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Passivität, aber als Feature

Passivität, aber als Feature
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #128 • Im Browser ansehen
Vor meinem Fenster liegt der erste Schnee des Winters und auf meinem Schreibtisch stapeln sich Papiermuster und korrigierte Ausdrucke. Womit ich sagen will, ich bin gerade auf den letzten Metern eines kleinen “Special Projects” rund um meine Arbeit im Innovationsteam der Süddeutschen Zeitung. Hoffentlich mehr dazu nächstes Mal. Ein paar Teaser gibt es trotzdem am Ende dieser E-Mail.
Rockt die Woche,
Johannes
P.S.: Eine wundervolle Sammlung weltweiter Zoo-Livestreams

Was ist der Unterschied zwischen Instagram, Snapchat, Twitter und Facebook? Zunehmend ist die Antwort nur ein müdes Schulterzucken. Die Features und Funktionsweisen der großen Netzwerke ähneln sich immer mehr. Axios hat diese hilfreiche Übersicht gebastelt:
Natürlich macht ein Feature allein noch kein soziales Medium aus. Die Netzwerke zwischen Menschen und die Inhalte unterscheiden noch immer jedes soziale Medium voneinander. Trotzdem… Wie ähnlich können Funktionalitäten werden, bevor soziale Medien austauschbar werden?
Vor allem Instagram ähnelt mit jedem Update immer weniger dem Netzwerk, als das es ursprünglich startete. Der neueste Clou: Button, die vorher direkt zur Kamera und den Benachrichtigungen geführt haben, führen jetzt zu Instagrams Shopping und Video-Tab.
The issue is the new bottom menu layout takes advantage of years of muscle memory developed by the users, who now have a high probability of accidentally clicking on the Reels or Shop button when looking for the app’s traditional features.
Es ist unwahrscheinlich, dass Instagram diese Auswirkung nicht bewusst war. Im Gegenteil sendet dieses Update ein klares Signal: Instagram ist mehr am passiven Konsum seiner Nutzer interessiert, als dem aktiven Erstellen von Inhalten.
Es ist, ob gut oder schlecht, die gleiche Logik, nach der auch TikTok tickt, wie Kyle Chayka in seiner Analyse beobachtet.
It’s a marked contrast to how, in the past decade, social media platforms marketed themselves as offering user agency: you could follow anything or anyone you want, breaking traditional media’s hold on audiences. Instead, TikTok’s For You offers the passivity of linear cable TV with the addition of automated, customized variety and without the need for human editors to curate content or much action from the user to choose it. 
Passivität als Produktfeature, sozusagen.
+ Netflix‘ lineare Streaming-Experimente, Spotifys Playlisten und Youtubes endlose Autoplay-Funktion sind ebenfalls Beispiele für bewusst passive Medienfeatures.
Vielleicht ist der Endpunkt von digitalen Plattformen das lineare Fernsehen — nur eben mit Stories…
Merkwürdiges & Anderes
Deep Fakes  —  Die Köpfe hinter “South Park” haben eine neue Satire-Show, die Deep Fakes einsetzt, um die Gesichter von Donald Trump, Al Gore und Mark Zuckerberg auf die eigenen Schauspieler zu projezieren. Der Humor ist erwartbar derb, die Technologie spannend.
+ Der “Deep Fakes in 2020” Report als guter Überblick über den Stand der Technologie
Hyperloop  —  Trotz aller Entwicklungen bleibt die Technologie noch immer weit hinter den Versprechen. Also sehr weit…
A more accurate but perhaps less flattering claim would be that my Honda Odyssey can travel at the fastest speed Virgin Hyperloop has yet attained, and with four times as many people riding in it.
k. matt | kristyn
Instagram is slowly changing from a social media platform to an online flea market.
Dennis Horn
Dass Spotify jetzt auch Musik in Podcasts erlaubt, wird für Radiosender nur zum Problem, wenn Podcasts auch die beste Musik der 80er, 90er und 2000er im besten Mix spielen.
Wie versprochen, ein kleiner Teaser ✨
Wie versprochen, ein kleiner Teaser ✨
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Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges von Johannes Klingebiel.

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