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Lean Coffee zur Nachbesprechung von Unterricht

Lean Coffee zur Nachbesprechung von Unterricht
Von Tim Kantereit • Ausgabe #4 • Im Browser ansehen

Kanban mit Numbers
Kanban mit Numbers
In Anlehnung an die Lean Coffee-Methode aus dem agilen Management, kann diese Methode auch für Unterrichtsnachbesprechungen genutzt werden.
Beim Lean Coffee geht es darum, mit den Referendar:innen gemeinsam auf Augenhöhe die Agenda für die Besprechung festzulegen, nach Wichtigkeit zu sortieren, die Themen zu diskutieren und daraus Aufgaben und Learnings abzuleiten. Dabei gibt es keine Hierarchie.
Wie funktioniert Lean Coffee?
Nachbesprechungen können schnell in endlose offene Diskussionen ausufern oder einzelne Teilnehmer:innen haben deutlich höhere Sprechanteile. Mit Lean Coffee können die Referendar:innen über den Ablauf mitbestimmen. Sie sammeln zunächst die für sie wichtigen Diskussionspunkte und priorisieren diese nach Wichtigkeit. Dank der Timeboxen ist jedem Thema ein bestimmter zeitlicher Rahmen gegeben, der 16 Minuten nicht überschreitet. Alle zu besprechenden Themen bekommen somit die gleiche Aufmerksamkeit und sind wirklich die Themen, die die Teilnehmenden bzgl. der hospitierten Stunde umtreibt.
Material: Kanban-Board bereitstellen, Klebepunkte, Post-its und Stifte auslegen. Alternativ kann ein digitales Kanban verwendet werden (z.B. Cryptpad.fr, Numbers, Miro)
Dauer: ca. 50 Minuten (3 Minuten Brainstorming, 8-16 Minuten pro Thema)
So geht’s
  1. Man erstellt zunächst ein einfaches Kanban-Board. Mit den Spalten Thema, in Diskussion, Erledigt.
  2. Man brainstormt ca. 3 Minuten lang Themen, die aus der Hospitation oder dem Stundenentwurf hervorgehen. Je ein Post-it pro Thema. Hier kann auch mit Impulskarten gearbeitet werden, auf denen z.B. die Kriterien für guten Unterricht notiert sind.
  3. Die Themen werden kurz erläutert.
  4. Mit einem Punkt-Voting, kann jede:r die Themen priorisieren. Jede Person kann 5 Punkte verteilen.
  5. Nun können die Themen diskutiert werden. Nach 8 Minuten entscheiden die Teilnehmenden, ob weiter diskutiert wird oder zum nächsten Thema, Frage etc. weiter gegangen wird.
  6. Man diskutiert solange weitere Themen bis eine zuvor festgelegte Zeit erreicht ist. Abgeschlossene Post-its werden verschoben.
  7. Am Ende hält man Aha-Momente und weitergehende Aufgaben fest. Die Aufgaben können dann als Handlungsschritte für die Referendar:in dienen.
Tipp:
Alle zu besprechenden Themen sind gleich wichtig! Halte die Timeboxen unbedingt ein. Das mag sich anfangs befremdlich anfühlen, macht aber gerade den Reiz und den Sinn von Lean Coffee aus. Wenn man sich nicht daran hält, verlieren die Themen ihre ausbalancierte Wichtigkeit. So könnten sich Teilnehmer:innen bei ihren Themen übergangen fühlen.
Methoden-Hack:
Ich benutze gern ein Kanban auf Klemmbrett oder digital mit Numbers. Dann kann man bei der Nachbesprechung auch einen Spaziergang (als Walk'n'Talk) machen. Die Bewegung fördert Aufmerksamkeit und aktiviert alle Teilnehmenden. Man kann auch den vorhandenen Raum nutzen und sich z.B. mit Post-it’s ausgerüstet vor eine leere Wand oder Tafel stellen.
Kanban auf Klemmbrett
Kanban auf Klemmbrett
Kanban an Tafel
Kanban an Tafel
CC BY SA 4.0
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Tim Kantereit

Ideen, Gedanken und Geschichten rund um ein Referendariat ohne Noten

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