Profil anzeigen

Liebe dein Splinternet 🐦

Heeey, Ich wollte mich auf diesem Wege auch noch einmal bei jedem bedanken, der es letzten Mittwoch A
Liebe dein Splinternet 🐦
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #85 • Im Browser ansehen
Heeey,
Ich wollte mich auf diesem Wege auch noch einmal bei jedem bedanken, der es letzten Mittwoch Abend ins Lovelace geschafft hat. Es war ein witziger, überraschender und inspirierender Abend! (Und es wir haben bereits eine Einladung zurück erhalten)
Und ich weiß, ich bin etwas spät dran mit diesem Newsletter. Zu viel zu tun, so wenig Zeit.
Rockt die Woche!
Johannes
P.S.: Ideen und Möglichkeiten, wie Google aufgebrochen werden könnte. (Inkl. tatsächlich gutem *schauder* Scrolly-Telling)
P.P.S.: Hier ist Instagrams Creators Handbook [PDF] für seine neue Video-App IGTV 🤫

IPoAC
IPoAC
In den letzten Monaten sind immer wieder Rufe nach Internetalternativen laut geworden. Die Gründe sind entweder der Wunsch eines zensur-robusteren Internets oder die Besorgnis über den großen Einfluss, den Firmen wie Amazon, Facebook und Google über große Teile des heutigen Netzwerkes haben.
Viele Kommentatoren—oft angetrieben durch eine gewissen Blockchain-Begeisterung—hoffen, dass ein dezentralisiertes Internet diese Probleme lösen könnte. Jedoch handelt es sich hier um eine Fehldiagnose. Wie David Rosenthal richtig schreibt ist der Grund für die große “zentralisierte” Macht der großen vier weniger das zugrunde liegende Internetprotokoll, sondern schlicht Ökonomie. Zentralisierte Plattformen sind mit wachsender Größe profitabler und leichter zu verwalten als dezentrale. Oder um es anders zu sagen: Wir brauchen keine technische, sondern sehr wahrscheinlich eine politische Lösung, die jedoch laut Rosenthal eigene Folgen haben könnte:
Balkanization of the Web seems more likely than decentralization.
+ Ich selber bin gerade etwas mehr begeistert von Low-Tech-Internetalternativen. Beispielsweise in Form von Langstrecken-WLAN-Netzwerken oder  “WiFi Communities”, wie Freifunk oder FunkFeuer. Oder aber exotischeren Netzwerklösungen, wie “Data Mules”. Geräte, welche auf Motorrädern oder Bussen montiert Datenpakete physisch von Ort zu Ort und schließlich ins Internet transportieren.
+ Auch Kubas Internet ist ein faszinierender Sonderfall. Weil Castro während seiner Lebenzeit gegen das Internet war, hat sich in Kuba eine Art loses Untergrundnetzwerk (oder Sneakernet) entwickelt, welches Musik, Filme, Pornos und Nachrichten über USB-Sticks verbreitet. [🎥]. Diese sogenannten paquetes führen auch zu kreativen Musik-Marketingformen. Als Major Lazer ihr erstes Konzert auf der Insel spielte, sorgte sie dafür, dass die Musik in den wöchentlichen paquetes enthalten war. Die Folge: 400.000+ Konzertbesucher.
+ Eine andere, weniger ernstgemeinte Form eines alternativen Internetprotokolls ist IPoAC oder “IP over Avian”. Ähnlich den Data-Mules werden Daten hier über Brieftauben transportiert. Laut Wikipedia:
IPoAC has been successfully implemented, but for only nine packets of data, with a packet loss ratio of 55% (due to operator error), and a response time ranging from 3000 seconds (≈54 minutes) to over 6000 seconds (≈1.77 hours).
Merkwürdiges & Anderes
Machtgefälle – Ich hatte vor 2 Monaten auf eine Kurzgeschichte von Madeleine Ashby verlinkt, in der ein Smarthome wichtiger Teil häuslicher Gewalt war, indem der Partner beispielsweise Schlösser kontrollierte. Was damals noch nach Black Mirror klang ist leider bereits Realität, wie die NYT jetzt berichtete.
Data Alchemist – Glenn McDonald hat nicht nur einen coolen Titel, sondern auch einen coolen Job: Neue Genres bei Spotify aus der Datensuppe fischen. Ein faszinierender Blick hinter Spotifys Kulissen. (Und ich will einen ähnlich coolen Titel!)
Private Labels – Still und leise hat Amazon in den letzten Jahren ein Netzwerk eigener Labels aufgebaut, von Herren-Unterhosen bis Lampen. Amazon kann dabei auf seinen Datenschatz an Kaufpräferenzen und Bewertungen zurückgreifen. Das Fazit für jede Marken: Amazon is not your friend.
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges.

Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
Esswurmstraße 25, 81371 München, Germany