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Schnelllebig auch im Lockdown

Ausgabe #11 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Liebe Roter-Faden-Abonnent*innen, ich bin am Dienstag aus einem einwöchigen Kurzurlaub – in Corona-Zeiten selbstverständlich in den heimischen vier Wänden – in die Redaktion zurückgekehrt. Ich fragte mich eben, wann das eigentlich war, die Rückkehr aus dem Urlaub, vor zwei Wochen? Nein, vor vier Tagen. Was ich damit sagen will: Der Alltag bei einer Tageszeitung ist auch in diesen ungewöhnlichen Lockdown-Zeiten unglaublich schnelllebig. Zwar findet das gesamte gesellschaftliche Leben derzeit nicht statt, und (fast) alle Termine laufen als Zoom-Konferenzen und -Gespräche digital ab, aber „ruhig“ sind diese Zeiten nicht.
Ein großes Aufreger-Thema, zu dem uns auch viele Reaktionen erreichten, war der verkorkste Impfstart, bei dem es am Ende der vergangenen Woche tatsächlich nach einem unglaublichen Desaster aussah: Waren doch die Impftermine von einer zentralen Vergabestelle nach allen anderen Kriterien, aber nicht nach Regionalität vergeben worden. Und so machte der Landrat seinem Ärger Luft, als er von „Impftourismus“ sprach. Dem hat das Sozialministerium zwar jetzt einen Riegel vorgeschoben, doch zumindest viele der ersten Dosen des begehrten Impfstoffes wurden im Impfzentrum des Heidekreises in die Arme Auswärtiger gespritzt. Mittlerweile läuft es im Impfzentrum, was aber besonders dem Einsatz der vielen Helfer*innen zu verdanken ist, die den “Impflingen” die Angst nehmen.

87 Personen bekamen ihre erste Impfung - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Gab es eigentlich etwas Neues in Sachen Heidekreis-Klinikum und Bürgerbegehren? Nicht wirklich – oder doch? Ein weiteres Mal haben sich die Initiatoren zu Wort gemeldet und versucht, mit ihrer Sicht der Dinge ein paar Wahrheiten zurecht zu rücken. Während Landrat und Kreispolitik beim Neubau eines Gesamtklinikums von einer „einmaligen Chance“ sprechen, weil die Fördermittel eben nur begrenzt zur Verfügung stehen, beharren die Betreiber des Bürgerbegehrens immer noch darauf, dass es auch „später“ noch eine Chance auf lukrative Zuschüsse geben würde. Später, wenn sie ihren Standort bei Dorfmark (der nicht realisierbar ist) oder kurz vor Soltau (was in Wirklichkeit wohl das Ziel ist) durchgesetzt haben. Doch dieses „Später“ wird es aus Sicht derer, die in der Landespolitik zu Hause sind, nicht geben. Denn für Neubauten werde kein weiteres, Milliarden schweres Förderprogramm aufgelegt. 
Sichtweise des Landrats “ist schlichtweg nicht korrekt” - Heidekreis-Klinikum - Walsroder Zeitung
Neben den Schwerkranken und den Toten sind Kinder und Jugendliche die eigentlichen Opfer der Krise. Was sie seit nunmehr fast einem Jahr an Bildung, sozialem Lernen, Entwicklung und Kontakten versäumen, sagen Wissenschaftler, ist neurologisch kaum noch aufzuholen. Und was ist mit denen, die sich in diesen Wochen auf Abschlussprüfungen vorbereiten? WZ-Reporterin Johanna Scheele hat nachgefragt. Acht Schüler geben einen Einblick in ihren aktuellen Alltag, ihre Gedanken und Sorgen. Einig sind sie sich besonders darin, dass sie um keinen Preis als „der“ Corona-Jahrgang abgestempelt werden möchten oder dass ihr Abschluss womöglich weniger wert sein könnte. Außerdem: Die Art und Weise des Homeschoolings steht und fällt offensichtlich mit der Lehrkraft. 
“Homeschooling ist kein Geschenk” - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Die Region hält zusammen, wenn es darauf ankommt. Ein Beispiel dafür erzählt Kollege Manfred Eickholt am Schicksal des kleinen Liam, der gern am Meer ist. Dort kann der mehrfach behinderte Junge mit sogenannten lebensverkürzenden Erkrankungen so richtig durchatmen. Doch seine Familie braucht dringend ein neues Fahrzeug mit Platz für einen Spezialrollstuhl. Dieser Hilferuf ist erhört worden:
Welle der Hilfsbereitschaft für Liam aus Dorfmark - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Ein 20-Jähriger soll ein Lehrer-Ehepaar brutal getötet, eine andere Frau lebensgefährlich verletzt haben. Mein Kollege Jens Reinbold war beim Prozessauftakt und schildert eindrucksvoll, was sich am 27. Juli 2020 in Neuenkirchen abgespielt haben muss – und welche Eindrücke er von dem mutmaßlichen Mörder hat. 
Doppelmord in Neuenkirchen: Maurice L. schweigt bisher - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Der Winter soll noch einmal mit Wucht zurückkehren. Seit Tagen übertreffen sich die Medien mit der Beschreibung von Szenarien, in dem sie an den Schneewinter 1978/1979 erinnern. Damals wurden sogar Fahrverbote verhängt, weil es in der Tat lebensgefährlich war, bei meterhohen Schneeverwehungen mit dem Auto auf der Straße zu sein. Ob es an diesem Wochenende ähnlich wird - ich hoffe nicht!
Machen Sie es sich gemütlich zu Hause, am besten mit interessanter Lektüre Ihrer WZ!
Rolf Hillmann
Wir brauchen Eigenverantwortung statt Haarspalterei - Meinung - Walsroder Zeitung
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