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Deutschland im Jubeltaumel - na und?

Pit Gottschalk
Pit Gottschalk
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Diese verrückte 2. Liga. Schalke auf Platz 1 - aufgestiegen. Werder Bremen auf Platz 2 - fast aufgestiegen. Dann dicht dahinter: HSV und Darmstadt mit jeweils 57 Punkten. Man kann jetzt schon sagen: Am Sonntagnachmittag findet das große Drama statt, wenn Werder Bremen gegen Regensburg, der Hamburger SV in Rostock und Darmstadt 98 gegen Paderborn ran müssen. Und weil die Emotionen schon jetzt hoch schlagen, hier eine TV-Empfehlung: Heute diskutieren wir bei Sport1 über die verrückte 2. Liga in einem eigenen Doppelpass. Stargast: Daniel Thioune, Ex-Trainer des HSV und aktuell bei Fortuna Düsseldorf. Bitte merken: Heute live ab 21 Uhr.
Einen gefühlsbetonten Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Deutschland im Jubeltaumel - na und?
Köln – Wolfsburg 0:1 | Highlights Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
Köln – Wolfsburg 0:1 | Highlights Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
Von Alex Steudel
Platzsturm in Frankfurt, grenzenlose Begeisterung in Hamburg und in Köln, Tränen wie bei einer (echten) Meisterfeier auf Schalke – was für eine Woche das war!
Wie sind wieder wer!
Sorry, aber: Really?
Eintracht Frankfurt steht im Finale der zweiten Europapokal-Liga. Der HSV ist Zweitligist und könnte vielleicht in die erste Liga aufsteigen. Schalke 04 tut’s und feiert gleich, als sei’s die erste Meisterschaft seit 1958.
In Köln drehen sie komplett durch, weil der FC die Teilnahme an der Conference League sicher hat. Also am Unter-Unter-Europacup, in dem kommende Saison Klubs wie Austria Klagenfurt, Alanyaspor, Aris Saloniki und Partizani Tirana mitspielen könnten.
Es ist, als würde ich Tickets für die Elbphilharmonie kaufen und mich nach der Einlasskontrolle in meiner alten Schulsporthalle wiederfinden. Auf der Bühne knarzt mein Musiklehrer im Ruhestand auf seiner ollen Geige Brahms.
Ne, Leute, Deutschland 2022, das war mit Abstrichen B-Klasse. Wir freuen uns aber und tun so, als hätten Götze und Coman gerade wieder eingenetzt wie anno 2014 und 2020.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Okay, ich will nicht nur meckern. Ich kann die Begeisterung im Einzelnen ja teilen. Ich saß ja am Donnerstag und Samstag auch entfesselt vor dem Fernseher.
Aber ich saß eben auch am Dienstag und Mittwoch vor dem Fernseher, und da spielten Papa und Mama und der reiche Onkel: Real, ManCity, Liverpool.
In der Summe wird mir das Gejubele jetzt zu viel, da muss ein bisschen Wasser in den Wein. Was war, ist schön, lenkt aber nur von Problemen ab, die wir haben. Die Bundesliga hat hohes Fieber, das ist kein Grund zur Freude. Frankfurt ist ein feuchter Lappen auf der Stirn und würde acht von zehn Duellen gegen Liverpool, Madrid oder ManCity verlieren.
Oben wissen die Bayern nicht genau, wohin mit sich, sie sind nach dem Titel-Single angeschlagen. Dortmund sowieso. Leipzig hat eine Taumelsaison hinter sich, Leverkusen ist unbeständig.
Union schafft das nächste Wunder
Reicht nicht für ganz oben. Unsere Vorzeigeliga, die ganze Bundesligaspitze, ist eine einzige Baustelle.
Wenn die Kollegen vom Sportinformationsdienst dann wie gestern schreiben, dass der Schalker Aufstieg eine “Vitaminspritze für die Bundesliga” ist, gehen bei mir die Alarmsirenen an.
Schalke kann die Probleme nicht lösen, Köln nicht, Frankfurt nicht. Der HSV schon gar nicht.
Trotzdem: Ja, es war eine geile Woche!
Steudel-Kolumnen gibt’s auch als Buch – der Titel: “UND AM ENDE GEWINNEN IMMER DIE BAYERN”, 268 Seiten. Hier bestellen!
Immer wieder sonntags
Meister! Aber gedämpfte Stimmung beim FC Bayern
Bayern – Stuttgart 2:2 | Highlights Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
Bayern – Stuttgart 2:2 | Highlights Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
Leipzig – Augsburg 4:0 | Highlights Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
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Frankfurt – Gladbach 1:1 | Highlights Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
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Aue – Bremen 0:3 | Highlights 2. Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
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Heute im Fernsehen
TV-Programm
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21 Uhr, SPORT1: Doppelpass 2. Liga
Auf Schalke wartet jetzt ein Stück harte Arbeit
Schalke – St. Pauli 3:2 | Highlights 2. Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
Schalke – St. Pauli 3:2 | Highlights 2. Bundesliga 33. Spieltag | SPORT1
Von Pit Gottschalk
Die Rückkehr des FC Schalke in die Bundesliga kann nicht dramatischer und wuchtiger sein. 0:2 hinten im letzten Heimspiel gegen St. Pauli, drei Treffer in Halbzeit zwei und dann 3:2 vorne und im siebten Himmel - das ist Schalke. Oder wie man im Pott sagt: der geilste Verein der Welt.
Sie werden Simon Terodde feiern, den Torjäger und seine 29 Treffer in der 2. Liga. Und Mike Büskens, den Interimstrainer und Muntermacher. Vielleicht sogar die Klubführung, die zuerst Patron Clemens Tönnies losgeworden ist und dann den ungeliebten Sponsor Gazprom.
Indes: Irgendwann wird auch dieser Rausch verfliegen. Und dann werden die Schalker feststellen, dass ein Aufstieg zwar schwere Arbeit ist, aber noch schwerer ist die Maloche, um die Klasse zu halten. Es ist ja kein Zufall, dass sie vor einem Jahr in der 2. Liga gelandet sind.
So lief die wilde Aufstiegsparty
Die noch immer drückende millionenschwere Schuldenlast, schon vergessen?, lässt keine gewaltigen Sprünge bei der Kaderplanung zu. Die Mannschaft besteht aus guten Zweitliga-Spielern, die sich am Ende durchgesetzt haben. Aber haben sie auch das Zeug für die erste Liga?
Der VfB Stuttgart, durchaus zu vergleichen mit dem FC Schalke, drehte im vergangenen Jahrzehnt zweimal die Ehrenrunde im Unterhaus, um nach dem zweiten Aufstieg festzustellen, dass es noch immer nicht zu einer nervenschonenden Saison reicht. Wieder droht die Relegation.
Der FC Schalke hat, zumindest gegenüber der Öffentlichkeit, noch immer keinen Trainer für die Bundesliga, der erstens sein Handwerk versteht, zweitens zu Schalke passt und drittens die Krisen, die definitiv kommen werden, meistert. Büskens zeigte, wie wichtig der Trainer ist.
Sechs Wahrheiten über Schalke
Damit nicht genug, die Arbeitsliste ist lang. Die Mannschaft hat einen Marktwert von 31,55 Mio. Euro. Sogar VfL Bochum und Arminia Bielefeld sind wertvoller. Das Durchschnittsalter im Kader beträgt 26,6 Jahre. Damit würde man zu den drei ältesten Klubs in der Bundesliga gehören.
Kann man sich Umbau und Verjüngung leisten? Nach Vivawest auf der Trikotbrust und Rewe auf den Trainingsklamotten braucht man einen Werbepartner, der dauerhaft in einer Millionenhöhe investiert, die dieser Verein verdient. Den muss man in Pandemie-Zeiten erst einmal finden.
Die Situation darf Schalke nicht schrecken. Schon andere Klubs, siehe Köln, haben solche Phasen durchgestanden und sind gestärkt daraus hervorgegangen. Dessen muss sich der Verein halt bewusst sein: dass bei aller Euphorie noch ein hartes Stück Arbeit auf Schalke 04 wartet.
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Pit Gottschalk
Pit Gottschalk @pitgottschalk

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