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Wohnungsbau im Wahlkampf, Neue Nationalgalerie, urbane Seilbahnen

metroscope - Stadt von Morgen
Wohnungsbau im Wahlkampf, Neue Nationalgalerie, urbane Seilbahnen
Liebe Stadtfreunde,
es ist kaum zu glauben – unsere Städte klappen langsam wieder die Corona-Klappen hoch. Das ist gut. Ebenso gut: Die Neue Nationalgalerie in Berlin tut selbiges, nach Jahren grundlegender Renovierung. Grund für uns, mal ein wenig über Berlins Zentrum und das Prinzip Mitte nachzudenken.
Frohe Lektüre und einen erfreulichen Wochenausklang wünschen wir!
Michael Fabricius & Alexander Gutzmer

Auftakt im Wohnungs-Wahlkampf
Erstmals im beginnenden Bundestagswahlkampf sind am Donnerstag einige Spitzenpolitiker aufeinandergetroffen und haben ihre Positionen in Sachen Wohnungsbau abgesteckt. Anlass war der “Wohnungsbautag” eines Verbändebündnisses aus Bau- und Wohnungswirtschaft, Gewerkschaften und Mieterbund. Den Wohnungsbautag gibt es schon seit einigen Jahren. Verbände wie der Zentralverband des deutschen Baugewerbes, die IG Bau, der Deutsche Baustoffhandel und das Maurerhandwerk nutzen die Veranstaltung vor allem für (bisher weitgehend folgenlose) Forderungen nach Subventionen und Steuervergünstigungen.
Politisch zeichnet sich ab, dass es in den kommenden Wochen und Monaten vor allem um Verteilungs- und Zuteilungsfragen geht. Wie viel Freiraum soll die private Immobilienwirtschaft haben? Wie bekommt man die Baulandpreisexplosion in den Griff? Wer soll mehr oder weniger Subventionen erhalten: Private Bauherren und Immobilienkäufer? Projektentwickler? Kommunale Wohnungsgesellschaften? Kreative Stadtentwicklung war nur am Rande ein Thema – dazu hatte hingegen das Deutsche Institut für Urbanistik etwas zu sagen (siehe weiter unten).
Die Politiker und ihre Beiträge in aller Kürze:
Volkmar Vogel, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat (CDU), kam als Vertretung von Superminister Horst Seehofer (CSU), der in der großen Koalition als “lame duck” bezeichnet wird. Das ist zwar schon seit einigen Jahren so, aber inzwischen bemüht sich niemand mehr, diese Meinung zu verbergen. Volkmar Vogel ist dafür, dass im ländlichen Raum gewerblich genutzte Gebäude in Wohnraum umgewandelt werden. Er ist für mehr Grün in der Stadt und gleichzeitig für mehr Verdichtung: “Wir müssen, wenn wir zusätzlich verdichten, einen Ausgleich schaffen.” Vogel findet, die Bundesregierung habe eigentlich insgesamt einen guten Job gemacht und müsse nur so weitermachen wie bisher. Dazu gehöre unter anderem, das Baukindergeld zu verlängern. Der Staat hat bisher insgesamt 10 Milliarden Euro an Subventionen für Eigenheimkäufer zugesagt.
Paul Ziemiak, Generalsekretär CDU, findet ebenfalls, dass man so weiter machen könnte wie bisher. Relativ früh in der Diskussionsrunde stand Ziemiak mit dem Rücken zur Wand, da seine Partei noch kein Programm vorgelegt hat. Und so ging es auch bei ihm um eine Fortsetzung der Regierungspolitik – wir erinnern uns: Das größte Ergebnis ist eine durchwachsene Reform des Baugesetzbuchs. Ziemiak will das Baukindergeld ebenfalls verlängern, außerdem das Wohngeld erhöhen und damit einkommensschwache Haushalte in der Stadt unterstützen. Damit hatten sich seine Vorschläge zum Thema Wohnungsmarkt, Stadtentwicklung und energetische Sanierung weitgehend erschöpft.
Kevin Kühnert, stellvertretender Parteivorsitzender SPD, ist für einen bundesweiten Mietenstopp, also eine Deckelung der Preissteigerung. Ansonsten liegt für ihn ein Problem in den hohen Bodenpreisen. “Häufig ist ein Drittel der Neubaukosten auf hohe Baulandpreise zurückzuführen. Davon profitieren nur einige wenige”, so Kühnert. Er will dafür sorgen, dass in den nächsten zehn Jahren jedes Jahr 100.000 neue Wohnungen im gemeinwohlorientierten Sektor entstehen – durch kommunale oder genossenschaftliche Anbieter. Finanzierung unklar, aber darum geht es im Wahlkampf ja auch nur selten. Die Vorschläge von Union und FDP, die Subjektförderung via Wohngeld und Baukindergeld zu erhöhen, findet er falsch: “Damit laufen wir der Preisentwicklung hinterher”, sagt er. “Wir müssen wieder vor die Welle kommen, deshalb brauchen wir mehr Wohnraum in der öffentlichen Hand.” Vorbild sei Wien.
Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen, kam sogleich auf das von den Grünen angestrebte Wunder zu sprechen: Städtische Lagen verdichten, höher bauen, aber gleichzeitig klimafreundlich sein und für Grünflächen sorgen. Als einziger in der Runde sprach Habeck immerhin über Stadtentwicklung. “Wir dürfen außerhalb der Ballungszentren keine neuen Schlafstädte entstehen lassen”, sagte er. Es müsse öffentliche Räume in den Städten geben, die als “Spielplatz” und Aufenthaltsort funktionierten. In punkto Klimaschutz wichtig: “Gebundene Systeme”, intelligente Energieversorgung in einer Kombination aus Energieeffizienz und Versorgung mit Fern- und Nahwärme. Öffentliche Investitionen in den Bau würde eine enorme Wertschöpfung erzeugen, Umsätze und Steuereinnahmen generieren, sagte Habeck sehr zur Freude der Veranstalter. Nicht so begeistert waren sie dagegen von der wiederholten Forderung nach mehr Gemeinnützigkeit.
Christian Lindner, Parteivorsitzender der FDP, will die lineare Steuerabschreibung auf Wohnungsbauleistungen auf drei Prozent erhöhen und lieferte damit als einziger Teilnehmer der Runde exakt das, was sich die Veranstalter schon seit Jahren wünschen. Genehmigungsverfahren sollen schneller werden, der digitale Bauantrag kommen. Damit sich mehr Bürger Wohneigentum leisten könnten, will die FDP einen Grunderwerbsteuer-Freibetrag einführen: “Das Einfamilienhaus ist immer noch für viele ein Traum, den man so bezahlbar machen könnte”, ist Lindner überzeugt. Mehrfach warnte er vor neuen bautechnischen Standards. Auf die Frage, ob die Bewohner von Sozialwohnungen sich auf die FDP verlassen könnten, antwortete Lindner: “Sie können sich vor allem darauf verlassen, dass mit uns die Wirtschaft gut läuft.”
Janine Wissler, Bundesvorsitzende Die Linke, sprach mehrfach von einem bundesweiten Mietendeckel, der sich eher nach dem (vom Verfassungsgericht gekippten) Berliner Modell mit Preisabsenkungen richten solle – während die SPD eher einen Stopp oder eine Koppelung an die Inflation vorsieht. Außerdem: wesentlich mehr preisgebundener Wohnraum. “Alle zwölf Minuten verschwindet eine Sozialwohnung aus dem Bestand”, sagte Wissler. Die Corona-Krise habe die sozialen Unterschiede deutlich gemacht: Wo es eng ist und sich die Kinder beim Homeschooling das Wohnzimmer mit den Eltern teilen müssten, gebe es große Schwierigkeiten. “In einem Einfamilienhaus dagegen ist ein Lockdown etwas ganz anderes.” Wissler machte sich auch Gedanken über Wohnraumaufteilung: Dass eine Seniorin allein in einer Wohnung mit fünf Zimmern lebe, schien ihr nicht zu gefallen. Dass sie deshalb auf staatlichem Wege Wohnungen zuweisen wolle, verkniff sie sich dann aber doch. Besser sei es, die Mieten zu abzubremsen, sodass sich die Dame von selbst in eine andere Wohnung bewegen könne.
More to follow - wir werden bei den weiteren Plänen der Parteien noch genau hinschauen. fab
Ausweitung der urbanen Zone
Baufertigstellungen 2015 bis 2019. Hellblau: weniger als 7 Wohnungen pro 100.000 Einwohner. Dunkelblau: Mehr als 40 Wohnungen pro 100.000
Baufertigstellungen 2015 bis 2019. Hellblau: weniger als 7 Wohnungen pro 100.000 Einwohner. Dunkelblau: Mehr als 40 Wohnungen pro 100.000
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) beschäftigt sich in einer neuen Studie mit Ausmaß und Struktur der Suburbanisierung. Im Umland dominieren Einfamilienhäuser, stellt das Difu fest. Damit seien suburbane Räume in wirtschaftlicher Hinsicht nur für bestimmte Einkommensschichten eine Ausweichmöglichkeit. Und das ist nur ein Teil einer insgesamt deprimierenden Bestandsaufnahme des Suburbanen:
“Letztlich ist eine Vielzahl von benachteiligten Stadtquartieren in den Großstädten eine Konsequenz des Wegzugs der Mittelschichten. Die entstandenen Einfamilienhausgebiete lagern sich Ring um Ring um die Kernstädte – allein in den Jahren 2015 bis 2019 wurden in den Verflechtungsräumen der Agglomerationsräume über 350.000 weitere Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern fertiggestellt. In den fünf Jahren (2010-2014) davor waren es ebenfalls fast 300.000. Im Umland der Städte führten diese Gebiete zu einer sukzessiven Verödung der Zentren der Klein- und Mittelstädte. Trotz der neuen Einwohner*innen gewinnen diese Städte kaum an Vitalität, denn es werden nicht in dem Maße neue Nutzer*innen bzw. Konsument*innen gewonnen. Meist waren es ja auch nicht die Vorzüge des Zentrums der jeweiligen Gemeinde, die den Umzug begründeten, sondern die Eigenschaften des Bauplatzes. In Kombination mit der Ausbreitung von Fachmarktzentren an Ausfallstraßen, der Verlagerung von Ämtern und anderen Funktionen aus den Zentren heraus verstärkt sich die funktionale Entleerung, für die der Begriff des „Donut“ (im Unterschied zum Krapfen) geprägt wurde. 
Es ist ernüchternd: Nicht die Attraktivität der Vorstädte zieht Einwohner an, sondern der niedrigere Bodenpreis – so die These des Difu. Eine Lösung: Vorstädte ernst nehmen und zu einer echten urbanen Erweiterungszone machen. Die ganz Studie des Difu gibt es hier zum Download. fab
Mehr Mitte bitte!
Die Neue Nationalgalerie mit Blick auf den Potsdamer Platz. Letzterer wurde nie Berlins Epizentrum, der Mies-Bau hat eher das Potenzial dazu
Die Neue Nationalgalerie mit Blick auf den Potsdamer Platz. Letzterer wurde nie Berlins Epizentrum, der Mies-Bau hat eher das Potenzial dazu
Städte brauchen eine Mitte. Ganz praktisch, um die Verteilung von Gütern, Menschen und Ideen bewerkstelligen zu können. Und sozialpsychologisch, um erfolgreich Identitätsarbeit zu betreiben. Im Falle Berlins ist das Thema Mitte immer schon problematisch gewesen, einfach weil die Stadt historisch aus zwei Handelsorten bestand (Berlin und Kölln). Der zweite Weltkrieg und die Teilung taten ein Übriges zur Problemzone Mitte. Und die Deklaration eines ganzen Stadtteils zur „Mitte“ nach der Wende hat nicht dazu geführt, dass die Stadt mittetechnisch unzweideutig gut aufgestellt war.
Die mentale Mitte Berlin bildete seit den 90ern die Kultur, die Kunst. Deren Fixpunkt war nicht zuletzt die Neue Nationalgalerie. Gerade vor diesem Hintergrund fühlte es sich so schwerwiegend an, dass der Kultbau Ludwig Mies van der Rohes in den vergangenen Jahren wegen Sanierung geschlossen war. Gut, dass diese nun abgeschlossen ist (hier das Video zur Schlüsselübergabe). Noch besser, dass es die Architekten von David Chipperfield geschafft haben, einen überzeitlichen Bau zu realisieren, dem man die grundlegende Sanierung nicht ansieht, was genau das Ziel des Teams Chipperfield war. Die Neue Nationalgalerie „erstrahlt“, wie es die Lokalpresse formuliert, in neuem altem „Glanz“.
Jedenfalls hat der Glastempel seine Aura be- beziehungsweise zurückerhalten. In den kaum spiegelnden Scheiben reflektieren sich die Erinnerungen an vergangene Großschauen, etwa die sensationelle Koolhaas-Ausstellung „Content“ aus dem Jahr 2003 oder das fulminante Kunsthappening „Das MoMA in Berlin“ 2004. Letzteres war nicht nur eine der erfolgreichsten Kunstausstellungen Deutschlands, mit rund 1,2 Millionen Besuchern. Die Blockbuster-Show mit MoMA-Bestandswerken von Duchamp und Roy Lichtenstein bis Picasso und Jackson Pollock war auch eine Erweckung für die Kulturwelt Deutschlands, eine Art Sommermärchen der Kunst: Kunst kann cool sein, so das kollektive Learning, und in einer Schlange vor einem Museum warten auch!
Kunst aus New York kam nach Berlin, Besucher aus der ganzen Welt lernten die deutsche Kapitale mit der MoMA-Schau neu kennen. Was diese Erinnerung auch deutlich macht: Die Neue Nationalgalerie ist ein eminent transnationaler Raum. Hier wird Berlin global. Deshalb ist ihre Wiedereröffnung so wichtig. Und die Transnationalität gilt auch für die Sanierung. Das Architekturbüro ist britisch. Die Scheiben stammen aus chinesischer Produktion, einfach weil das spezielle Großmaß in Deutschland gar nicht mehr hergestellt wird. Und auch die architektonische Idee war nie so ortsspezifisch angelegt, wie man vielleicht zunächst vermuten würde. Ursprünglich nämlich wollte Ludwig Mies van der Rohe einen ganz ähnlichen Bau für die Hauptverwaltung des Rum-Herstellers Bacardi in Santiago de Cuba realisieren. Ein bisschen karibisches Bacardi-Feeling schwingt also mit, wenn man sich künftig wieder am Kulturforum dem Kunstgenuss hingibt.
Und dann ist da noch die Schweiz. Inzwischen unübersehbar, geht auch der Bau des Museums des 20. Jahrhunderts von Herzog & de Meuron nördlich des Mies-Tempels voran, der mit letzterem per Tunnel verbunden wird. Kommentare zur Scheunenhaftigkeit des Neubaus spare ich mir hier. Klar ist aber: Die Luftigkeit des Kulturforums und manche seiner spannenden Sichtachsen gehen verloren. Hoffen wir, dass die neue Kunstdichte des Ortes dafür entschädigt. Eine Mitte jedenfalls hat Berlin damit künftig. guz
"Jede Stadt hat einen Fluss"
Seilbahn-Konzeptstudie der österreichischen Zatran GmbH
Seilbahn-Konzeptstudie der österreichischen Zatran GmbH
Brauchen unsere Städte Seilbahnen? Das Thema emotionalisiert, nicht zuletzt wegen der fotogenen Qualitäten der Cable Cars. Aber wie viel Nutzen bergen die Dinger wirklich? Lösen sie unsere Verkehrsprobleme? Darüber führt Drees & Sommer gerade eine Studie durch. Wir sprachen dazu mit Studienleiter Sebastian Beck.
Herr Beck, manchem erscheint das Thema Seilbahnen primär als touristisches Asset. Welchen Beitrag leisten Seilbahnen real für die Stadt von morgen?
Wir müssen Stadtleben komplett anders denken. Hierzu geben uns Seilbahnen die Chance. Sie lenken den Blick neu auf die Ebene null in der Stadt. Seilbahnen heben die Mobilität eine Ebene nach oben und machen damit unten Raum frei.
 Wo machen sie denn Sinn?
Überall da, wo die bestehenden Verkehrsachsen durch eine zusätzliche Querspange als Ergänzung profitieren würden. Und das dürfte in vielen Städten der Fall sein. Ein zusätzliches Indiz ist natürlich die Topografie: Seilbahnen überspannen Flüsse oder urbane Bergkämme, aber auch große Verkehrsachsen oder Bahntrassen. Sie sind schneller zu verwirklichen und deutlich kostengünstiger als beispielsweise in so einem Fall ein Tunnel oder eine Brücke.
Und das mit einem recht maßvollen ökologischen Fußabdruck.
Wir zählen Seilbahnen definitiv zur grünen Infrastruktur. Sie können mit Ökostrom CO2-neutral betrieben werden. Stützen brauchen sie heute nicht mehr alle 50 Meter, sondern nur noch alle 200 bis 300 Meter. Mit der neuen 3S-Technologie können Sie sogar bis zu einem Kilometer überspannen.
Gibt es Schätzungen, welchen Anteil am gesamten öffentlichen Nahverkehr in der Stadt Seilbahnen einnehmen können?
Mit 3S-Bahnen können Sie 6.000 Personen pro Stunde und Richtung transportieren. Klar ist aber: Seilbahnen sind kein klassisches Massenverkehrsmittel. Die Geschwindigkeit bleibt mit 30 km/h eher mäßig, so dass etwa ab sieben Kilometer die Reisezeit zu lang werden dürfte. Für eine Strecke zum Beispiel von Stuttgart nach Ludwigsburg wäre die Entfernung zu weit, da ist die S-Bahn deutlich schneller.
Und ab wann macht eine Seilbahn Sinn?
Dies ist immer eine Einzelfallbetrachtung. Grob über den Daumen kalkuliert, kann von ca. 1.000 Passagieren pro Stunde ausgegangen werden. Experten sehen ein Potenzial für über 100 urbane Seilbahnen in Deutschland.
Oha. Das wirft die Frage nach Vorbildern auf. Welche Best Practices untersuchen Sie in Ihrer Studie?
Wir schauen uns weltweit um, in Toulouse und London genauso wie in Nordafrika oder Südamerika. Spannend sind immer jene Cases, in denen die Seilbahn in den bestehenden ÖPNV integriert ist.
Mit dem Best Practice-Ansatz unterstellt man ja, Deutschland könne Strukturen von anderswo quasi adaptieren. Nun haben wir aber unser spezielles und kompliziertes Planungsrecht. Muss sich auch das deutsche Planungsrecht ändern oder braucht es nur eine konsequente politische Überzeugung pro Seilbahn?
Wir haben dazu Leitfadeninterviews mit verschiedenen Behörden geführt. Ergebnis: Unser Genehmigungsrecht funktioniert eigentlich und muss nicht angepasst werden. Das Problem ist aber, dass wir es zusätzlich mit 16 Landesseilbahngesetzen zu tun haben. Die sind teils sehr unterschiedlich, was natürlich suboptimal für die Verbreitung der Idee ist.
Für welche deutschen Städte eignen sich Seilbahnen besonders?
Grundsätzlich für jede. Jede Stadt hat einen Fluss, den man mit einer Seilbahn energiesparender überqueren kann als mit anderen Verkehrsmitteln. Auch wenn es einen Berg hochgeht, wird die Energiebilanz der Seilbahn besser.
Und für welche Stadt wünschen Sie sich persönlich vor allem eine?
Für jede, die kein eigenes schienengebundenes ÖPNV-System hat, Wiesbaden beispielsweise.
und sonst so?
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Feedback zum Städtebaupreis
In der letzten Ausgabe berichteten wir über den Städtebaupreis 2021, der an die Initiatoren der Transformation vom Berliner Blumengroßmarkt ging. Hierzu schrieb uns Benita Braun-Feldweg, Partnerin im Architekturbüro bfstudio. Ihr Büro realisierte vor Ort das Metropolenhaus.
“Herzlichen Dank für die Kommunikation unseres Gewinns des Deutschen Städtebaupreis als Top News Ihres Newsletter, den ich sehr schätze. Sie sind damit unserer Stadt Berlin weit voraus, die bisher in der Tagespresse noch nicht berichtet hat, dass dieser Preis seit 40 Jahren erstmalig nach Berlin ging. Das wäre endlich eine positive Schlagzeile für eine andere Art von Berliner Baupolitik und kreativer Akteurskonstellation.
Das Nachbarschaftsfest zur Preisverleihung holen wir nach, dafür haben wir Planer:innen uns verpflichtet unser Preisgeld zu verwenden.
 Mit nachbarschaftlichen Grüßen vom Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz”
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