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WM 2022: Zeit der Ausreden ist vorbei

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Es soll ja nicht wenige Fans geben, die die WM 2022 in Katar grundsätzlich boykottieren und kein einziges Länderspiel schauen wollen. Das kann und muss man akzeptieren. (Ich persönlich glaube nicht an den Sinn und die Wirkung eines Boykotts, aber das ist ein anderes Thema.) Was macht man in der gewonnenen Freizeit stattdessen? Ich habe zwei Vorschläge.
Zum einen: Die Champions League der Frauen legt ja keine Pause ein und spielt nächste Woche durch. Am Mittwoch kickt der VfL Wolfsburg bei AS Rom (Anstoß 21 Uhr), am Donnerstag Bayern München beim FC Barcelona (Anstoß 18.45 Uhr), DAZN überträgt beides live. Anfang Dezember geht’s dann mit zwei Heimspielen weiter.
Zum anderen: Heute erreicht mich - endlich, endlich - die zweite Auflage meines Reporterbuchs “Kabinengeflüster”. Sofort werde ich die Fever Pit'ch-Leser beliefern, die schon vor Wochen bestellt haben. Nun sind genügend Exemplare vorrätig, um jenen zu helfen, die während der WM ein bisschen Abwechslung oder Fußball-Lektüre suchen.
Für alle, die das Buch noch nicht kennen: “Kabinengeflüster” erzählt die Anekdoten eines Sportreporters aus einer Zeit, als Geld allein noch nicht das beherrschende Thema beim Fußball war - als es persönlicher zuging, vielleicht langsamer, aber mit Sicherheit volksnäher und authentischer. Auf der Zeitreise biete ich 144 Seiten pure Unterhaltung mit Lerneffekt.
Hier kommt der Deal: Wer mir seine Mailadresse schickt, erhält umgehend die Details, wie man die 14,95 Euro bezahlt und wie man seine ganz persönliche Widmung ins Buch bekommt. Ich meine: Man kann sich “Kabinengeflüster” selbst gönnen - oder Freunden und Geschäftspartnern zu Weihnachten schenken. Einige orderten 20 Stück auf einmal. Danke!
Also: Email-Adresse an mich - und ich melde mich zeitnah!
Ein begnadetes Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Unser Podcast
Einfach reinhören!
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Zeit der Ausreden ist vorbei
Kerry Hau kommentiert
Kerry Hau kommentiert
Von Kerry Hau
1:0 im Oman, sieben Tage vor dem WM-Auftakt gegen Japan – das war nichts, DFB-Team! Zugegeben: Panikmache wäre jetzt überzogen. Das Ergebnis an sich sollte man ohnehin nicht überbewerten. Denn es gab ja auch gute Gründe für den holprigen Auftritt beim 75. der Fifa-Weltrangliste. 
Erstens: Das zermürbende Klima, an das sich die Stars von Bundestrainer Hansi Flick noch gewöhnen müssen. Es war selbst am Abend noch extrem schwül in Maskat, das Thermometer zeigte um die 25 Grad an. Ein unangenehmer Vorgeschmack auf Katar.
Zweitens: Die fehlende Teamchemie, bedingt durch die wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten sowie die vielen personellen Umstellungen und Experimente von Flick. Man darf nicht vergessen: Mit Jamal Musiala, Serge Gnabry und Niklas Süle ließ der Bundestrainer drei Stammkräfte in Maskat komplett draußen, zudem fehlten Abwehrchef Antonio Rüdiger und Lautsprecher Thomas Müller.
Nur Füllkrug findet die Lücke
"Wir brauchen das Triple-Gefühl!"
Klar, dass sich die deutsche Elf mit ihnen anders präsentieren wird als mit Spielern aus der zweiten Reihe wie Lukas Klostermann, Youssoufa Moukoko oder Armel Bella Kotchap.
Drittens: Die Angst vor Verletzungen. Flick gab zu, dass ein Großteil seiner Spieler gegen die beherzten Omani mit angezogener Handbremse spielte und nicht mit 100 Prozent in jeden Zweikampf ging. Verständlich.
Trotzdem wartet noch viel Arbeit auf Flick und seine Stars!
Wackelt die Defensive am kommenden Mittwoch gegen die Japaner so wie in der zweiten Halbzeit im Oman, präsentiert sich auch die Offensive um Kai Havertz und Leroy Sané so ideenlos, dann kann die noch recht entspannt und locker wirkende Atmosphäre im DFB-Lager schnell kippen.
Die deutsche Mannschaft muss spätestens jetzt in den WM-Modus schalten! Die Zeit der Ausreden ist vorbei.
Übersicht zur WM 2022 in Katar
Katar: Die bestgehütete WM-Mannschaft
Aus Sorge vor der sportlichen Blamage
Von Alex Steudel
Gestern ist mir siedend heiß eingefallen, dass Katar ja bei dieser WM auch selbst mitspielt. Ich hatte das vollkommen verdrängt, und es wurde in den 476 katar-kritischen Artikeln der letzten Tage nicht erwähnt. Ich habe sie alle gelesen, bin also auf dem neuesten Stand, was Demokratie (keine), Bier (wenig), Pressefreiheit (je nach Bedarf) und Frauenrechte (wo?) im Wüstenstaat (heiß) angeht. Mein Problem: Über die Mannschaft von Katar ist fast nichts bekannt.
Dabei trifft sie übermorgen zum Auftakt der WM auf Ecuador.
Das Besondere am katarischen Nationalteam ist seine Unbesonderheit. Seit Monaten verschanzt es sich in irgendwelchen Trainingslagern, und man kennt keinen einzigen Spieler. Überliefert ist nur, dass alle Akteure in der Wüste spielen, obwohl das Land vor zehn Jahren den belgischen Klub KAS Eupen kaufte, um dort seine besten Nachwuchskräfte auszubilden, was aber schiefgegangen sein muss. Denn in Eupen spielt niemand aus Katar. Womöglich ist das ja der Grund für den Erstliga-Aufstieg im Jahr 2016.
Der berühmteste Katarer ist jedenfalls gar keiner: Es ist der Nationaltrainer. Ein Spanier, also Alarmstufe rot. Felix Sanchez Bas war mal zehn Jahre lang Jugendcoach beim FC Barcelona. Und er hat Katar 2019 tatsächlich zur Asienmeisterschaft geführt. Seine Elf gewann dabei im Finale gegen Japan und vorher gegen Australien.
Als ich das gelesen habe, ist es mir wieder eingefallen: Ich habe mich damals nicht nur über die guten Leistungen Katars gewundert, das ohne eingebürgerte ausländische Spieler auskommt, sondern vor allem darüber, dass Australien zu Asien zählt. Diese Information hatte mir meine Erdkundelehrerin einst unterschlagen.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Später durfte Katar bei der Südamerikameisterschaft mitmachen und schaffte dort ein 2:2 gegen Paraguay und ein respektables 0:2 gegen Argentinien.
Das sagt uns Folgendes: Katar ist brandgefährlich, und die Fifa sollte einen Diercke-Weltatlas anschaffen; es gibt ihn bei Amazon für 35,95 Euro.
Katar steht jedenfalls in der Fifa-Weltrangliste auf Platz 50, das ist 25 Plätze besser als der Oman, an dem sich der Bremer Niclas Füllkrug am Mittwoch beinahe einen Zahn ausgebissen hätte. Die Fußballmannschaft Katars rangiert damit sogar 64 Plätze höher als die Regierungsmannschaft Katars; sie bekleidet im Demokratie-Index des Economist Rang 114.
Ich hoffe trotz aller Unwägbarkeiten, dass die Gastgeber am Sonntag gegen Ecuador gewinnen. Nur so kann sich endlich echte Begeisterung im Land entwickeln, und der Emir muss nicht ständig teure Fansöldnergruppen fähnchenwedelnd durch seine Ortschaften jagen und von noch teureren TV-Teams filmen lassen.
Katar sollte mindestens das Viertelfinale erreichen. Ich schließe nämlich nicht aus, dass Scheich Tamim bin Hamad Al Thani ansonsten gleich nach einem frühen K.o. die WM für beendet erklärt, und alle Teilnehmer in die Wüste schickt, als in die echte. Autokraten dürfen sowas.
Steudel-Kolumnen gibt’s auch als Buch – der Titel: “UND AM ENDE GEWINNEN IMMER DIE BAYERN”, 268 Seiten. Hier bestellen!
WM 2022 im Fernsehen
Sonntag
11 Uhr, SPORT1: Doppelpass
17 Uhr, ZDF: Gruppe A, Katar - Ecuador
Der TV-Überblick
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Sammelkarten vom DFB
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Wer sich noch bis zum Beginn des ersten Spiels für unser WM-Tippspiel anmeldet (20. November), hat die Chance auf digitale Sammelkarten des deutschen WM-Kaders. Diese werden von der Multisport Collectible-Plattform FANZONE als offiziellem Lizenzpartner des DFB zur Verfügung gestellt. Wir freuen uns über jeden Kurzentschlossenen.
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Pit Gottschalk
Pit Gottschalk @pitgottschalk

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