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Schneiders Denkarium - Ausgabe #6

Revue
 
Faszinierend, so ein Denkarium. Einfach die Gedanken aus dem Kopf ziehen und auslagern. Um immer wied
 

Schneiders Denkarium

11. Juni · Ausgabe #6 · Im Browser ansehen
Schneiders Denkarium

Faszinierend, so ein Denkarium. Einfach die Gedanken aus dem Kopf ziehen und auslagern. Um immer wieder drauf zuzugreifen. Um Platz zu haben für neue Ideen und Erinnerungen. Und um sie mit Euch zu teilen. Meine Gedanken, die nirgends sonst hinpassen, findet ihr ab sofort in Schneiders Denkarium. Der Newsletter, der immer dann erscheint, wenn mein Kopf voll ist…

Feiertagslektüre zu Fronleichnam
“Happy Kadaver”, habe ich Gott-sei-Dank schon lange niemanden mehr zum heutigen Feiertag sagen hören. War und ist auch vor Dämlichkeit nicht zu überbieten. Besser erklärt das schon die katholische Kirche bei YouTube. Kleiner Spoiler: Die Wort-Kombi stammt aus dem Mittelhochdeutschen und steht für “des Herren Leib”. Warum ich mich als Politiker und evangelischer Christ überhaupt für sowas interessiere? Das könnt Ihr, wenn Ihr wollt, auf meiner Homepage nachlesen. Der heutige Newsletter ist auch deshalb was länger, damit Ihr am Feiertag genug Lektüre habt. Also viel Spaß damit!
Was ist Fronleichnam?
Corona-Tests statt Bastel-Masken
Durch die vor Ironie triefende Geschichte einer Erzieherin aus Oberhausen habe ich erstmals davon erfahren, dass die NRW-Landesregierung ihre zu Beginn der Corona-Pandemie eiligst und viel zu teuer eingekauften DIY-Masken nun an die Kindergärten im Land losgeworden ist. Das Kita-Personal fühlt sich zurecht veräppelt - auch wenn sie mit gleicher Lieferung hochwertigere Masken erhalten haben. Unterm Strich fehlt aus meiner Sicht ein regelmäßiger Corona-Test des Personals. Nur so kann man feststellen, ob und wie sich das Virus verbreitet. Je mehr wir darüber wissen, umso leichter finden wir Wege aus dem Notfall-Modus heraus.
Warum aber nicht wieder alles so sein soll wie vorher, habe ich diese Woche in meinem Blog ausführlich geschrieben. Ich sehe tatsächlich die Chance, dass wir beim Neustart vieles anders und damit besser machen könnten - im Tourismus, der Wirtschaft und im Umweltschutz.
Kein Bargeld mehr wegen Automatensprengern
Es soll Menschen geben, die sich mit Händen und Füßen gegen die Abschaffung von Bargeld wehren. Sie sehen es als Grundrecht an, mit Scheinen und Kleingeld statt mit Karte und Smartwatch zu bezahlen. Ich will hier gar nicht über das Für und Wider diskutieren. Mir ist nur eine Meldung aufgefallen, wonach immer mehr Banken ihre Geldautomaten abschaffen. Der Grund: Zu oft werden die Dinger gesprengt und dabei halbe Filialen in Schutt und Asche gelegt - so zuletzt in Moers. Erste Sparkassen würden deshalb schlichtweg resignieren und gesprengte Automaten nicht wieder aufbauen. Merkt Ihr was? Je weniger Automaten, desto weniger Bargeld wird abgehoben und umso mehr wird bargeldlos bezahlt. Skurril, dass ausgerechnet Bargeld-Diebe mit dafür sorgen, dass es irgendwann kein Bargeld mehr gibt…
Gieß den Kiez: Gutes Beispiel für Smart-City
Mensch, hilf! Gerade junge Bäume brauchen aktuell jede Menge Wasser.
Mensch, hilf! Gerade junge Bäume brauchen aktuell jede Menge Wasser.
Wenn ich jemandem erklären will, was “Smart City” bedeutet, helfen dabei immer plastische Beispiele. So wie dieses: Rund 625.000 Berliner Bäume wurden in einer Datenbank erfasst und auf einer digitalen Karte eingetragen. Während der derzeit herrschenden Trockenheit können die Bäume ein wenig Wasser gut gebrauchen - und da kommt “Gieß den Kiez” ins Spiel. Auf der Internetseite kann man den Berliner Baumbestand genauestens erkunden, um dann Gieß-Patin oder Pate zu werden. Mehr als 1.800 Großstadtpflanzen wurden so schon adoptiert. Woher Daten und Idee kommen, berichtet Netzpolitik.org.
Software-Tipp der Woche
Wenn ich bei WhatsApp Nachrichten schreibe, komme ich nicht ohne Emoticons aus. Lächeln, Zwinkern, Küsschen-Münder: Ich möchte nicht mehr auf meine Smileys verzichten. Manchmal suche ich mir aber einen Wolf, wenn ich etwas ganz Bestimmtes haben möchte. Und da hilft das Programm Glyphfinder weiter. Leider keine App, die auf Smartphone oder Tablet funktioniert, dafür aber ein echtes Helferlein auf dem Mac- oder Windows-Computer. Kostet einmalig rund 7,50 Euro.
Schul-Poesie in Zeiten der Corona
Zum Schluss noch ein bisschen Poesie. Das folgende Gedicht eines gefrusteten Lehrkörpers wurde mir von einer berufsschullehrenden Freundin übermittelt. Es bezieht sich auf die 23. Schulmail des Ministeriums, das pünktlich zum Beginn des Wochenendes am vergangenen Freitag über die komplette Wiederaufnahme des Grundschulunterrichts zum 15. Juni 2020 informierte. Kein Wunder, dass da manch betroffener Mensch (siehe oben) zum Stilmittel der Ironie greift:

Schöne Grüße vom Schulpoeten
Ich gebe zu, ich bin verwirrt,
das Virus ist scheinbar mutiert.
In Grundschule greift es nicht an,
wie man aus der Mail folgern kann.

Auch Reinigung ist nicht vonnöten,
in Grundschulen tut es nicht töten,
doch wächst in mir die Skepsis dessen,
was unser Dienstherr, wie vermessen,
als neues Fakt verkaufen will,
denn mehr als viel, ist schlicht zuviel.

Bisher war'n solch Unwahrheiten,
die eig'ne Wege vorbereiten,
mir nur bekannt vom Präsidenten,
der USA, nicht von den eigenen Regenten.

Der Zeitpunkt könnt’ nicht dümmer sein,
die Konsequenz nicht schlimmer sein,
als schnell sich noch zu infizieren,
sich vor der ganzen Welt blamieren,
bevor man in die Ferien startet,
wo sicherlich so mancher wartet,
der sich jetzt schlichtweg infiziert,
weil Düsseldorf es nicht kapiert.
(Verfasser unbekannt)
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