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Newsletter von M. Sulzbacher: Franz Fuchs und der „große Austausch“

Markus Sulzbacher
Markus Sulzbacher
Hallo, liebe Leserin, lieber Leser,
bisher ist es kein großes Thema, aber in den vergangenen Tagen gab es verstärkt Angriffe auf die LGBTQ+-Community. In Linz wurden Jugendliche nach der Pride-Parade verprügelt, in Kärnten und Mistelbach homophobe Transparente angebracht und vielerorts werden Regenbogenfahnen gestohlen. Es gilt wachsam zu sein, denn es ist zu befürchten, dass die Übergriffe zunehmen werden.  
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Franz Fuchs und der „große Austausch“
Der Massenmörder von Christchurch, Neuseeland, hat sich auf den Mythos vom „großen Bevölkerungsaustausch“ des französischen Rechtsextremen Renaud Camus bezogen; ebenso der Attentäter von Buffalo, USA, der im Mai dieses Jahres zehn Menschen in einem Supermarkt erschoss. Davor schon andere Rechtsterroristen. 
Der „große Bevölkerungsaustausch“ ist ein zentraler Kampfbegriff der sogenannten Neuen Rechten, mit dem die Einwanderung von Nichtweißen und Muslimen auf eine angebliche Verschwörung zurückgeführt wird, die das Ziel haben soll, die weißen Mehrheitsbevölkerungen zu ersetzen. Hinter diesem angeblichen Plan würden etwa „die Globalisten“ oder „die Eliten“ – oftmals ein Code für „die Juden“ – stecken. Es ist ein Mythos, der aktiviert.
ÖVP kokettierte mit der Erzählung
In Österreich ist es die zentrale Verschwörungserzählung von Martin Sellner und den Identitären. Auch der ehemalige FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache sprach vom „großen Bevölkerungsaustausch“. 
Im Juni des vergangenen Jahres kokettierte die ÖVP mit dieser Erzählung. Als die SPÖ vorschlug, den Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft zu erleichtern, reagierte ÖVP-Klubchef August Wöginger darauf mit einer scharfen Aussendung: „Die Linksparteien wollen mittels Masseneinbürgerungen die politischen Mehrheitsverhältnisse im Land ändern.“ Wöginger sprach gar von einer „Entwertung“ der Staatsbürgerschaft.
“Umvolkung“ in einigen Bereichen bereits vollzogen
Die Erzählung vom „großen Bevölkerungsaustausch“ ist ein modernes Update der „Umvolkung“, einem Begriff, der direkt aus dem Wortschatz der Nationalsozialisten und deren Wegbereiter stammt. Von „Umvolkung“ schrieb auch Franz Fuchs, der in den 1990er Jahren Briefbomben in Österreich und nach Deutschland schickte, sowie Bomben legte – und dabei vier Menschen tötete und 15 verletzte. Für Fuchs war die „Umvolkung“ in einigen Bereichen bereits vollzogen, wie in einer seiner Erklärungen zu lesen ist. Deswegen schickte er Bomben an Menschen, die er für die angebliche Umvolkung verantwortlich machte. Es waren Menschen, die sich für Vertriebene einsetzen.  (Markus Sulzbacher, 30.6. 2022)
Vergangene Woche habe ich STANDARD über den Anschlag auf Simon Wiesenthal vor 40 Jahren geschrieben. Hier der Artikel:

Ziel Simon Wiesenthal: Vor 40 Jahren überzogen Neonazis Österreich mit einer Bombenwelle - Watchblog - derStandard.at › Inland
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Markus Sulzbacher
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Markus Sulzbacher
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