Profil anzeigen

Mikro-Publikationen und Pandemie Kulinarik 🍳

Mikro-Publikationen und Pandemie Kulinarik 🍳
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #131 • Im Browser ansehen
Hui… erst einmal ein gigantisches “DANKE!” an alle, die nach dem letzten Newsletter eine Version meines Zines “Work in Progress” gekauft haben. Entgegen meiner optimistischsten Erwartungen waren alle innerhalb von vier Stunden ausverkauft.
Ich habe meine Erfahrungen mit dem Projekt einmal aufgeschrieben, inkl. einem “Zine-conomics Calculator” als offenes Google Doc.
Ansonsten gibt es heute ein paar lose Parallelen zwischen Restaurants in der Pandemie und Medien und die übliche Ladung Merkwürdiges.
Rockt die Woche!
Johannes
P.S.: Immer wieder schön sind die Namen schottischer Schneeräumer, wie bspw.: “Lord Coldemort & you‘re a blizzard Harry”

Kaum eine Branche hat so mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen wie Restaurants. Bei einem Blick über den Teich lassen sich inzwischen viele Veränderungen beobachten, die vielleicht nie hier in Deutschland ankommen werden, aber trotzdem spannend sind. Und einige dieser pandemischen Geschäftsmodelle haben interessante Medien-Parallelen.
Es gibt beispielsweise inzwischen gleich zwei kulinarische Abo-Initiativen, die einen Blick wert sind (Hello, Bundles!). Table22 und Summerlong Supperclub bieten Luxus-Essenslieferungen für entsprechende Preise an.
You fork over a cool $800 ($960 if you want delivery), and through the end of April, you’ll get a weekly dinner from one of 16 participating restaurants until you’ve tried them all.
Gleichzeitig eröffnen arbeitslose Köch:innen über Instagram Pop-Up Restaurants aus ihren Heimküchen heraus. Mithilfe von DMs, eigenen Shop-Seiten und andere DIY-Lösungen bildet sich eine ganz eigene Indie-Szene. (Ein schönes Beispiel ist “Magicateball” von Joyce Chai)
Der Vergleich zu Journalist:innen mit eigenem Bezahl-Newsletter ist hier nicht weit. Jedoch sollte im Kopf behalten werden, dass solche Aktionen — egal wie bewundernswert und kreativ — schwer vom dürftigen sozialen Sicherheitsnetz der USA zu trennen sind. Sie oft haben kaum eine andere Wahl.
Lieferservice-Apps wie Dash und Postmates scheinen zunehmend daran interessiert zu sein, eigene Restaurants zu besitzen. In Form von “Ghost Kitchens" — Küchen, die nur für den Lieferdienst kochen.
(Die Lektion: Plattformen wollen eben auch nicht immer nur Plattformen bleiben.)
Eine interessante Konsequenz dieser Liefernetzwerke und Ghost Kitchens sind virtuelle Restaurantmarken. Ketten, die nur über die Lieferdienste selbst erreichbar sind und auch Kooperationen mit Influencern oder Musikern eingehen, um beispielsweise landesweit Wiz Khalifa gebrandete Burger zu verkaufen.
(Es ist ein wenig die Netflix-Strategie, nur eben für Lieferdienste: Was ist dein "Stranger Things”, um die Kunden bei dir zu behalten?)
+ Wobei auch hier wieder angemerkt werden sollte, dass viele Lieferdienste alles andere als stabile Geschäftsmodelle haben. Im Gegenteil verlieren einige sogar absichtlich Geld pro Lieferung, nur um zu wachsen. VC-Investment sei Dank.
+ Parallel dazu: Eine schöne Analyse des Erfolgs der Cooking-App der New York Times
Merkwürdiges & Anderes
Rankings— Globale Rankings sind immer so eine Sache, da sie oft nur begrenzt tatsächlich aussagekräftig sind. Dennoch ist es spannend BloombergsInnovation Index” mit dem MIT Green Future Index” (wie “grün” sind Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?) zu vergleichen. Schafft es Deutschland bei Bloomberg auf einen soliden 3. Platz, liegt es beim MIT auf Platz 11. Jedoch immer noch besser als die USA, die sich auf Platz 11 bzw. Platz 40 wiederfindet.
Impfungen— Ja, es läuft nicht alles perfekt, was die Lieferkette der Covid19-Impfungen angeht, aber es ist nichts gegen die Probleme der Pockenimpfung im 18. Jhdt. Um die, für die Impfung notwendigen, Rinderpocken nach Amerika zu bringen, griff Spanien schließlich auf 24 Waisenkinder und ein Segelschiff zurück. 💉
Jeff VanderMeer
Solar farms built by cutting down forests. Rockets to Mars launched from environmentally sensitive land. LED street lamps and solar powered lawn lights creating more light pollution. Natural gas plants converted to mine bitcoin. We're really fucking everything up.
Taylor Lorenz
I wonder how Nate Archibald’s digital media business is doing
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges von Johannes Klingebiel.

Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
Esswurmstraße 25, 81371 München, Germany