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Ausgabe #80 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Liebe Roter Faden-Leserinnen und -Leser,
100 Tage nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine und 50 Tage nach Ostern feiern wir an diesem Wochenende Pfingsten, den eigentlichen Geburtstag der Kirche. Für die meisten von uns ist dieses Fest unmittelbar nach dem kalendarischen Sommeranfang vor allem ein guter Anlass, Unternehmungen zu starten, Menschen zu treffen, Natur und Umgebung zu genießen. Dies geschieht in einer Zeit, die ungleich schwieriger ist als viele vorherige Jahre und die die Welt vor große Herausforderungen stellt. Wer die Nachrichten hört, hat sich vielleicht schon an die Hiobsbotschaften gewöhnt. Ich traue aber oft meinen Augen und Ohren nicht. An den Krieg in der Ukraine kann ich und will ich mich nicht gewöhnen, auch wenn eine allgemeine „Gewöhnung“, verbunden mit zunehmender Gleichgültigkeit, eingesetzt haben soll. Ich ertrage auch kaum noch den ewigen Streit in der Politik über Waffenlieferungen, über einen Kanzler, der bei vielen die Erwartungen nicht erfüllt, einen Oppositionsführer, dem es leidenschaftlichen Spaß zu bereiten scheint, nach Jahren der Abwesenheit auf der deutschen Politik-Bühne die Regierung „vorzuführen“. Ich kann die jetzt schon wieder einsetzende Kakofonie über Maßnahmen der Corona-Bekämpfung im Herbst nicht mehr hören und die vielen TV-Talkshows mit immer denselben Gesichtern und Themen nicht mehr sehen. Ich verzweifele an den vielleicht gut gemeinten, aber schlecht gemachten Entlastungspaketen – angefangen beim Neun-Euro-Ticket, über die Tankrabatte bis hin zu der vom Arbeits- und Sozialminister (SPD) geplanten Einführung eines sozialen Klimageldes, was gleich wieder vom Finanzminister (FDP) attackiert wird. Unterdessen läuft an vielen Stellen die Zeit davon. Den Ukrainern, die immer stärker in die Defensive geraten und den Donbass schon hergeben mussten, beim Kampf gegen den Klimawandel, weil die Energiekrise sämtliche Bemühungen, das Klima zu retten, in den Hintergrund drängt – und beim Kampf um Verteilungsgerechtigkeit. Diesem Thema habe ich auch meinen Leitartikel gewidmet, in dem es um die unglaubliche Gewinne von Großkonzernen in Krisenzeiten und den sich verschärfenden sozialen Konflikt geht.

Obszöne Krisengewinne und zunehmende soziale Ungleichheit - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Kollegin Johanna Scheele, die in einer schwierigen personellen Situation die Verantwortung für ein Projekt übernommen hat, das sowohl einmalig für unseren Verlag ist als auch Sie als unsere Leserinnen und Leser, Kritikerinnen und Kritiker und vielleicht auch als unsere Fans auf den Plan ruft: Wir möchten mit Ihnen einen „Heimatcheck“ machen. Wir wollen mit Ihrer Hilfe in den kommenden Wochen herausfinden, wie hoch die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Menschen in den einzelnen Kommunen des südlichen Heidekreises sind. Dazu können Sie ab sofort an unserer Online-Umfrage teilnehmen. Die 28 Fragen sind schnell beantwortet. Außerdem können die Teilnehmer an einem Gewinnspiel teilnehmen. Die Fragen drehen sich um ganz unterschiedliche Themen – von Freizeitmöglichkeiten über Verkehr, Gesundheitsversorgung, Immobilienmarkt bis hin zu Sauberkeit. Jede und jeder antwortet ganz persönlich aus ihrer und seiner Sicht, bleibt aber selbstverständlich anonym. Wir hoffen, dass sich am Ende ein ziemlich genaues und in dieser Form noch nie erfasstes Bild über die Lebensqualität, Stimmung und Gefühlslage im südlichen Heidekreis ergibt. Aber dabei sind wir auf Sie angewiesen: Denn je mehr Menschen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse, die wir dann später auf unseren Kanälen und natürlich in unserer Zeitung darstellen und analysieren werden. Was ich persönlich besonders reizvoll finde: Neben den Fragen, die Sie mithilfe einer Skala mit Werten von eins bis zehn beantworten können, steht Ihnen auch ein Freitextfeld zur Verfügung. Dort können Sie zum Beispiel begründen, warum Sie mit dem kulturellen Angebot zufrieden sind, dafür aber die Sportstätten oder die soziale Fürsorge für unzureichend halten. An der Stelle ist aber auch genügend Platz für ganz andere Gedanken zu den Aspekten und zur Kritik an der Lebensqualität in der Region. Meine Bitte: Machen Sie mit: für sich, für uns, für die Region. Denn von den Ergebnissen können alle nur profitieren. Vielleicht entwickeln sich daraus sogar konkrete Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern oder der Kommunalpolitik.
Machen Sie mit beim Heimatcheck! - Heidekreis - Walsroder Zeitung
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Lebensqualität an diesem Pfingstwochenende, erholen Sie sich gut!
Rolf Hillmann
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