Tod dem Fernsehen & Luxus ūüďļ

Ich habe diese Woche wieder einmal ein paar Gedanken zu Snapchat und Luxus-Mode und Amazon. Ich weiß
Tod dem Fernsehen & Luxus ūüďļ
By Johannes Klingebiel • Issue #61
Ich habe diese Woche wieder einmal ein paar Gedanken zu Snapchat und Luxus-Mode und Amazon. Ich wei√ü Snapchat kam in letzter Zeit wieder etwas √∂fter vor, weswegen ich in Zukunft versuchen werde weniger √ľber das Netzwerk zu schreiben und wieder etwas mehr andere Themen anzusprechen.
Abgesehen davon: Rockt die Woche!
Johannes
P.S.: Die Re:Publica war einfach wundervoll! Danke noch einmal an alle, die ich pers√∂nlich auf ein Bier/Kaffee treffen durfte. Ich hoffe man sieht sich sp√§testens n√§chstes Jahr wieder ūüĎĆūüŹĽ

Snapchats erstes Quartalsergebnis entt√§uschte die Hoffnungen der Investoren. Da w√§ren ein Umsatz unter den Erwartungen, stagnierendes Nutzerwachstum, weniger Umsatz pro Nutzer, gigantische 2 Milliarden Dollar an Ausgaben¬†und dieses andere blaue soziale Netzwerk, das sich viel M√ľhe gibt Snapchat um die Ecke zu bringen.¬†
Wo will Snapchat also hin? Anscheinend dem Fernsehen das Wasser abgraben. Im Februar verk√ľndete das Unternehmen Kooperationen mit der BBC, ESPN, ABC, NFL, dem Discovery Channel¬†und einigen anderen. Hilfreich ist vermutlich auch Snaps HQ in LA und damit nahe den gro√üen Produktionsfirmen in Hollywood. Interessant wird wie eine f√ľr Snapchat produzierte Serie aussehen k√∂nnte und wie Werbung und interaktive Elemente eingesetzt werden k√∂nnten. Die Soap ‚Äúiam.serafina‚ÄĚ von Funk und Puls (Trailer) ist sicher ein gutes Beispiel oder¬†das norwegische Serien-Fromat ‚ÄúSkam‚ÄĚ.¬†Dieses postete Videos √ľber eine Woche verteilt auf verschiedenen Plattformen und strahlte die ganze Folge schlie√ülich am Wochenende aus. (Think: Serien in kleineren Einheiten als ‚ÄúLive‚ÄĚ-Kommunikation)
+ Dass Snapchat sich selbst als das n√§chste Fernsehen sieht hat das Unternehmen sogar¬†recht offensiv in seiner IPO erkl√§rt. Bei 200 Milliarden Dollar, die j√§hrlich in den USA in TV-Anzeigen investiert werden, ein saftiges Ziel. Jedoch k√∂nnte sich Snapchat mit seiner kleinen Zielgruppe und hohen Anspr√ľchen an Anzeigen selbst im Weg stehen. Dazu kommt,¬†dass Fernsehen bisher alle Mordversuche √ľberlebt hat.
+ Ah und nat√ľrlich arbeitet Facebook auch an einer Fernseh-Offensive. Nat√ľrlich.
+ Auf der technischen Seite h√§tte ich hier noch eine Auflistung an Patenten, die Snapchat besitzt¬†und die einige Ideen f√ľr Snaps n√§chste Produkte geben d√ľrften. (Spoiler: ein Bezahlsystem, Spracherkennung, 3D-Selfies und Dinosaurier) Die l√§nger erwarteten AR-Anzeigen rollt Snapchat bereits aus.
LVMH d√ľrfte nur wenigen ein Begriff sein, wenn man sich nicht t√§glich mit Mode besch√§ftigt. Kurz: LVMH ist ein Luxus-Gigant, dem Marken wie Lous Vuitton, Dior oder Bulgari geh√∂ren. Nachdem eCommerce im Luxus-Segment bisher eine eher untergeordnete Rolle spielte plant LVMH mit ‚Äú24 S√©rves‚ÄĚ eine eigene Shoppingplattform f√ľr sich und andere Marken.
Diese Ank√ľndigung ist in so fern bemerkenswert, da Luxusmarken sich vor allem durch ihre Exklusivit√§t definieren. Preislich, als auch r√§umlich. Ein Onlinestore entfernt diese zweite Komponente.
+ Während in Amerika immer mehr Geschäfte und Malls schließen, arbeitet Amazon verstärkt an seinen Mode-Ambitionen. Das Ziel: Der Bau einer datengetrieben Modemaschine, die in der Lage sein soll maßgeschneiderte Kleidung zu produzieren. Alexas neueste Inkarnation als Fashion Police passt perfekt in diese Strategie. Luxusmarken sind jedoch wenig beeindruckt. LVMH schloss erst letztes Jahr eine Kooperation mit Amazon kategorisch aus.
+ Man sollte jedoch anmerken, dass bisher Versuch die Auswahl von Kleidung zu digitalisieren grandios gescheitert ist.
+ Auch mit Blick auf Fälschungen tut sich einiges. Entrupy ist beispielsweise ein New Yorker Startup, welches Machine Learning einsetzt, um gefälschte Luxus-Handtaschen identifizieren zu können.
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Johannes Klingebiel
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