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Newsletter von M. Sulzbacher - Ausgabe #8: "Auf der Suche nach 600 Polizisten"

Markus Sulzbacher
Markus Sulzbacher
Hallo, schön, dass Sie hier sind.
Ich habe diese Woche 600 Polizisten gesucht, aber nicht gefunden. Hier die Geschichte:
„Dass es sich um 600 Polizisten handelt, wird einfach von drei Personen behauptet"
Der Offene Brief der „Polizisten für Grund- und Freiheitsrechte“ sorgte vor zwei Wochen für Schlagzeilen. „600 Polizisten wettern gegen die Corona-Impfung“ schrieb heute.at, die „Tiroler Tageszeitung" titelte mit „Offener Brief: 600 Polizisten stellen sich gegen ihren Minister!“. Und auch in einem ORF-Artikel vom vergangenen Montag war von 600 Beamten die Rede.
Dabei gab es schon kurz nach der Veröffentlichung des Briefes Zweifel daran, ob wirklich 600 Polizisten und Polizistinnen gegen die Corona-Impflicht auftreten. Die Zahl findet sich in der Presseaussendung, die gemeinsam mit dem Brief veröffentlicht wurde und dieser wurde lediglich von drei Personen unterfertigt. Dem „Kurier“ sagte das Innenministerium: „Dass es sich um 600 Polizisten handelt, wird einfach von drei Personen behauptet“.  
Ehrenamtlicher Polizeiseelsorger
Einer davon ist kein Polizist, sondern war ehrenamtlicher Polizeiseelsorger. Der Mann wurde mittlerweile von Kardinal Christoph Schönborn von dieser Aufgabe abberufen, da die Funktion des Seelsorgers „tagespolitische Zurückhaltung“ und „eine gewisse Neutralität“ gebiete.
“Ich war selbst am Schwarzenbergplatz”
Neben dem Polizeiseelsorger, der als Sprecher der Gruppe fungiert, unterzeichneten auch eine Beamtin aus Tirol und ein Beamter aus Niederösterreich den Brief. Letzterer ist FPÖ-Ortsparteiobmann in der niederösterreichischen Gemeinde Laxenburg und trat in der Vergangenheit als freiheitlicher Personalvertreter auf.
Gegenüber den Niederösterreichischen Nachrichten sagte der Polizist, er sei bei einer Corona-Demonstration im Einsatz gewesen: „Ich war selbst am Schwarzenbergplatz in Wien dabei und habe erlebt, dass Gewaltausbrüche mehrheitlich von linken Berufsdemonstranten verübt werden und nicht von Bürgern, die sich um ihre Zukunft sorgen.“ Eine Erzählung, die unabhängige Beobachter nicht teilen. 

"Polizisten für Grund- und Freiheitsrechte" bei der Corona-Demonstration am 15. Jänner in Wien
"Polizisten für Grund- und Freiheitsrechte" bei der Corona-Demonstration am 15. Jänner in Wien
Zuletzt trat der FPÖ-Polizist gemeinsam mit der Beamtin aus Tirol bei „FPÖ-TV“ auf, um über den Brief zu reden. Ihnen stand dabei ein weiterer Polizist zur Seite, der bereits bei Corona-Demonstrationen in Wien in Erscheinung trat. Bei diesen Demonstrationen waren es allerdings keine 20 Personen, die sich hinter einem Transparent der „Polizisten für Grund- und Freiheitsrechte“ sammelten. Darunter am 15. Jänner ein pensionierter Polizist, der, gemeinsam mit dem ehemaligen Polizeiseelsorger, bei einer Kundgebung am Wiener Heldenplatz eine Rede hielt. 
Keine 20 Personen
Bei diesen Demonstrationen waren es allerdings keine 20 Personen, die sich hinter einem Transparent der „Polizisten für Grund- und Freiheitsrechte“ sammelten. Mit dabei war auch ein pensionierter Polizist, der, gemeinsam mit dem ehemaligen Polizeiseelsorger, am 15. Jänner bei einer Kundgebung am Wiener Heldenplatz eine Rede hielt. In der Welt der Corona-Demonstrationen spielt die Gruppe eine hervorstechende Rolle, da sie als Beleg angesehen werden, dass viele Polizisten und Polizistinnen auf Seite der Demonstrierenden stehen würden.
Die Demonstranten und Demonstrantinnen gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung sehen die Gruppe als Beleg dafür, dass viele Polizisten und Polizistinnen auf ihrer Seite stehen würden. Dass es bei den Demonstrationen auch immer wieder zu Angriffen auf Polizisten und Polizistinnen kommt, steht auf einem anderen Blatt. Von Verfassungsschutz-Chef Omar Haijawi-Pirchner wird dies jedenfalls mit „Sorge gesehen“, wie er unlängst sagte. (Markus Sulzbacher, 27.1. 2022)
Corona-Demo am Samstag
Am kommenden Samstag findet wieder eine Corona-Demonstration in Wien statt. Ich bin gespannt, wie viele Personen daran teilnehmen werden. Als vergangene Woche, am 20. Jänner, das Parlament die Impflicht beschlossen hat, waren lediglich 400 bis 500 Personen auf der Straße. Darunter organisierte Rechtsextreme.
Protestzug in Wien, während im Parlament die Impfpflicht beschlossen wurde.
Protestzug in Wien, während im Parlament die Impfpflicht beschlossen wurde.
Waren die Nazis links?
„Das waren nicht nur Mörder, sondern auch durch und durch Sozialisten“, schrieb am Montag die Journalistin Anna Dobler auf Twitter anlässlich des in ORF 2 gezeigten TV-Films „Wannseekonferenz“. Nach diesem Tweet trennte sich das Boulevardmedium „Exxpress“ von Dobler. Das Posting sei „nachweislich falsch“, so der „Exxpress“, „wir wollen nicht, dass unsere Redaktion mit dem geringsten Verdacht einer möglichen Relativierung des Nationalsozialismus belastet wird“. 
Auf Twitter folgte eine Diskussion darüber, ob die Nazis nicht doch Sozialisten oder links gewesen wären. Die Antwort ist klar.
Nein, Adolf Hitler hat das schon 1928 klar verneint und die Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung ist die Ungleichwertigkeit der Menschen, die schließlich zum Rassenwahn des NS-Regimes geführt hat. Das ist das genaue Gegenteil des linken Gleichheitsideals.
Artikel im STANDARD
Im STANDARD habe ich diese Woche einen Artikel über das Tragen von gelben Sternen auf Corona-Demonstrationen geschrieben. Den Artikel dazu gibt es hier:
Gelbe "Judensterne" auf Demos: Bisher keine einzige Verurteilung - Watchblog - derStandard.at › Inland
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Markus Sulzbacher
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Markus Sulzbacher
Markus Sulzbacher @msulzbacher

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