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BLNKID: Anspargeln, Stricken, Kitchen-Disco und so ... - Ausgabe #7

BLNKID: Anspargeln, Stricken, Kitchen-Disco und so ... - Ausgabe #7
Von Jens Stoewhase • Ausgabe #5 • Im Browser ansehen
Guten Abend,
hier kommen wieder ein paar Leckereien für Euch, die Euch das Wochenende etwas angenehmer gestalten sollen. Ihr könnt z.B. Sophie Ellis-Bextor wiederentdecken, die Toten von Marnow zählen, einer Westberliner Modeikone huldigen und einer Albumpremiere beiwohnen. Ich möchte jedoch mit einem schnellen Gericht zum Anspargeln einsteigen.
Und bitte!

SPARGEL-HALLOUMI-DÖNER – oder so ...
Zutaten
Bei uns haben diese Mengen locker für drei Portionen gereicht:
250 g grüner Spargel
200 g Halloumi
1 Fladenbrot
2 Zwiebeln
Sojasauce
Mandelsplitter
Joghurt
Zitrone
Honig
Zubereitung
Die Zeit des Spargels ist gekommen und in unserer Familie sind drei von vier Mitgliedern very addicted. Und natürlich ist Spargel sehr teuer, ich hab im Rewe-Markt tatsächlich das Kilo für 29,99 Euro gesehen. Das ist mit hoher Sicherheit auch gerechtfertigt. Aber ehe ich mich der Beschaffungskriminalität schuldig mache, weiche ich auf den in Deutschland deutlich günstigeren grünen Spargel aus. Vorteil: Er lässt sich noch schneller verarbeiten und sollte auf gar keinen Fall geschält werden.
  1. Zwiebeln in Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben und gut eine halbe Stunde in Sojasauce marinieren lassen.
  2. Mandelsplitter in einer Pfanne ohne Öl anrösten.
  3. Spargel waschen und in etwa 3 cm lange Stücke schneiden. Butter in eine Pfanne oder einen Wok geben und dann den Spargel anschwitzen bis er bissfest, aber auch weich genug ist.
  4. Im Anschluss den Halloumi in Streifen schneiden und im Wok oder einer Pfanne in heißem Öl goldbraun brutzeln.
  5. Fladenbrot vierteln und im Ofen kurz aufbacken.
  6. Joghurt mit Honig und Zitrone mischen.
  7. Spargel, Halloumi, Zwiebeln und Mandeln ab ins Brot und dann die Joghurtsauce drüber.
Wohl bekomms!
CLAUDIA SKODA „DRESSED TO THRILL“
Wikipedia sagt über: „Claudia Skoda ist eine deutsche Strickdesignerin und Ikone der Berliner Undergroundszene seit den 1970er Jahren. Sie ist bekannt für ihre spektakulären, avantgardistischen Modenschauen sowie für ihre Zusammenarbeit mit befreundeten Künstlern und Musikern.“
Ich selbst erwische mich immer wieder dabei, wie ich Fotos und bewegte Bilder aus dem Westberlin von vor 1989 verschlinge und vollkommen fasziniert bin. Während sich in den abgerockten Altbauten hinter der Mauer die westdeutsche und internationale Bohème traf und mit Subversion gegen eine enge Bundesrepublik aufbegehrte, passierte zur gleichen Zeit jenseits der Berliner Mauer in den heruntergekommenen Altbauvierteln Ostberlins eigentlich nichts anderes. Auch dort versammelte sich eine Bohème und schiss auf die Enge der DDR. Beide Obrigkeiten versuchten gegen diese Bohème vorzugehen, Schikane gab es auf beiden Seiten. In der DDR endete das jedoch oftmals im politischen Knast und gelegentlich wurde man auch an den Westen verkauft.
Eigentlich ist Claudia Skoda gerade eine Soloshow im Berliner Kulturforum gewidmet. Doch Corona ist ein Arsch und lässt leider einen normalen Ausstellungsbesuch gar nicht zu. Das Internet macht es möglich, dass wir uns doch für einige Momente in die 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts nach Westberlin in den Underground zurückbeamen können.
Wer Lust hat, etwas mehr über die alternative Modeszene in Ostberlin zu erfahren, der oder dem empfehle ich, mal nach der Doku „Ein Traum in Erdbeerfolie“ Ausschau zu halten. Leider konnte ich aktuell keinen Streaminglink finden.
DIE TOTEN VON MARNOW
Egal ob Osterruhe, Brücken- oder Megalockdown – irgendwie hängen wir auch alle etwas mehr vor der Glotze. Ich selbst versuche es in Teilen wieder zu vermeiden. Das fiel mir bisher leicht, da ich kein Serienfan war. Nun muss ich jedoch schon wieder eine Serie empfehlen. „Die Toten von Marnow“ ist eine deutsche Produktion, die sich nicht verstecken muss. In dem Krimi-Achtteiler kommen zahlreiche Menschen ums Leben und Stück für Stück kommt durch ein in Teilen korruptes PolizistInnenteam eine sehr unappetitliche Geschichte deutsch-deutscher Vergangenheit auf den Tisch.
Meine Herzensdame fasste es so zusammen: Endlich mal kein Tatortstil. Und genau das zeichnet für mich die Serie aus: Eine Frau hat wirklich das Sagen, nimmt sich, was sie will. Die Charaktere sind krude, die Dialoge längst nicht so vorhersehbar. Die Story ist komplex und trotzdem kompakt genug. Und jede Folge ist nicht wirklich länger als 50 Minuten. Man hat das Ding also zügig durch und nicht zu viel Zeit vergammelt.
Der Cast ist gut besetzt. Petra Schmidt-Schaller spielt stark, Jörg Schüttauf kann wieder mal so unfassbar böse und dabei so unaufgeregt und gleichzeitig galant spielen. In Summe ist die Serie also recht hart, aber die vielen Außenaufnahmen bringen Helligkeit, die es zur Zeit auch braucht.
SOPHIE ELLIS-BEXTOR
Ihr erinnert Euch an den Hit Groovejet? Auf dem Track des italienischen DJ Spiller sang Sophie Ellis-Bextor. Als ich damals noch auflegte, da war das einer meiner Indie-Disko-Hits, den ich mindestens ein Mal in der Nacht gespielt haben musste. Gute Laune, große Gesten auf den Tanzflächen und einfach nur abzappeln – hmmmm, waren das noch Zeiten …
Jedenfalls hat Sophie Ellis-Bextor inzwischen sechs Alben veröffentlicht – seit dem Groovejet-Smashhit von 2000. Darüber hinaus ist sie Mutter von fünf Jungs, die in ihrer Kitchen-Disco auf Instagram auch um sie herumspringen, während sie Hits anderer KünstlerInnen performt. Vermutlich bin ich late to the party, aber schaut euch das an! Ich finde, Kitchen-Disco ist für mich bisher das coolste und souveränste Corona-Format, das ich gesehen habe.
BONUSTRACK
Das Brandenburger Duo Modeselektor meldet sich zurück. Die von mir sehr geschätzten Elektroniker haben nach eigenen Angaben ein Mixtape mit 27 Tracks zusammengestellt und das hörbare Konvolut erscheint heute unter dem Namen Extended. Das Team hat dafür einen Film produziert, der sich Work nennt. Heute um 19 Uhr feiert dieser 60-minütige Film Premiere bei Arte im Netz. Es soll eine ausgiebige Tanzperformance des Künstlers Corey Scott-Gilbert sein mit der Musik von – eben – Modeselektor.
Habt Euch lieb, merci & Gruß - Jens
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Jens Stoewhase

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