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Roter Faden - der Wochenrückblick

Ausgabe #1 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
„Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat so viel Pinke Pinke, wer hat so viel Geld?“
Dieser bekannte Gassenhauer, der aus der Karnevalsaison 1949/50 stammen soll, fiel mir ein, als in dieser Woche das Thema Kreisfinanzen immer stärker in den Fokus rückte und es am Ende dann auch in den wöchentlichen Leitartikel der WZ schaffte (siehe unten).
In der Tat steht der Heidekreis vor fast unüberwindbaren Finanzproblemen, da Schulen neu gebaut, saniert oder erweitert werden müssen und bei den laufenden Ausgaben die Kosten für die Kinderbetreuung in den Kindertageseinrichtungen von Jahr zu Jahr steigen. In dieser Woche hat beispielsweise der Fachausschuss auf Kreisebene den Empfehlungsbeschluss gefasst, den Kommunen in den kommenden Jahren rund 45 Millionen Euro dafür zu Verfügung zu stellen.

Kitas: Landkreis Heidekreis will 45 Millionen an Kommunen auszahlen - Heidekreis - Walsroder Zeitung
In der mittelfristigen Finanzplanung steigt die Landkreis-Verschuldung bis Ende 2024 auf über 200 Millionen Euro – ohne dass der Anteil an dem möglichen Klinikneubau darin bereits abgebildet wäre. Wie besorgniserregend die Situation ist, lässt sich einem einfachen Hinweis darstellen: Im kommenden Jahr wird der Landkreis noch nicht einmal in der Lage sein, die Zins und Abtrag für seine Schulden selbst zu erwirtschaften. Ich will an dieser Stelle das Bild des über dem Heidekreis kreisenden Pleitegeiers lieber nicht strapazieren.
Zu den finanziellen Sorgen gesellen sich auch politische Probleme – der Konflikt zwischen Kreispolitik und Landrat wird immer greifbarer - und natürlich das Dauerbrennerthema Spaltung, Bürgerbegehren und Klinikneubau. Wobei erstmals seit Wochen und Monaten an dieser Stelle keine neue Entwicklung stattgefunden hat.
Bleibt also das alles beherrschende Thema Corona-Pandemie. Die Infektionszahlen bleiben bundesweit und auch im Heidekreis sehr hoch. Starben in der ersten Welle im Landkreis „nur“ zwei Menschen, ist die Zahl seit Oktober auf aktuell zwölf gestiegen. Der Inzidenzwert lag zwischenzeitlich über 100, und jeden Tag meldet das Gesundheitsamt rund 20 Neuinfizierte zwischen Schwarmstedt und Schneverdingen. Kam der Südkreis in der ersten Welle noch ganz gut weg, ist die Zahl der Neuinfektionen seit Wochen in Walsrode am höchsten.
Update: Corona im Heidekreis - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Doch es gibt auch schöne Geschichten und gute Nachrichten. Nachdem der 58-Jährige Landwirt Christian Spöring aus Vethem davon gehört hat, dass viele Wildbienen-Arten vom Aussterben bedroht sind, stand für den Vollerwerbslandwirt fest, etwas gezielt für den Erhalt dieser Insekten leisten zu wollen. Für „Spörings Bienenweide“ säte der Landwirt heimische Sorten aus. Selbst jetzt im November blühen auf dem Feld direkt am Hof noch unterschiedliche Sorten Klee, Sonnenblumen, Phacelia, Buchweizen und vieles mehr. Das ist nicht nur gut für die Bienen, sondern auch noch sehr schön anzusehen.
Auf dem bisherigen Maisfeld blüht es nun - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Meine Kollegin Johanna Scheele hat eine ganz besonders schöne Geschichte aufgeschrieben – die Geschichte von Fritzi, der Tankstellenkatze, die seit zwei Jahren das Gelände der Aral-Tankstelle an der Hannoverschen Straße in Walsrode zu ihrem Refugium erklärt hat. Der schwarzweiße Stubentiger ist also eher ein Tankstellentiger, der viele Fans hat, die ihm auch mal was Leckeres mitbringen. Dabei hat Fritzi ein ausgeprägtes Phlegma, sie liegt auch schon mal direkt vor den Tanksäulen – und wer ausgerechnet dort gerade tanken möchte, hat eben Pech gehabt. 
Das ist Fritzi von der Tankstelle - Heidekreis - Walsroder Zeitung
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.
Rolf Hillmann
Die Situation des Landkreises ist kein Motiv für Pastelltöne - Meinung - Walsroder Zeitung
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