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Newsletter of Motionfinity - Ausgabe #5

Newsletter of Motionfinity - Ausgabe #5
Von Ralf Lange • Ausgabe #5 • Im Browser ansehen
Mit einem neuen Team auf der UK Seite hat das Nordirland-Protokoll beide Seiten weiter fest im Griff. Die britische Außenministerin Liz Truss hat die Verhandlungsführung von Lord Frost übernommen und erste Akzente gesetzt.

Annähern und kennenlernen
Nach der durch den Jahreswechsel bedingten Verhandlungspause haben die Gespräche wieder begonnen. Das Thema ist allerseits bekannt: die Anwendung des Nordirland-Protokolls innerhalb des Austrittsabkommens zwischen EU und UK. Liz Truss hat für den Start einen anderen Stil gewählt. Dazu hat sie Maros Sefcovic zu einem 2-tägigen Aufenthalt in das Chevening House, ein Landschloss in der englischen Grafschaft Kent, eingeladen. Dies bot ihr die Möglichkeit, mit ihm in einer anderen Umgebung - losgelöst von den üblichen Meeting-Routinen - an der frischen Luft ins Gespräch zu kommen und die gegenseitige Chemie abzutasten. Damit hat sie sicherlich einen klugen Ansatz gefunden, um den Wechsel der Verhandlungsatmosphäre zu betonen und Freiraum für ihre Argumentation zu schaffen. Wer jedoch insbesondere auf EU-Seite erwartet hat, dass die Gespräche einfacher würden, wurde enttäuscht. Es wird weiterhin erwartet, dass (simpel ausgedrückt) Handelsstreitigkeiten nicht vor dem Europäischen Gerichtshof ausgetragen werden. Auch möchte man weiterhin das Nordirland-Protokoll neu verhandeln, da man ansonsten den Frieden zwischen Irland/Nordirland gefährdet sieht. Kurz gesagt: ein angenehmer Auftakt in Landhaus-Atmosphäre bei weiterhin harten Fakten. Beide Seiten sind vorsichtig, eine Frist für den Abschluss der Gespräche zu benennen. Der Ausgang ist nach wie vor offen. Das Abkommen mit der EU ist ein wichtige Element, jedoch arbeitet sie parallel dazu an weiteren Handelsabkommen mit anderen Ländern. Man darf nicht vergessen, dass es eine Reihe von Ländern weltweit gibt, die durch Abkommen mit der EU geregelt waren und jetzt neu verhandelt werden müssen.
Auf EU-Seite beobachtet man, wie die Wahl in Nordirland und der Verbleib von Boris Johnson als Premierminister die Gespräche beeinflussen können.
Die DUP-Partei in Nordirland hat vergangene Woche kurzfristig für Aufregung gesorgt, als quasi über Nacht die Aussetzung der Grenzkontrollen nach UK ausgesetzt werden sollten. Es wird vermutet, dass mit dieser Aktion Zeitdruck in die laufenden Gespräche gebracht werden sollte. EU und UK haben bisher relativ gelassen darauf reagiert und die Grenzkontrollen scheinen wie gewohnt stattzufinden.
Erschwerend kommt hinzu, dass seit 01. Januar diesen Jahres die Zollkontrollen auf UK Seite Richtung EU zum Tragen kommen. Dies scheint auch nach 1 Jahr Grace-Period für die britischen Exporteure und Grenzkontrollstellen eine Herausforderung zu sein.
UK Reach wird neu bewertet
Es ist hinlänglich bekannt, dass die UK Regierung beabsichtigt, ein neues UK Reach Register aufzubauen, um unabhängig von der EU-Registrierung zu werden. Dazu hat es jedoch von Seiten der britischen Chemie-Industrie starken Widerstand gegeben, da man keinen Sinn darin sieht, in UK eine Art Parallel-Register aufzubauen. Auf dem Neujahrsempfang der British Chamber of Commerce in Germany haben uns gegenüber deutsche Chemie-Unternehmen dieses Problem sehr deutlich benannt. Die UK Behörden haben aber bereits reagiert und im Dezember 2021 bekanntgegeben, das beabsichtigte UK Reach neu zu bewerten und nach Alternativen zu suchen. Für bestehende Fristen werden Verlängerungen erwartet. Wir werden berichten.
Perspektive UK - AR & VR
Im letzten Rundbrief hatten wir angekündigt, auch einen Blick auf die Perspektiven des UK Marktes zu werfen.
Der britische Sektor für Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) ist ein Pionier der digitalen Revolution mit dem am schnellsten wachsenden Markt in Europa.
Das Vereinigte Königreich ist international anerkannt für kreative Exzellenz und Weltklasse-Innovation. Von 2019 bis 2024 wird eine Wachstumsrate von 78,3% für die Ausgaben für AR und VR in Großbritannien erwartet. Das Wachstum wird bis 2030 voraussichtlich 62,5 Milliarden Pfund erreichen, und das Vereinigte Königreich bietet erhebliche Chancen für Investoren.
Die AR- und VR-Stärken Großbritanniens erstrecken sich über alle Aspekte der Branche, von der Erstellung, Entwicklung und Produktion immersiver Inhalte bis hin zur Software- und Hardwareerstellung. Die Branche kann auf Talente von international anerkannten Universitäten wie der Durham University zugreifen, die sich in Informatik auszeichnen. Durham verfügt über das erste Intel oneAPI Academic Centre of Excellence in Großbritannien.
Das Vereinigte Königreich hat immer wieder Stipendien angeboten, wie z.B. die Challenge Audience of the Future – Design Foundations 2 von 2021. Dies ermöglichte es in Großbritannien registrierten Unternehmen, einen Anteil von bis zu £ 800.000 für frühphasige, menschenzentrierte Designprojekte in kreativen oder immersiven Erlebnissen zu beantragen.
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Ralf Lange

Smart Brexit Solutions │ Startups

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