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Alles eine Frage der (Un)gerechtigkeit

Ausgabe #33 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Mit der Gerechtigkeit ist das so eine Sache. Klar, grundsätzlich – oder besser grundgesetzlich – sind vor dem Gesetz alle gleich, und doch tauchen in gesellschaftlichen Entwicklungen immer wieder Ungerechtigkeiten auf. Kinder aus einkommensschwächeren Strukturen haben es bei der Bildung schwerer, Menschen mit fremdländischen Aussehen schauen mitunter bei der Wohnungssuche in die Röhre, oder Frauen verdienen im Schnitt immer noch immer weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Staat tut, was er kann, um objektive Ungerechtigkeiten zu beseitigen; mal mehr erfolgreich, manchmal auch weniger erfolgreich.
Manche Ungerechtigkeiten sind aber nur schwer zu fassen, weil sie subtil im Ungefähren produziert werden – und noch dazu unabsichtlich. So spielt etwa eine gute Vernetzung im persönlichen Umfeld mitunter eine wichtige Rolle, ob man den Zuschlag für eine Wohnung erhält, den Job bekommt oder aber vielleicht auch einen rechtzeitigen Impftermin ergattern kann.
Und das ist beileibe nicht immer nur Gemauschel: Wer eine Wohnung zu vergeben hat, dem ist der Leumund wichtig; wer einen Job bereitstellt, der ist vielleicht froh, wenn er weiß, dass die Familie des Bewerbers grundsolide ist. Und wer einen guten Draht zu einem Arzt hat, der nimmt die Schwelle zu einem Impftermin womöglich leichter als jemand, der sich nicht traut, dort anzurufen. Manchem fehlen diesbezüglich etwa auch die entsprechenden Informationen etwa über die Tageszeitung, andere besitzen nicht die Mobilität, entsprechende Angebote aufzugreifen.
Aber am Ende steht ein zunächst einmal ungerechtes Ergebnis, das nun auch die Hans-Böckler-Stiftung in einer Studie aufgriff: „Geringverdienende werden bei den Impfungen abgehängt“, lautet da die Schlagzeile. Nun ist das Einkommen nur ein künstlicher Parameter für das, was sich eigentlich hinter der „Impfbarriere“ verbirgt: Die Schwelle zum Impfen ist für manche Menschen aus unterschiedlichen Gründen derzeit offenbar zu hoch.
Deshalb bringt der Landkreis nun Mobile Impfteams auf die Straße, die zumindest in Teilen dafür sorgen sollen, dass diese Schwelle sinkt.
Was es damit genau auf sich hat, habe ich hier zusammengetragen:

Den Piks gibt es nun fast an der Haustür - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Gerechtigkeit in einer pandemischen Lage: Da kommen auch sehr schnell unsere Kinder und Jugendlichen ins Spiel. Sie haben viel ertragen müssen, gerade für sie waren die Beschränkungen im privaten Miteinander noch einmal wesentlich gravierender als für uns Erwachsene. Aber auch in den Schulen mit den verschiedenen Szenarien waren sie Leidtragende – und so mancher hatte das Gefühl, dass die Verantwortlichen mehr hätten tun können, um den Schülern das Lernen besser zu ermöglichen. Lüftungsanlagen für Klassenräume, um die Aerosole mit den Viren aus den Klassenräumen zu bekommen, waren lange Zeit von der Politik verschmäht worden, nun gibt es aber eine Kehrtwende. Mein Kollege Dirk Meyland hat dazu das Wesentliche zusammengetragen.
Bislang nur wenige Luftfilteranlagen in Schulen - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Mittendrin in der Politik ist Gudrun Pieper seit Jahrzehnten. Die Schwarmstedterin ist ausgewiesene Sozialexpertin und hat in der Landes-CDU ihr Wissen stets miteinbringen können. Doch damit soll nun Schluss sein. Gestern hat Pieper zum Pressegespräch geladen und erklärt, dass sie nicht wieder bei den Wahlen antritt. Johanna Scheele hat ihr zugehört und weiß, warum Pieper aufhören möchte.
Gudrun Pieper tritt nicht wieder an - Heidekreis - Walsroder Zeitung
Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Jens Reinbold
Nur ein kleiner Baustein, damit Innenstädte nicht veröden - Meinung - Walsroder Zeitung
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