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Wenn die Teeblätter richtig liegen... 🔮

Willkommen zurück! Heute hätte ich ein paar Notizen zum neuen Reuters News Report und dem Zusammenhan
Wenn die Teeblätter richtig liegen... 🔮
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #120 • Im Browser ansehen
Willkommen zurück!
Heute hätte ich ein paar Notizen zum neuen Reuters News Report und dem Zusammenhang zwischen einer App fürs Teeblätterlesen und digitalen Werbenetzwerken und natürlich die übliche Ladung an Links.
Man liest sich!
Johannes
P.S.: Das Pop-up Magazine hat die Frühlingsausgabe seiner Magazin-als-Bühnenshow kostenlos auf Youtube gestellt und sie ist verdammt gut!

Die diesjährige Ausgabe des Reuters Digital News Report ist letzte Woche erschienen. Eine Zusammenfassung lässt sich direkt hier finden. Ich möchte aber noch ganz kurz auf ein paar Punkte eingehen, die mir ins Auge gefallen sind:

  • Ein Großteil der Menschen zahlt noch immer nur für maximal 1(!) Medium. Gründe fürs Abonnieren sind die Exklusivität und Qualität und interessanterweise die Bekanntheit der Journalist:innen hinter einem Medium. Zusatzangebote wie Rezepte und Kreuzworträtsel sind auch ein großes Plus. (pg. 34f.)
  • Print verliert in Deutschland weiterhin an Wichtigkeit. Haben 2013 noch 63% Print als Nachrichtenquelle angegeben, sind es inzwischen nur noch 33% (pg.70). (Dazu passt auch diese Studie vom BDVZ nach der in 5 Jahren 40% von Deutschland nicht mehr wirtschaftlich mit Tageszeitungen beliefert werden könnte.)
  • Smartspeaker scheinen etwas abgeschlagen. Nach drei Jahren nutzen gerade einmal 5% aller Befragten in den UK Smartspeaker für Nachrichten. (pg. 31) Für Deutschland scheint es keine Zahlen zu geben.
Alles in allem bestätigt der Report den Trend in der Medienbranche weg von Reichweite und hin zu Abos und loyalen Zielgruppen. Das Problem ist eben nur, dass große überregionale Medien kleinen lokalen oft das Wasser abgraben und auf Kosten dieser wachsen. Es gilt also weiterhin: Mögest du in interessanten Zeiten bei einem Zeitungsverlag arbeiten…
Falladin ist eine türkische App mit etwas ungewöhnlichen Ansatz: Es ist eine Art Uber fürs Teeblattlesen. Persönliche Vorhersagen—nur eine Nachricht und ein Freemium-Abo entfernt. Und dabei sind die Vorhersagen angeblich so gut, dass Nutzer eine Verschwörung witterten. Spioniert die App mich aus?
Recently, Faladdin has been the subject of a litany of complaints over privacy issues. Skeptics wondered how the app could be so precise in its readings. Did it screen iMessages? Spy on Photo Streams? The rumors first spread on social media; then CNN Turk ran an article about it.
Der Vorwurf ist absurderweise nicht unähnlich den Gerüchten, Facebook oder Instagram würden ihre Nutzer abhören, um Anzeigen besser zu platzieren. (Sie tun es nicht, btw.)
Die Wahrheit ist nämlich in beiden Fällen schlicht die Tatsache, dass wir oft berechenbarer sind als uns vielleicht lieb ist.
Taşdelen denies that he’s spying on anybody. “We don’t do that. We just consider the demographics that users give us,” he said. Faladdin wants to know four things about you: age, gender, job, and relationship status. From there, it’s not difficult to extrapolate. “Single people at a certain age consider marriage. Parents ponder prospects for their kids. Humanity’s algorithm,” he mused, “isn’t complex. Societal expectations make our worries quite predictable.”  
+ Faladdin ist natürlich nicht das einzige Startup, das Wahrsagerei “at scale” anbietet. Das amerikanische Co-Star kombiniert Astrologie mit Machine Learning und personalisierten Voraussagen für mehrere Millionen Nutzer. (Ein Motherboard-Portrait des Startups)
(Alles was jetzt noch fehl ist ein sexy Begriff für diese Apps. Tarot-Tech? Divination-Tech? Trendreporting? Ich arbeite da noch dran…)
Merkwürdiges & Anderes
Public Media Stack—Die Seite sammelt und vergleicht nicht nur die wichtigsten Tools, sondern bietet auch Case Studies rund um digitales Publizieren mit Blick auf eine offene Medienlandschaft. Großartige Ressource!
Kalender, aber als Plattform—Überträgt man die Medienstrategie “zu sein, wo die Leser sind” auf andere Apps als soziale Netzwerke, wird es spannend. Die E-Mail App ist längst erobert, aber was ist mit dem Kalender? Stellt sich heraus, dass sowohl das Washington Journal, als auch die New York Times längst Angebote haben. Und TheSkimm hat seine ganze App um die Idee aufgebaut.
Craig Mod
One interesting quirk of running a membership program is you can use those members funds to do stuff like pay folks to lecture. This sunday a Japan scholar is giving us a Zoom lecture on the art islands and history of the seto-nai-kai inland sea of Japan.
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Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges von Johannes Klingebiel.

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