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Letzter Newsletter vor den Ferien 🏝

Mit der drĂŒckenden Hitze im RĂŒcken, die verhindert, dass ich momentan viel außerhalb des klimatisiert
Letzter Newsletter vor den Ferien 🏝
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #88 • Im Browser ansehen
Mit der drĂŒckenden Hitze im RĂŒcken, die verhindert, dass ich momentan viel außerhalb des klimatisierten SZ-Turms schreibe, ist dieser Newsletter der letzte vor einer erholsamen Offline-Sommerpause. I‘ll be back, wahrscheinlich Mitte September.
Rockt die Woche und den Rest des Sommers!
Johannes
P.S.: Attentate auf StaatsoberhÀupter mit zivilen Drohnen sind jetzt auch ein Ding

Tipp fĂŒr die nĂ€chste UrlaubslektĂŒre?
Tipp fĂŒr die nĂ€chste UrlaubslektĂŒre?
Eigentlich wollte ich mir “The 2020 Report on the North Korean Nuclear Attacks on the United States” von Jeffrey Lewis fĂŒr meinen Urlaub aufheben. Nachdem ich aber aus Neugier eigentlich nur die Einleitung lesen wollte, kam ich nicht mehr los. Das Buch beschreibt die fiktionalen AtomschlĂ€ge Nordkoreas gegen Amerika, wie es zu diesen kam, sowie die Folgen.
Es ist ein gleichermaßen schockierend und faszinierendes Buch, welches nicht zuletzt auf die politischen Spannungen zwischen Nord- und SĂŒdkorea eingeht, die Rolle von Verschwörungstheorien, die chaotische UnfĂ€higkeit der Trump-Regierung (Trumps Tweets spielen eine zentrale Rolle), sowie die RealitĂ€t eines nuklearen Angriffs mit all seinen brutalen Facetten.
Es ist gruselige und gut recherchierte Spekulation, die an den berĂŒchtigten Appendix C des 1978 veröffentlichten Reports der US-Regierung “The effects of nuclear war” erinnert. Ebenfalls ein spekulativer Artikel, der die Folgen eines fiktionalen nuklearen Angriffs beschrieb, den Film “The day after” inspirierte und in Folge President Reagan darin bestĂ€rkte nukleare Kriege mit allen Mitteln zu vermeiden. Gute, realistische Geschichten wirken.
Ich schreibe deswegen hier davon, weil ich glaube, dass spekulative Geschichten eine grĂ¶ĂŸere Rolle im Journalismus einnehmen sollten. Journalismus sollte nicht nur rĂŒckblickend Orientierung bieten, sondern auch vorausblickend Optionen und Möglichkeiten aufzeigen können. Projekte, wie Scout.ai, “Zukunftsreporter” der Riffreporter oder “World If” des Economist sind bereits jetzt gute Beispiele dafĂŒr.
+ The Verge hat den Autor interviewt und ĂŒber HintergrĂŒnde und seine Gedanken ĂŒber Atomwaffen gesprochen.
Die Grenzen von Science Fiction—Science Fiction kann in verschiedenen Formen ein wertvolles Werkzeug zur Spekulation ĂŒber die Zukunft sein. Und es ist nicht zu leugnen, dass SciFi unsere Vorstellung, wie eine Zukunft auszusehen hat, prĂ€gt (siehe die immer wiederkehrende Fantasie von “fliegenden Autos”). Jedoch hat Science Fiction ein grundlegendes Problem: Sie ist Fiktion. Ideen in diesen Geschichten mĂŒssen sich per Definition nicht an reale BeschrĂ€nkungen halten. Das blinde Kopieren dieser fĂŒhrt jedoch dazu, dass beispielsweise soziale Probleme und Konsequenzen auf der Strecke bleiben.
+ Ein gutes Beispiel ist die Tatsache, dass blaue Bildschirme unseren Alltag dominieren. Eine Farbe, die mit “Zukunft” und “High-Tech” verbunden wird. (Man muss nur einmal “KI” in die Bildersuche eingeben, um zu sehen was ich meine.) Dabei wĂ€ren orangene Bildschirme in vielen Situationen weitaus besser fĂŒr unsere Augen und Aufmerksamkeit.
Aram Zucker-Scharff
What if the real problem with Silicon Valley is that they don't realize cyberpunk novels were written as examples of a future we were supposed to *avoid*?
2:48 AM - 7 Aug 2018
Kilo-Girl—Es gab eine Zeit in der die Rechenleistung von Computern in “Kilo-Girls” gemessen wurde. Eine Zeit, zu der Computer noch Menschen und fast ausnahmslos Frauen waren. Es ist zugleich ein Zeugnis der sexistischen Geschichte der IT-Industrie, die in der Folge nicht nur menschliche Computer durch Maschinen ersetzte und neue Maßeinheiten erfand, sondern im gleichen Zug Frauen gezielt aus dem Feld vertrieb.
+ Eine weitere Anekdote dĂŒrfte die Geschichte der britischen IT-Industrie sein, deren fataler Geburtsfehler der Sexismus seiner mĂ€nnlichen FĂŒhrungsebene war. Ein Fehler, der sie in den 70ern letztendlich zu Recht implodieren lies. (Die Autorin hat inzwischen ein ganzes Buch darĂŒber geschrieben)
In eigener Sache—Ihr könnt mich am 02. September auf dem Campfire Festival in DĂŒsseldorf treffen, auf dem ich einen “Push Benachrichtungen aus der Zukunft”-Workshop leiten werde und am 22. September in Leipzig auf der DJV-Veranstaltung “Besser online”. Hier auf einem Panel rund um den “heißen neuen Scheiss” im Journalismus. Ich bin immer gerne fĂŒr einen Kaffee oder ein Bier zu haben! âœŒđŸ»
MerkwĂŒrdiges & Anderes
Marcus needs to integrate his code with a legacy system maintained by another team. He meets with the other team, but they didn’t actually build the system. In fact, they’re not even sure what language it was written in, and redeploying it on the servers requires a 33-step process involving woodwind music, chanting, and sacrifice of obsolete MacBook Pros.
Magical Realism kombiniert mit Digitalem ist finde ich eine wunderbare Kombination. Mehr Kurzgeschichten hier, hier und hier.

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Johannes Klingebiel

Ein unregelmĂ€ĂŸiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und MerkwĂŒrdiges.

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