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BLNKID: Linguine & Lachs, Berlinale, Berlin-Thriller, Madonna - Ausgabe #3

BLNKID: Linguine & Lachs, Berlinale, Berlin-Thriller, Madonna - Ausgabe #3
Von Jens Stoewhase • Ausgabe #1 • Im Browser ansehen
Und da ist die Nummero 3. Es gab bereits erste Rückmeldungen, dass ich den Newsletter hätte gestern, am Dienstag, liefern sollen. Richtig. Aber eigentlich will ich mit dem Newsletter gern auf den Donnerstag. Und deshalb kommt diese Ausgabe am Mittwoch, weil ich Euch so Stück für Stück in Richtung Donnerstag gewöhnen kann. Der Donnerstag passt für mich einfach besser in den Produktionsfluss. Man hat ja schließlich auch noch Familie …
Wünsche gute Lektüre – Merci & Gruß - Jens

LINGUINE MIT TOMATE & LACHS & FELDSALAT
Zutaten / Pasta
500 g – Linguine
600 g – Lachsfilet
1 Dose Passata
1 Dose Pizzatomaten
1 Stange Staudensellerie
Knoblauch, Schalotte
Frühlingszwiebel
Sojasauce
Butter
Brühe oder Gemüsefond
Speisestärke
Zubereitung Suppe
Bei uns ist Samstag eigentlich immer Pastatag. Im besten Fall hole ich dafür die frischen Nudeln entweder vom Friedrichshainer Markt am Boxi oder aus der Kreuzberger Markthalle 9. Frische Nudeln gaukeln mir so schön das mondäne Leben vor. Der Musiker Toni Mahoni würde da von wunderbarem Selbstbetrug sprechen. Macht nüscht!
Linguine sind meine Lieblingsnudeln. Und die Variante mit Lachs ist einfach, schnell und lecker. Ich empfehle Lachsfilet aus zertifizierter Fischzucht.
Und bitte:
  1. Knoblauch durch eine Presse geben und mit Zucker und Salz 10 bis 15 Minuten marinieren, zum Schluss einen Schluck Sojasauce dazu.
  2. Staudensellerie und Schalotte klein würfeln, zusammen in Butter anschwitzen, mit Brühe oder Fond ablöschen und kurz aufkochen, anschließend einreduzieren lassen.
  3. Passata und Pizzatomaten und den marinierten Knoblauch dazugeben, nur kurz aufkochen und dann langsam auf kleiner Flamme köcheln.
  4. Die Nudeln aufsetzen und bis zur persönlich favorisierten Bissfestigkeit garen.
  5. Das Fischfilet auf der Hautseite anbraten und dann nur noch kurz auf der aufgeschnitten Seite braten, der Fisch sollte Innen noch roh sein. Ich nehme dann die Hälfte des Filets und schneide es in kleinere Würfel, die ich direkt in die Tomatensauce gebe. Die andere Hälfte des Filets schneide ich in fingerdicke Scheiben, wälze sie in Speisestärke und brate sie kurz von allen Seiten an. Kurz bevor ich sie aus der Pfanne nehme, gebe ich noch einen Schuss Sojasauce dazu. Quasi eine Art Ablöschen.
  6. Vor dem Servieren gebe ich noch die in dünne Ringe geschnippelte Frühlingszwiebel in die Tomaten-Lachs-Sauce. Das sorgt noch mal für etwas Kontrast im Geschmack. Meist schmeiße ich die Nudeln direkt in die Sauce, bevor ich serviere. Dieses Mal hab ich sie aus unerfindlichen Gründen separat auf dem Teller angerichtet.
Für die Zubereitung meiner Pastasaucen nutze ich in den meisten Fällen einen Wok. Das hab ich mir bei dem italienischen Nudelstand in der Markthalle abgeschaut. Spätestens wenn man Nudeln in die Sauce geben will, macht sich das sehr praktisch.
Zutaten / Feldsalat
Feldsalat
2 Teile – Olivenöl
1 Teil – Mirin
2 Teile – Reisessig
2 Teile – Sojasauce
Sesam
Zubereitung Feldsalat
Schmeiß einfach die jeweiligen Anteile für die Sauce zusammen, rühre gut durch. Den Sesam kann man gern noch vorab rösten, bringt noch mal richtig Geschmackstralalala – mag ich sehr. Auf dem Teller den gewaschenen Feldsalat anrichten, Sauce und Sesam drüber. Ferddich.
BERLINALE le le le
Ich war noch niemals auf der Berlinale. Ich gehe auch gar nicht so oft ins Kino. ABER ich höre gern zu, wenn über Kino gesprochen wird. So hab ich es immer sehr genossen, wenn mir meine Frau die Kinofilme nacherzählte, die sie gerade eben im Kino gesehen hatte – lange vor der Pandemie.
Ich habe mich sogar bei einigen (ich glaube, es waren fünf) Kurzfilmproduktionen der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf als Setaufnahmeleiter ausprobiert.
Und ich liebe die Samstagssendung „12 Uhr mittags – Das Filmmagazin“ bei unserem Berliner „Radio Eins“. Zur Berlinale gibt es mit dem Moderator Knut Elstermann jeweils Sondersendungen mit zahlreichen Interviews und Kritiken direkt an den Abenden auch unter der Woche. Und so weiß ich oft viel über Filme, ohne sie gesehen zu haben.
Der Kinokritiker Knut Elstermann und seine Kollegin Anke Leweke moderierten sich auch dieses Jahr durch eine digitale Berlinale. Das Interview mit Radu Jude, dem Regisseur der rumänischen Satire „Bad Luck Banging or Loony Porn“, habe ich in der Berlinale-Woche selbst gehört. Und schon da war sich Elstermann über die Favoritenrolle dieses Films bewusst. Nun gewann dieser Film den Goldenen Bären der Berlinale und wir können nicht ins Kino gehen, um diesen Film in Kürze zu sehen. Aber Ihr könnt das Interview dank digitaler Medien nachhören und Euer eigenes Kopfkino starten radioeins.de >>
Warum ich ausgerechnet dieses Interview zu diesem Film ausgewählt habe? Weil es um Sexualität geht, unseren oft verlogenen Umgang mit Pornographie und weil das Interview mir ein ganz spannendes Kopfkino – jenseits des Themas Sex – geliefert hatte. Vielleicht funktioniert das bei Euch ja auch?
DER LIBANESE
Meine Herzensdame hat mir dieser Tage ein Buch geschenkt. Der Impuls kam wohl durch diese Besprechung bei SpOn. Autor Clemens Murath soll mit „Der Libanese“ einen harten Krimi vorgelegt haben, der den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Berlin-Krimis rund um den LKA-Ermittler Frank Bosman liefern soll. Ich selbst hatte die gleiche Besprechung bei SpOn gelesen und war mir nicht sicher, ob mir das Buch wirklich Spaß bringen würde. Immerhin kann man den Verdacht hegen, die Krimis rund um hartgesottene Polizisten mit schrägem familiären Hintergrund und Drogenproblemen seien nicht mehr zeitgemäß. Da ich meine Frau jedoch zu einer der stabilsten Feministinnen zähle, will ich mich gern diesem Buch widmen.
Was jedoch ebenfalls interessant für mich ist: Clemens Murath ist eigentlich Drehbuchautor für recht kartoffelige TV-Krimireihen, wie „Kommissariat Istanbul“, „Helen Dorn“ oder „Der Kriminalist“. Vielleicht zeigt sich mit seinem Debütroman auch, wie cool deutsche TV-Krimis eigentlich sein könnten, wenn sie nicht von handzahmen TV-RedakteurInnen und zu wenig Budget ausgebremst würden.
Womöglich gibt es dann einige Newsletterausgaben später ein Review zum Buch. Schaumermal …
PS: Hier gleich noch ein Tipp, denn im Sommer 2021 soll bereits der dritte Thriller von Yassin Musharbash erscheinen. Hauptberuflich ist Yassin einer der leitenden Redakteure beim Rechercheteam der Zeit. In seinen beiden Büchern „Radikal“ und „Jenseits“ dreht es sich um Extremismus und deutsche Ermittlungsbehörden – mal eben so ganz ganz grob zusammengefasst. Und weil ich weiß, dass Yassin viel darüber weiß, wie es hinter den weißen Kulissen der deutschen Geheimdienste und Ermittlungsbehörden aussieht, finde ich die Geschichten um so gruseliger und packender.
Klare Leseempfehlung. Jetzt wäre noch genügend Zeit, die beiden ersten Bücher zu besorgen und zu lesen, dann wäre man noch rechtzeitig für den dritten Roman einsatzbereit ist.
MADONNA
Anfang 1987 erschien Madonnas Single „La Isla Bonita“. Als ich die ersten Male diesen Song im Berliner Westradio (entweder bei RIAS 2 oder beim SFB) hörte, da war ich also 11 Jahre alt. Neben den damaligen Hits von Modern Talking, ist es wirklich Madonnas Insel-Song, an den ich mich aus meiner Kindheit in Ostberlin erinnere.
Am Montag war internationaler Frauentag und beim Berliner Radio FluxFM stellten Musikerinnen u.a. die jeweilige Künstlerin vor, die sie wirklich nachhaltig beeinflußt hat. Deshalb stellte ich mir die Frage, welche Musikerin mich maßgeblich beeinflußt hat. Und so kam ich auf Madonna.
Ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass Madonna mein Bild von Frauen nachhaltig prägte. Sie wirkte auf mich schon damals selbstbewusst. Und über die Jahrzehnte wurde auch klar, dass sie sich nicht nur als Interpretin sondern auch als Musikerin und Geschäftsfrau gesehen und entwickelt hat. Stück für Stück nahm sie ihre Arbeit als Künstlerin in die eigenen Hände, gründete ihr eigenes Label Maverick zum Beispiel. Dort erschienen nicht nur ihre eigenen Alben sondern auch lange Zeit u.a. die von Alanis Morissette, Muse, The Prodigy oder den Deftones. Sie baute also eine Plattform für anderen KünstlerInnen. Darüber hinaus erkannte sie schon früh den Wandel in der Musikindustrie. 2007 wechselte sie mit einem riesigen Deal zum Rundumvermarkter Live Nation. Der ist zwar nicht unumstritten, aber aus der Perspektive einer Küntslerin sehr clever: 2007 hätte vielen Leuten in der Musikindustrie längst klar sein müssen, dass das große Geld in der 360-Grad-Auswertung von Musik steckt. Das ist zwar unramontisch, war aber notwendig, wenn man sieht, dass heute das dicke Geld in der Verwertung von Musikrechten, Merchandise und Liveauftritten steckt.
Und ja, da waren auch die häufigen Imagewechsel der Sängerin Madonna. Sie waren mit Sicherheit immer ein wichtiger Bestandteil der jeweiligen Vermarktungsstrategien für neue Alben. Gleichzeitig hat sie auch Geschlechteridentitäten infrage gestellt. Sie hat sich selbst ermächtigt, in einer von Männern dominierten Industrie ihren Weg selbst zu wählen.
Mich hat all das immer wieder getriggert. Mal als Teenager, der selbst auf der Suche war; mal als Mann, der damit jeweils konfrontiert war, dass ihm die eigenen Vorurteile vorgeführt wurden.
BONUSTRACK
Es braucht auch noch etwas Frisches zwischen die Ohren. Für mich liefert das gerade der Berliner Multiinstrumentalist und Sänger BRKN. Mit dem neuen Track „Jede Nacht“ schiebt er die Promo zu seinem dritten Album an. Ich durfte Berkan als Support-Act von Alligatoah auf und hinter der Bühne kennenlernen. Mir war schnell klar, der ist eigentlich eine Art Wunderkind des Deutschrap – wahnsinnig musikalisch, mit sehr feinen Texten unterwegs und damit auch immer ein Stück zu intellektuell für die Szene und das Publikum. Gleichzeitig passte die Platzierung als Support-Act von Alligatoah ganz gut, den ich selbst immer als Gymnasial-Rapper bezeichne. Alligatoahs Texte und Shows sind mit so viel Doppelbödigkeit ausgestattet, das erfordert volle geistige Aufmerksamkeit.
Der Sound der aktuellen Single von BRKN ist geprägt von Chemo-Beats. Das finde ich etwas schade, verstehe aber den Ansatz. Man kann sich auch weiterentwickeln und für den Erfolg mal eine Scheibe Mainstream drauflegen. Finde ich okay. Denn machen wir uns nix vor: Von Musik leben kann man nicht durch ramotnisches „ich bleibe bei mir“ sondern durch Erfolg. Mal erreicht man den mit Kompromisslosigkeit, ganz oft eher durch verstehen von Trends und einem passenden Track dazu.
Anyway – BRKN ist zurück. Ich empfehle Euch auch die beiden bisherigen Alben: Kauft meine Liebe (2016) und Einzimmervilla (2017). Der Typ hat viel Seele.
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Jens Stoewhase

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