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Und ewig grüßt …

Ausgabe #16 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Liebe Leserinnen und Leser,
die meisten von Ihnen kennen den Film, bei dem ein Wettermoderator in einer Zeitschleife festsitzt und denselben Tag immer wieder erleben muss, bis er geläutert ist und sein Leben fortsetzen kann. Richtig: „Und täglich grüßt das Murmeltier“ heißt der Film, in dem Bill Murray den arroganten, egozentrischen und zynischen Wettermoderator spielt. Genau dieser Filmtitel fällt mir derzeit immer und immer wieder ein, wenn ich mich beruflich mit dem zweifellos wichtigsten Thema der Region, dem möglichen Neubau des Heidekreis-Klinikums und dem Bürgerentscheid zu der Standortfrage, beschäftigen muss.
Jetzt, fünf Wochen und einen Tag vor der Abstimmung, habe ich schon das Gefühl, dass doch alles, wirklich alles zigmal gesagt worden ist. Die Argumente für einen Neubau bei Bad Fallingbostel wurden bei jeder passenden Gelegenheit kommuniziert. Die Initiatoren des Bürgerentscheids sind auch schon so oft zu Wort gekommen, dass sich die Inhalte ihrer Pressemitteilungen wiederholen. Und doch gibt es unter den wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern offensichtlich eine Mehrheit, die sich für das Thema weder interessiert noch bereit ist, sich damit und den Konsequenzen ihrer Ignoranz auseinanderzusetzen.
Dabei war das, was die Landtagsabgeordneten aus dem südlichen Heidekreis, Gudrun Pieper und Sebastian Zinke, in dieser Woche hinsichtlich der zu erwartenden Neustruktur des Krankenhauswesens in Niedersachsen zu sagen hatten, alles andere als beruhigend: Sollte am 18. April eine Mehrheit mit Ja abstimmen und damit den Standort bei Bad Fallingbostel zum Kippen bringen, wird es aus Sicht der Landtagsabgeordneten keinen Klinikneubau geben – und noch schlimmer: Über kurz oder lang würde die stationäre Versorgung im Heidekreis der Vergangenheit angehören. 

Weichenstellung nach dem 18. April? - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Bei einer Gesprächsrunde mit dem Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Achim Rogge, der Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper und Landrat Manfred Ostermann, ging es ebenfalls um den Neubau, um mögliche Privatisierung und andere Frage im Zusammenhang mit Krankenhaus und Bürgerentscheid. Johanna Scheele hat die Sendung im Internet verfolgt und die Ergebnisse aufgeschrieben.
Keine zweite Chance auf einen Neubau - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Unterdessen hält Sie und uns die Corona-Thematik weiter fest im Griff. Der Landkreis lockert trotz niedriger Inzidenzen nicht die Kontaktbeschränkungen, was ihm zwar auch Zustimmung, aber noch mehr Kritik einbringt. Meine Kollegen Dirk Meyland, Johanna Scheele und Manfred Eickholt haben sich des Themas Einzelhandels – Was ist eigentlich erlaubt? - angenommen und sich bei Geschäftsinhabern umgehört. Ergebnis: Vieles bleibt vielen unklar, die Verunsicherung ist groß, und die Einzelhändler sind zwar froh, dass sie wieder Kundenkontakt haben, aber existenzielle Entwarnung bedeutet die derzeitige Situation für sie noch längst nicht.
Einzelhandel: Was gilt da eigentlich? - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Er war früher einer der bekanntesten Handballspieler der Region, heute ist er Lehrer, vielen aber noch in guter Erinnerung: Claas Wittenberg, der für das Erfolgsteam des TSV Dorfmark auf Torejagd ging. Sportlich aktiv war er nach seiner Karriere auch weiterhin – bis zum vergangenen Herbst. Da erkrankte er an Covid-19 und ist bis heute nicht genesen. Unser stellvertretender Redaktionsleiter und dessen Freund, Jens Reinbold, besuchte Claas zu Hause und erzählt, dass für den ehemaligen Leistungssportler seit mehr als vier Monaten selbst ein kurzer Spaziergang ein Kraftakt ist: Die Covid-Nachwirkungen halten ihn fest im Würgegriff.
Der ewige Corona-Patient - Heidekreis - Walsroder Zeitung
In Rethem gibt es einen handfesten Streit um den Bau eines Solarparks. Ein Geschäftsmann – der Kreislandvolkvorsitzende Jochen Oestmann – möchte das regenerative Projekt realisieren. Das Gelände, um das es geht, ist hochgradig mit Asbest belastet, aber als Grünfläche und Wald ausgewiesen, weil über Jahrzehnte Gras (und Bäume) über die Sache gewachsen sind. Im Prinzip wäre gegen das Vorhaben nichts einzuwenden, wenn es rund um die Schaffung von Ausgleichsflächen nicht sehr unterschiedliche Vorstellungen geben würde. Mehr dazu im Artikel von Dirk Meyland:
Rethem: Kommt ein Solarpark in den "Mini-Nationalpark"? - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Bei einem Blick aus meinem Bürofenster sehe ich typisches Märzwetter – bedeckt, regnerisch, windig. Der ersehnte Frühling, wie er uns im vergangenen Jahr vergönnt war, als Corona über uns hereinbrach, lässt auf sich warten. Es scheint, als sollte unsere Geduld in vielerlei Hinsicht auf die Probe gestellt werden – halten wir durch!
Schönes Wochenende!
Rolf Hillmann
Ritt auf der Rasierklinge - Meinung - Walsroder Zeitung
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