Im Anschluss den Schmelzkäse in der Flüssigkeit bei schwacher Hitze auflösen, die Sahne und den Spinat dazu und sachte erhitzen.
  4. Meine Empfehlung: Die Sauce mit den Nudeln in einem Wok zusammenführen, den Parmesan unterühren und dann erst Servieren.
Und wenn Ihr jetzt auf Haute Cuisine machen wollt, dann hobelt Ihr eben noch ein paar Gramm Trüffel drüber. ;-) Alternativ tut es jetzt auch noch ein wenig Salz und Pfeffer.
TECHNO-TRALLALA – SOLL DAS KUNST SEIN?
Arschloch, Vollidiot, Genie – ich glaube, wenn ich Jonathan Meese richtig verstanden habe, dann ist der Maler und Performance-Mensch irgendwie alles davon. Auf jeden Fall kann er sich bzw. wird er sehr gut vermarktet – glaube ich.
Und genau der Verdacht von plumper Vermarktung kommt bei mir auf, wenn Meese sich mit Techno-Altmeister DJ Hell ins Tonstudio einschließt und dann ein Album im Nachgang daraus wird, das mich schon beim ersten Hören beschließen lässt: Never again! Da wird auf Albumlänge ein Techno-Geplömmel an den Start gebracht, bei dem ich mir denke: Alter, den Quatsch kann ich auch. Mit dem Unterschied – ich denke mir das, Meese und Hell machen es und finden mit Buback auch noch ein Label, das den Kram in die Streamingportale drückt. Warum ich das Thema dann hier überhaupt aufgreife? Keine Ahnung, vielleicht weil ich so wieder einen Ausgleich zu den restlichen, sehr überschwänglichen Zeilen dieses Newsletters schaffe.
IN DEN GÄNGEN
Ich bin ja ein großer Fan der kleinen deutschen Filme. Deutsch – nur weil ich mich mit internationalem Kino kaum auskenne. Aber ist auch egal jetzt. Ich liebe diese kleinen Filme.
Und genau solch einen hat mir meine Herzensdame kürzlich serviert. „In den Gängen“ ist von Thomas Stuber und eine Art Episodenfilm. Das Ganze basiert auf einer Kurzgeschichte von Clemens Meyer.
Ein junger Mann namens Christian startet mit seinem neuen Job in einem Großmarkt in der ostdeutschen Provinz. Er, der im Gang für die Getränke arbeitet, entdeckt seine „Miss Süßwaren“ Marion und beide sind schüchtern, wenn es um die Liebe geht. Sie hat ihre Gründe, obwohl sie doch irgendwie diese zarte Liaison forciert, er ist einfach sehr sehr unbeholfen und nahezu schweigsam. Und dann ist da noch die Belegschaft des Marktes, die nahezu liebevoll Anteil an dem eventuellen Glück nimmt. Das könnte jetzt schon reichen – für solch einen kleinen deutschen Film, der oftmals seine ProtagonistInnen an einem Punkt aufgreift, eine Zeit lang begleitet und dann wieder allein lässt. „In den Gängen“ ist dann aber auch noch Bruno, der Christian mit Ruhe, Geduld und Warmherzigkeit bei den Getränken unter seine Fittiche genommen hat …
Mehr will ich gar nicht anteasern. Die Story ist nachvollziehbar. Die Erzählweise ist grandios. Anstatt dem „Liebespaar“ GegenspielerInnen entgegen zu setzen und die erwartbare Häme und Kälte aus dem Umfeld zu erzählen, wird hier genau das Gegenteil erzählt: Ob Marktleiter oder KollegInnen – man nimmt Anteil an dem Verlauf der Romanze.
Großartig besetzt bis in die kleinen Rollen, erzählt dieser Film in Ruhe, gut aufgebauten Bildern und Details eine Momentaufnahme aus dem Leben. Mit Sandra Hüller, Franz Rogowski und Peter Kurth werden die drei Hauptrollen von extrem guten SchauspielerInnen verkörpert. Mit „Toni Erdmann“ spielte sich Hüller in mein Filmherz, Peter Kurth hab ich erst durch die sonst doofen ersten beiden Staffeln „Babylon Berlin“ für mich entdeckt. Er spielt „In den Gängen“ so zärtlich, ich hätte niederknien können. Und Franz Rogowski, der im für mich besten One-Take-Film „Victoria“ schon wunderbar war, liefert in diesem Film so wortkarg eine tragende Figur, wie ich es selten gesehen habe.
Kurz: Wer „Toni Erdmann“ aushalten konnte, die oder der sollte auch „In den Gängen“ schauen. Aber haltet Tempos bereit, wird auch traurig.
HEUTE KEINE TERMINE LIEBER ELEFANT
Auch ein Grund, warum ich auf Freitag mit dem Newsi umziehe: Es gibt freitags neue Musik. Und heute gibt es gleich zwei Singles von sehr sehr coolen Frauen.
Fritzi Ernst war die eine tragende Hälfte von „Schnipo Schranke“, die ich als Band schon sehr gefeiert habe. Irgendwann 2018 oder 2019 hat es die Musikgruppe leider zerschossen. Ihre beiden Alben „Satt“ und „Rare“ kann ich trotzdem nur lobend erwähnen.
Jedenfalls ist Fritzi Ernst zurück und veröffentlichte heute mit „Keine Termine“ wieder beim Buback-Label. „Ich liebe die Routine – jeden Tag keine Termine“ könnte hier und da auch ein wirklich passender Soundtrack für die Generation HomeOffice zur Pandemie sein. Ich mag das Video und diesen obsessiv gespielten Dilettantismus >>
Ich feier Mine ja eh. Die Sängerin hat mir aktuellen deutschen HipHop wieder erschlossen, weil ich durch ihre zahlreichen Kollabos auf Leute wie Fatoni überhaupt erst aufmerksam geworden bin. Mine liefert nun die nächste Single zum kommenden Album. Soundtechnisch brauche ich noch etwas, bis ich ganz warm bin mit dem Song, der sehr an die 80ies und auch an die jüngst implodierten Daft Punk erinnert. „Elefant“ ist trotzdem gut und wieder mal ein Beziehungsding, das aber eben nicht so stumpf um die Ecke kommt, wie es sonst viel zu oft passiert. Das Video – ich liebs schon jetzt – allein wejens der Kostüme >>
BONUSTRACK
Nun hab ich Euch hoffentlich etwas Content für Augen, Ohren und Mund zukommen lassen und dann hab ich da doch noch einen kleinen Hörhinweis für den Montagabend. Der sehr wunderbare Johnny Haeusler macht wieder Radio. Die BerlinerInnen könnten ihn von Radio Fritz oder FluxFM kennen.
Johnny hat vor wenigen Wochen im gut gehypten „Clubhouse“ mit dem kleinen Sendeformat „Radio Spreeblick“ begonnen und die Audio-App zum Radio umfunktioniert. Das war soundtechnisch echtes Kofferradio aus den 80ern, aber mit der Zeit und etwas Recherche sattelte er auch bei Mixcloud mit einem Livestream auf. Da kann man ihn jetzt montags – bis auf Weiteres – ab 20.15 Uhr hören. Es ist das, was man hier in Berlin eine klassische Radiosendung am Abend nennen kann. Gute Musik, Anekdoten, Querverweise und ein paar Spezialitäten, wie besonders gelungene oder auch misslungene Coverversionen. Ich liebs – schon weil ich ein Radionerd bin. Und ich freue mich auf die wärmeren Abende, an denen man montags mit den Kopfhörern auf den Ohren durch den Berliner Abend läuft und nebenher noch auf Mixcloud mit Moderator und HörerInnen zu den Songs und Anekdoten chatten kann.
Was übrigens sehr cool ist: Mixcloud hat einen Deal mit der Gema. Damit ist es legal, das eigene kleine Webradio über diese Plattform zu betreiben. Go for it – macht alle Radio, wenn ihr schon keine Bücher schreibt! ;-)
Habt Euch lieb! Jens
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Jens Stoewhase

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