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Macht, Medien und Podcast-Paywalls ­čž▒

Johannes Klingebiel
Willkommen zur├╝ck zu Zine, dem unregelm├Ą├čigen Newsletter ├╝ber Tech, Podcast-Paywalls und Merkw├╝rdigem. Die Sonne scheint, die Espresso-Maschine summt und mein Heuschnupfen schnupft.
Es ist eindeutig und endlich Fr├╝hling. ­čî╝
In other news: Ich habe diese Woche den Startschuss f├╝r ein kleines Sommerprojekt gegeben. Mehr dazu in den n├Ąchsten Wochen. ­čŚ×­čĹÇ
Rockt die Woche,
Johannes

Bei all den t├Ąglichen Ank├╝ndigungen neuer Features der gro├čen Plattformen, ist es oft schwer den Blick f├╝rs gro├če Ganze zu behalten. Oder genauer, wie diese Entscheidungen die Infrastruktur f├╝r Medienproduzierende ver├Ąndert. Dabei ist ÔÇťInfrastrukturÔÇŁ ein leicht irref├╝hrender Begriff, weil er die Machtverh├Ąltnisse im Internet verwischt.
Besser w├Ąre das klassisch-marxistische ÔÇťmeans of productionÔÇŁ (Produktionsmittel), wie die Infrastruktur-Chirurgin Ingrid Burrington in ihrem letzten Artikel beschreibt.
Instead of describing Facebook as providing social infrastructure, we could simply say that it utilizes social interactions for profit through the means of production (by owning lots of computers and cables) and dispel the illusion of kind civic intentions.
Diese Infrastruktur sind Frameworks, Server, Unterseekabel, Browser, Daten, Feeds, Algorithmen etc. (Und jupp, Microsoft, Google, Facebook & Co. haben eigene Unterseekabel.)
Digitale Infrastruktur zu kontrollieren bedeutet vor allem deren Nutzung zu kontrollieren und zu pr├Ągen. Medien haben beispielsweise kaum Einfluss auf ihre digitale Lieferkette und sind Ver├Ąnderungen (wie eines Facebook Algorithmus-Wechsels) mehr oder weniger ausgeliefert.
Entsprechend ist es ├╝berraschend, wie wenig ├╝ber diesen Aspekt in Medien-nahen Trendreports gesprochen wird.
+ Ein aktuelles Beispiel sind die Podcast-Paywalls von Apple und Spotify. Apples Paywall unterscheidet sich stark von anderen L├Âsungen, da sie Plattform-exklusiv ist (und Apple 30% vom Umsatz nimmt, thank you very much ­čĺŞ). Spotify hingegen bietet einen Abo-RSS-Feed an, womit Inhalte auch in anderen Podcast-Apps geh├Ârt werden k├Ânnen. Dennoch hat Spotifys Head of Podcasts angek├╝ndigt sich langfristig weg vom offenen RSS-Standard bewegen zu wollen.
+ Ein zweiter Aspekt sind die seismischen Ver├Ąnderungen der digitalen Werbe-Infrastruktur. Sowohl Apple, als auch Google werden das Tracking durch Cookies blockieren. Google hat bereits ein alternatives System vorgeschlagen, das aber letztendlich vor allem die eigene Marktmacht festigen w├╝rde. Schritte, die auf wenig Gegenliebe bei anderen Infrastruktur-Inhabern treffen, auch nicht bei Publishern.
Merkw├╝rdiges & Anderes
SidechannelÔÇŐÔÇöÔÇŐEin spannendes neues journalistisches Community-Projekt ist ÔÇťSidechannelÔÇŁ. Ein Discord-Server, den eine Reihe Journalist:innen (darunter Casey Newton, Ryan Broderick, Delia Cai und Nick Quah) moderieren und als ├Âffentlichen Forum f├╝r ihre Indie-Newsletter nutzen. Journalistische Kooperativen, ftw!
├ťber den TellerandÔÇŐÔÇöÔÇŐHakai Magazine ist ein Magazin ├╝ber Wissenschaft, Gesellschaft und Umwelt ÔÇťfrom a coastal perspectiveÔÇŁ. Und publiziert Texte wie eine ausf├╝hrliche Kritik von NetflixÔÇÖ ÔÇťSeaspiracyÔÇŁ-Dokutainment, Fischzucht im Weltraum, wie ├ťberfischung Somalia destabilisiert hat und den wahrscheinlich besten Fischerei-Mafia Spitznamen aller Zeiten: The Codfather.
Rafat Ali, Media Owner & Operator
There is a bubble in "Roaring 20s" stories...
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Johannes Klingebiel
Johannes Klingebiel @Klingebeil

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