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Die „Null“ steht

Ausgabe #31 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Liebe Roter-Faden-Leserinnen und -Leser,
bitte entschuldigen Sie, wenn ich mich sprachlich jetzt einer Steilvorlage bediene, die sich mir als „Spracharbeiter“ aus den aktuellen Geschehnissen der Fußball-Europameisterschaft und der Corona-Pandemie geradezu aufdrängt.
Die „Null“ soll bekanntlich immer dann stehen, wenn Fußballmannschaften aus einer starken Abwehr heraus dafür sorgen, zunächst mal keine Gegentore zu kassieren, um dann zu gewinnen. Das ist der deutschen Mannschaft in dem aktuellen Turnier und drei Spielen leider nicht ein Mal gelungen. Bei „Jogis Jungs“ steht die Null also nicht. Aber bei uns! Das mag Landrat Manfred Ostermann jetzt ganz aufgeregt dazwischenrufen. Und er hat recht. Denn im Heidekreis liegt die Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit September des vergangenen Jahres bei null. Der Leiter des Kreisgesundheitsamtes hat das als „fantastisch“ bezeichnet, gleichsam aber auch gewarnt: „Das kann sich schnell wieder ändern.“ Lesen Sie dazu meinen Artikel über das Corona-Update, das die Verantwortlichen gaben:

Endlich: Sieben-Tage-Inzidenz bei Null - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Ein Thema prägte in der vergangenen Woche ganz klar unsere Schlagzeilen: Die Zukunft der Schulen im Landkreis, besonders in der Vogelpark-Region. Hintergrund ist eine in dieser Hinsicht komplett verschlafene Kreistagsperiode, in der die Politiker buchstäblich nichts zur Lösung der Probleme in Walsrode und Bomlitz beigetragen haben. Und wie im übrigen Leben werden Probleme bekanntlich größer statt kleiner, wenn man sie nicht irgendwann angeht. Das Bomlitzer Schulzentrum vergammelt, das alte Walsroder Schulzentrum ist zum Drogenumschlagpunkt mutiert. Eine Elternvertreterin spricht von „Körperverletzung am Kind“, wenn Schüler in maroden Schulen unterrichtet werden. Verantwortliche aus Politik und Verwaltung der Stadt Walsrode kritisieren mit harschen Worten die Schulbaupolitik des Landkreises.
Die Probleme in der Schul(bau)struktur in der „Böhmetal-Region“ sind lange bekannt, Lösungen wurden immer wieder aufgeschoben. Und wie heißt es so schön: Wenn man nicht mehr weiter weiß, dann bildet man einen Arbeitskreis: Tatsächlich soll nun ein moderierter Arbeitskreis ein Zukunftsmodell erarbeiten – vermutlich inklusive einer Integrierten Gesamtschule. Ein Gutachten soll im November der Öffentlichkeit präsentiert werden, das Ergebnis daraus scheint völlig offen – einig sind sich die Beteiligten nur darin, das Thema nicht wieder auf die „lange Bank“ schieben zu wollen. Mein Kollege Jens Reinbold ist mittlerweile Experte auf dem Gebiet und hat alle Artikel in dieser Woche über das komplizierte Thema verfasst - und wie ich meine: sehr klug und verständlich.
Das Bomlitzer Schulzentrum vergammelt, das alte Walsroder Schulzentrum ist zum Drogenumschlagpunkt mutiert... - Heidekreis - Walsroder Zeitung
An der IGS führt wohl kein Weg vorbei - Heidekreis - Walsroder Zeitung
IGS? Entscheidung wohl im November - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Wie tief sind mittlerweile die Gräben im Heidekreis zwischen „dem Norden“ und „dem Süden“? Wirklich schon so tief, dass sie bei personellen Entscheidungen einer Organisation auf Landesebene eine Rolle spielen?
Als der Rethemer Dr. Jonas Wussow am vergangenen Wochenende in Verden zum stellvertretenden Vorsitzenden des Niedersächsischen Sportschützenverbandes gewählt werden sollte, schlug plötzlich der Soltauer Kreisschützenverbandsvorsitzende Walter Heidelberg einen Gegenkandidaten vor – allerdings nicht etwa aus den eigenen Reihen, sondern einen aus dem Kreisschützenverband Alfeld.
Dr. Wussow wurde zwar mit 159 zu 94 Stimmen gewählt – trotzdem blieb ein bitterer Beigeschmack, denn zur Wahl des zweiten Stellvertreters trat der Kandidat aus Alfeld dann plötzlich nicht mehr an. Auf viele wirkte es wie ein Affront der Soltauer Kreisschützen gegen die aus Fallingbostel. Dabei sollen beide Verbände im Jahr 2023 gemeinsam den Deutschen Schützentag im Heidekreis ausrichten. Eine vertrauenswürdige Zusammenarbeit sieht anders aus. Meine Kollegin Märit Heuer hat die Geschehnisse recherchiert und aufgeschrieben.
Irritation um spontane Kampfkandidatur bei Kreisschützenverband Fallingbostel - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Von einem sehr interessanten Nachmittag habe ich berichtet, nachdem ich zu Besuch bei Heiner Beermann in Hufe in der Gemeinde Gilten war. Der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Walsrode warnt vor der Klimakatastrophe. Bis heute weiß niemand, wie wir aus der Krise kommen, die in die Katastrophe führt, wenn nicht bald Maßnahmen ergriffen werden – da sind sich die Klimaforscher einig. Auch die Experten in den Versuchsanstalten, wo händeringend nach „den“ Bäumen der Zukunft gesucht wird, die sich auf die veränderten Klimabedingungen einstellen können, wissen es nicht.
Deshalb lautet die Antwort von Beermann: Wir müssen unter engen regionalen Bedingungen möglichst viel selbst ausprobieren. Er experimentiert in seinen eigenen Wäldern mit 15 Baumarten auf der Suche nach den Bäumen der Zukunft. Lesen Sie eine, wie ich meine, sehr interessante Geschichte:
Das Aller-Leine-Tal ist besonders gefährdet - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Bevor ich Ihnen ein hoffentlich erholsames Wochenende wünsche, möchte ich Ihnen noch meinen Leitartikel ans Herz legen, den Sie unten anklicken können. Da ich der festen Überzeugung bin, dass in der heutigen kindlichen Erziehung von vermeintlich fortschrittlichen Eltern viel falsch gemacht wird, habe ich mich – zugegeben laienhaft – mit dem Typus der „Helikopter- und Rasenmäher-Eltern“ auseinandergesetzt. 
Rolf Hillmann
Kinder mit Wurzeln und Flügeln - Meinung - Walsroder Zeitung
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