Social Media Pogrom & Verschiebt die Job-Apokalypse đŸ€·â€â™‚ïž

Ich bin zurĂŒck aus New York und erholter, als man es von einem Urlaub in dieser Stadt erwarten sollte
Social Media Pogrom & Verschiebt die Job-Apokalypse đŸ€·â€â™‚ïž
By Johannes Klingebiel • Issue #70 • View online
Ich bin zurĂŒck aus New York und erholter, als man es von einem Urlaub in dieser Stadt erwarten sollte. Ich hatte ĂŒberlegt, ob ich ĂŒber Las Vegas und das wiederholte Versagen Googles und Facebooks als Nachrichten-Gatekeeper schreiben sollte, aber ich finde es ehrlich ein sehr mĂŒĂŸiges Thema.
Der “neutrale Algorithmus” ist meiner Meinung nach eine der schĂ€dlichsten Tech-Narrativen da draußen.
Okay. Rockt die Woche!
Johannes
P.S.: Eine Ode an den Gruppenchat (Sehr sehr cooles Artikel-Design)

Auch wenn Zuckerberg das Gegenteil beteuert, Facebook ist mitunter eine Plattform geworden, um Keile zwischen Menschengruppen zu treiben. Im Falle von Myanmar mit tödlichem Ausgang.
Bis 2014 wurde das Land von einer MilitĂ€rdiktatur regiert, die den Internetzugriff stark einschrĂ€nkte. Nur etwa 1% der Bevölkerung hatte Zugang zum Netz. Mit dem Fall der Diktatur und der daraus resultierenden Öffnung des Landes fluteten billige Smartphones und asiatische Mobilfunkanbieter das Land. In diesen drei Jahren stieg die Anzahl der Internetnutzer sprunghaft auf heute 89% (46 Millionen) der Bevölkerung. Unter diesen befinden sich außerdem 10 Millionen aktive Facebook-Nutzer. Eine Zahl, die vermutlich weiter steigen wird, da Myanmar eines der LĂ€nder in Facebooks “Free Basic”-Programm ist.
+ Megha Rajagopalan hat letztes Jahr diese rasante Entwicklung fĂŒr Buzzfeed dokumentiert. Denn zusammen mit den positiven Aspekten der Vernetzung einer Gesellschaft, kommen auch eine Menge negative, wie virale GerĂŒchte und Fake News. Viele mit der muslimischen Minderheit im Land als Ziel.
But there has also been an increase in articles that demonize the country’s minority Muslim community, with fake news claiming that vast hordes of Muslim worshippers are attacking Buddhist sites. These articles, quickly shared and amplified on social media, have correlated with a surge in anti-Muslim protests and attacks on local Muslim groups.
(Ein weiterer erschreckender Aspekt ist die Tatsache, dass radikale Buddhisten in Myanmar die Narrativen und Argumente amerikanischer Rechter, wie der Alt-Right oder dem KKK ĂŒbernehmen und auf Myanmar anpassen. Hass ist vernetzt und global im 21. Jahrhundert.)
+ Facebook und andere Plattformen sind dabei nicht die Ursache der Übergriffe auf Muslime in Myanmar, die schließlich in den ethnischen SĂ€uberungen der letzten Wochen mĂŒndeten. Sie spielen jedoch eine nicht zu unterschĂ€tzende Rolle in der Verbreitung von GerĂŒchten und der Organisation von Mobs. Sie verstĂ€rken so gesellschaftliche Spaltungen.
+ Wired hat auch eine Reihe Profile von Menschen aus Myanmar veröffentlicht, die dokumentieren, wie das Internet ihre Leben verĂ€ndert hat. Zum Guten und zum Schlechten. Und The Atlantic hat auch einen sehr spannenden Text ĂŒber die Auswirkungen des Netzes auf Bauern in den abgelegeneren Regionen des Landes.

Wenn wir ĂŒber Fake News und die negativen Auswirkungen von sozialen Netzwerken diskutieren, beschrĂ€nken wir uns meiner Meinung nach zu oft auf westliche LĂ€nder und vergessen die Effekte, die diese auf LĂ€nder ohne gefestigte Massenmedien und anderen gesellschaftlichen Strukturen haben können. Es ließe sich an dieser Stelle sicher ein schlauer Text ĂŒber diese neue Form der digitalen Kolonialisierung durch westliche IT-Giganten schreiben. Allgemein sollten wir jedoch nicht vergessen, dass CEOs, wie Zuckerberg, nicht nur eine Verantwortung Europa und Nordamerika gegenĂŒber haben.
(Auch relevant zu dem Thema: WhatsApps Fake News Problem)
Angeblich werden KIs und weitere Automatisierung in den nĂ€chsten Jahrzehnten etwa die HĂ€lfte aller Jobs vernichten. Angeblich, denn wie Wired in diesem Text gut beschreibt gibt es keine Beweise fĂŒr eine solche Welle der ArbeitsplĂ€tze-Vernichtung. Im Gegenteil scheint der Einfluss von KI und Robotern bisher minimal zu sein und unterm Strich positiv. (Vielleicht mĂŒssen wir die Job-Apokalypse noch einmal nach hinten schieben)
+ Selbst dort, wo Roboter Menschen ersetzen, wechseln diese in andere Rollen, wie im Falle Amazons.
+ Ein Beispiel fĂŒr Jobs, die durch KI geschaffen werden, liefert auch x.ai: den “AI Interaction Designer”.
MerkwĂŒrdiges & Anderes
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Johannes Klingebiel
Ein unregelmĂ€ĂŸiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und MerkwĂŒrdiges.
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