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Die Schwamm-drüber-Methode

Ausgabe #12 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Ob es das Zeug dazu hat, eine „Affäre“ zu sein, das müssen andere beurteilen. Aber ich fand es schon interessant, dass der 56-jährige Chef des Heidekreis-Klinikums, Dr. Achim Rogge, zu den rund zwei Prozent aus dem Heidekreis gehört, die schon gegen das Corona-Virus geimpft sind. Denn eigentlich sind derzeit laut Impfkatalog erst die über 80-Jährigen dran – und die, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Das sind in medizinischen Einrichtungen Beschäftigte auf den Intensivstationen und in den Notaufnahmen. Die Verwaltungsabteilung, von manchen auch spöttisch die „Teppichbodenabteilung“ genannt, gehört ganz ausdrücklich nicht dazu. Hausärzte, die eine regelmäßige Infektionssprechstunde haben, werden schließlich auch noch nicht geimpft. Gegenüber der WZ wurde die frühe Impfung des Ärztlichen Direktors, der auf der Covid-Station Infizierte behandelt, der Pflegedienstleitung und der Geschäftsleitung damit begründet, dass sie das strategische und operative Geschäft leiten und deshalb priorisiert seien. Wer sich die Impfverordnung durchliest, kommt zu einem anderen Ergebnis. Ein Blick über den Tellerrand hilft: Im ostfriesischen Aurich gibt es einen ähnlichen Fall. Dort sprechen die „Ostfriesischen Nachrichten“ bereits von einer „Impfaffäre“. Nur mit knapper Mehrheit hat der dortige Aufsichtsrat entschieden, diese „Affäre“ nicht untersuchen zu lassen. Das bezeichnen die Kollegen der Ostfriesischen Nachrichten als „Schwamm-drüber“-Methode und bescheinigen Klinikchef und Aufsichtsrat ein erschreckendes Maß an Realitätsverlust. Sicherlich könnte man an dieser Stelle noch viele klarere Worte und Beschreibungen für das Impfgebaren im Heidekreis-Klinikum finden. Ich setze aber noch ein paar Tage auf die Selbstreinigungskräfte der Politik und warte ab, ob sich Mitglieder des Aufsichtsrates zu dem Thema zu Wort melden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Impfdrängler auch im Heidekreis? - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Da ich in meinem Newsletter auch immer mal ein paar Blicke hinter die Kulissen zulasse, möchte ich heute davon berichten, dass ich mich in dieser Woche über eine Mitarbeiterin besonders gefreut habe: Unsere Volontärin Johanna Scheele (21), die im Frühjahr auslernt und weiter Teil des WZ-Teams bleiben wird, kennt „Zeitung“ und Zeitungsproduktion nur aus dem Redaktionsalltag – und der bedeutet hauptsächlich Büro- und Bildschirmarbeit. Ausgerechnet in einer lausig kalten Nacht mit Temperaturen um -14 Grad hat sie die Perspektive gewechselt – und sich unserer Zeitungsausträgerin Margret Fricke aus Essel angeschlossen. Bei Schnee, Eis, klirrender Kälte und Dunkelheit stellte Johanna mit Frau Fricke ab 3.30 Uhr Zeitungen zu – und lernte so die etwas „andere Seite“ des Zeitungsgeschäfts kennen. Ich hatte ihr angeboten, dass sie danach nach Hause fährt und erst mittags anfängt zu arbeiten. Doch als ich um kurz vor 9 Uhr in die Redaktion kam, lag ihre Geschichte über die Erlebnisse und Erfahrungen des frühen, eisigen Morgens schon auf meinem Schreibtisch. Und nicht nur das … sie war auch noch toll geschrieben. Aber lesen Sie doch am besten selbst:
So kommt die Zeitung auch im Schneechaos an - Heidekreis - Walsroder Zeitung
In der heutigen WZ-Ausgabe berichten wir auch über die junge Familie aus Dorfmark, die wegen einer starken Behinderung ihres Sohnes Liam auf ein besonderes Kraftfahrzeug angewiesen ist, sich eine Wiederbeschaffung ihres kaputten aber nicht leisten kann. Nach gut einer Woche hat es die Region geschafft: Weil viele spendeten und alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, konnte der Familie gestern Nachmittag ein gut erhaltener VW-Kleinbus übergeben werden. Redakteur Manfred Eickholt war dabei. Die Freude der Dorfmarker war riesig, und allen, die dazu beigetragen haben, soll auch an dieser Stelle ausdrücklich gedankt werden. 
Familie Merscher sagt: “Herzlichen Dank!” - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Und ganz nach meinem selbstgewählten Motto „keinen Newsletter ohne den Standort-Streit für ein Gesamtklinikum“ auch heute eine kurze Wasserstandsmeldung: Eigentlich gibt es nichts Neues. Aber die Initiatoren des Bürgerbegehrens luden trotzdem zu einer Pressekonferenz ein - letztlich um Lapidares mitzuteilen: Sie würden jetzt in den Wahlkampf starten, weil sie davon ausgehen, dass die Heidekreis-Bewohner am 18. April zum Bürgerentscheid an die Wahlurnen gerufen werden – und um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen, benötigen sie Geld für den Wahlkampf. Das möge ihnen doch bitte gespendet werden. Schon wenige Stunden nach Erscheinen des Artikels trafen in der WZ-Redaktion empörte Lesermeinungen ein, die wir in der heutigen Ausgabe vom 13. Februar auf den Leserbriefseiten 10 und 11 veröffentlicht haben.
HKK-Neubau: Initiative bereitet Wahlkampf vor - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Brücken können verbinden – aber dort, wo sie fehlen, verbinden sie nicht einmal die beiden Ufer eines Flüsschens. Mein Kollege Jens Reinbold hat aufgeschrieben, wie der Stand für die Brückenbaumaßnahmen über die Bomlitz und Warnau im Naherholungsgebiet Eibia ist. Pointiert beschreibt er das Hin und Her der mehrjährigen Planungen, die steigenden Kostenschätzungen und hinterfragt dabei auch, warum Brücken, die lediglich die Aufgabe haben, Wanderwege zu verbinden, so teuer sein müssen. Lesenswert ist auch sein Kommentar dazu.
2,5 Millionen Euro fließen in Brücken - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Für das Wochenende ist traumhaftes Winterwetter angesagt – blauer Himmel, kalte, klare Luft und viel Sonne. Genießen Sie es!
Ihr Rolf Hillmann
Wer will sich das in Zukunft eigentlich noch antun? - Meinung - Walsroder Zeitung
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