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Mittendrin im neuen Jahr

Ausgabe #7 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Da soll doch mal jemand sagen, so ein neues Jahr beginnt schleppend. Das mag für jene gelten, die in dieser Woche noch Urlaub hatten oder durch Corona und Kurzarbeit zur Untätigkeit verdammt wurden. Für uns in der Redaktion hat das Jahr verdammt schnell Fahrt aufgenommen. Wir hatten alle Hände voll zu tun – trotz leerer Terminkalender.
Und neben der Pandemie und regionalen Ereignissen sorgte schließlich auch das Geschehen in Washington für Herzklopfen. Die Bilder vom Mob, der eines der ältesten Gebäude einer westlichen Demokratie stürmte, Menschen bedrohte und Büros verwüstete, schockierten mich zutiefst – besonders aber die Zerstörung der Kameras und Mikrofone, die zuvor rituell zu einem großen Scheiterhaufen aufgetürmt worden waren. Auch wenn man mir den Vergleich verzeihen möge, so erinnerte mich das an die Bücherverbrennung im Dritten Reich. Bücher jüdischer Autoren wurden damals verbrannt. Die Parallele zu heute: Aufgebrachte, gewalttätige Horden zerstörten, was ihnen nicht gefiel – Bücher damals, das Werkzeug (und damit die Verbreitungsmöglichkeit) der unabhängigen Presse heute.
Die Erstürmung des Kapitols durch Trump-Anhänger am Mittwoch, 6. Januar, erlebte der aus Ahlden stammende EU-Diplomat Eike Klapper aus nächster Nähe mit: Er lebt seit kurzem in Washington – und beschrieb in einer Videokonferenz meinem Kollegen Jens Reinbold fassungslos, was er in der amerikanischen Hauptstadt gesehen hat. 

Sturm auf das Kapitol: Ahldener erlebt Chaos in den USA mit - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Nach anfänglichen Schwierigkeiten begann auch im Heidekreis die Impfung gegen Covid-19. Mein Kollege Jens Reinbold war beim Impfstart, verschaffte sich Eindrücke von der Arbeit der mobilen Impfteams und sprach mit Verantwortlichen.
Das “große Impfen” hat in Bad Fallingbostel begonnen - Coronavirus - Walsroder Zeitung
Ich traf mit Landwirten der Region zusammen, die in den vergangenen Wochen immer wieder an Protesten gegen die Preispolitik im Lebensmittelhandel teilnahmen. Ihre Situation ist existenzbedrohend – denn neben den Lebensmittelriesen, die die Preise drücken, wo es nur geht, haben sie es mit geschlossenen Schlachthöfen wegen der Pandemie und Afrikanischen Schweinepest zu tun. Mit dem Rücken gegen die Wand ist ihre Kampfbereitschaft ungebrochen. 
Landwirte sehen “Grenze überschritten” - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Lesen Sie dazu auch meinen Leitartikel am Ende dieses Newsletters.
Das Aufreger-Thema schlechthin des vergangenen Jahres, der Streit um den Standort für einen möglichen Neubau des Heidekreis-Klinikums, wird mit Vehemenz im neuen Jahr fortgesetzt. Das vom Kreisausschuss als ungültig beschlossene Bürgerbegehren mit 12.000 abgegebenen Stimmen wurde vom Verwaltungsgericht nun doch als „vorläufig zulässig“ bezeichnet. Das heißt, dass der Streit in die nächste Runde geht und womöglich der Landkreis die nächste Instanz anruft. Lesen Sie dazu meinen Bericht, in dem ich mit den Kontrahenten und Hauptprotagonisten gesprochen habe.
“Ein gutes Zeichen für die Demokratie” - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Wenn ich aus dem Bürofenster schaue, sehe ich nur einen dunkelgrauen Himmel – für viele vielleicht passend zu ihrer Stimmung im verlängerten Lockdown.
In dem Sinne: Lassen Sie sich nicht unterkriegen und genießen Sie das Wochenende.
Rolf Hillmann
Auf einen harten Klotz gehört ein grober Keil - Meinung - Walsroder Zeitung
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