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Wo ist der Skandal?

Ausgabe #15 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Heute, liebe Roter-Faden-Leserinnen und -Leser, geht es mir um einen vermeintlichen „Skandal“, der sich um den frischgekürten Landratskandidaten Jens Grote drehen soll. Er ist Leiter der Landesaufnahmebehörde, in deren Außenstelle Braunschweig es vor gut fünf Jahren zu einem mutmaßlichen Sozialbetrug von Migranten gekommen ist oder sein soll. Eine Mitarbeiterin der Außenstelle, die das trotz anderslautender Anordnung ihrer Vorgesetzten der Polizei meldete, soll deswegen entlassen worden sein. Gegen den Leiter der Außenstelle und seine Stellvertreterin wird noch immer ermittelt, ein laufendes Verfahren also. Grote spielt in der Angelegenheit nur am Rande eine Rolle, zum Tatzeitpunkt war er noch gar nicht im Amt, für die Vorfälle trägt er keine Verantwortung. An der Stelle könnte der „Skandal“, der eigentlich keiner ist – jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Grotes Landratskandidatur –, zu Ende sein.
Doch im Hinblick auf die Kandidatur hat die Kreis-AfD die Sozialmissbrauchsaffäre ans Tageslicht gezerrt und dem Parteienbündnis, das Grote unterstützt, mangelnde Transparenz vorgeworfen. In Richtung Grote wird gleichzeitig die Frage aufgeworfen, ob er überhaupt der richtige Kandidat sein kann. Die Kreis-AfD brüstet sich damit, den „Vertuschungsskandal“ bis dato als einzige thematisiert zu haben.

AfD kritisiert “absolut schlechten Stil” - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Was dahinter steckt, ist klar: Mit dem Versuch der Skandalisierung soll der Kandidat diskreditiert werden – oder anders ausgedrückt: Man muss nur lange genug jemanden mit Dreck beschmeißen, dann bleibt schon was hängen.
Bleiben wir bei den Fakten: Gegen den Leiter der Außenstelle der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig wird noch ermittelt, wegen dieses schwebenden Verfahrens und des zu erwartenden Strafverfahrens ruht sein Disziplinarverfahren. Was könnte, was sollte man Jens Grote nun also – vor dem Hintergrund seiner Landratskandidatur – vorwerfen? Er war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht im Amt und hat auch nichts mit der Aufklärung zu tun, das ist Aufgabe der Strafermittlungsbehörden.
Für unser Haus gilt nach wie vor die alte Regel, dass zur Verantwortung unseres Berufes auch gehört, nichts zu schreiben, wenn es nichts zu schreiben gibt. Herr Grote hat der politischen Erwartung der Kreis-AfD nicht entsprochen. Okay. Aus seinem Verhalten soll nur Fehlverhalten konstruiert werden, um einen Schatten auf seine Kandidatur zu werfen. Auch wenn da nichts ist, soll suggeriert werden: Der hat doch Dreck am Stecken! Nein, hat er nicht. Und deshalb sollte man sich davor hüten, diesen Skandalisierungsversuchen auf den Leim zu gehen. Und deshalb war und ist das auch kein Thema – was natürlich nicht heißen soll, dass wir ihn bei entsprechendem Anlass nicht dazu befragen werden.
Noch ein paar Worte zur vergangenen Woche und der Hauptnachricht, dass auch das Oberverwaltungsgericht erwartungsgemäß das Bürgerbegehren für zulässig erklärt hat.
Bürgerbegehren ist offiziell zulässig - Walsroder Zeitung
Jetzt ist klar, dass wir Heidekreis-Bewohner am 18. April um eine Abstimmung gebeten werden. Es geht um den möglichen Neubaustandort des Heidekreis-Klinikums. Lesen Sie dazu auch meinen Leitartikel aus der heutigen WZ-Ausgabe, den Sie am Ende dieses Newsletters anklicken können.
An besonderen Geschichten, die wir für Sie recherchiert haben, möchte ich Ihnen noch den Artikel „Frau Müller fährt noch mal Motorrad“ von meiner Kollegin Sarah Langemeyer ans Herz legen. Der Krebs hat den Körper der 68-Jährigen bereits gezeichnet. Doch ihren letzten großen Traum lässt sie sich trotzdem nicht nehmen: Noch einmal Motorrad fahren. Am Ende bekommt die Seniorin viel mehr, als sie sich erhofft hat.
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Wieviel „Staat“ und Polizeieinsatz muss sein, wenn es darum geht, die Pandemie zu bekämpfen und Verstöße zu ahnden? Johanna Scheele hat ein paar Jungs getroffen, die eigentlich nichts Verbotenes vorhatten - und doch plötzlich im Mittelpunkt einer Polizeiaktion standen. 
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Viel Spaß beim Lesen und genießen Sie das Wochenende in diesem meteorologischen Frühling!
Rolf Hillmann
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