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Lean, Mean Publishing Machine 🗞

Weg von den großen Zukunftsszenarien (*hust* KI *hust*) im Journalismus, hin zu den kleineren. Entspr
Lean, Mean Publishing Machine 🗞
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #112 • Im Browser ansehen
Weg von den großen Zukunftsszenarien (*hust* KI *hust*) im Journalismus, hin zu den kleineren. Entsprechend auch die Warnung, dass das Thema dieses Mal wahrscheinlich etwas spezifischer ist.
Rockt die Woche,
Johannes

Wenn etwas in der Medienwelt geschieht, aber niemand es benennt, ist es dann überhaupt ein Trend? In diesem Sinne, willkommen zur wundervollen Welt der Boutique Publikationen.
Was sind Boutique Publikationen? Kurz gesagt handelt es sich um nischige Newsletter, Podcasts oder Blogs. Diese werden entweder von Einzelpersonen oder kleinen Teams betrieben und finanzieren sich über Abos einer Community. Damit sind sie natürlich kein neuer Trend, aber ein wachsender. Und für Journalisten ein dritter Weg einen Lebensunterhalt zu bestreiten zwischen Festanstellung und Freelancertum.
Gute Beispiele sind Social Media Watchblog, Übermedien oder auch Ben Thompsons Stratechery.
Ein Grund für das Wachstum dieses Trends ist eine Generation von Tools, wie Patreon, Steady, Revue oder Substack, die es leicht machen, Paywalls hochzuziehen. (Ghost und Wordpress bieten auch seit Neuestem Paywall-Funktionen an)
Warum ist das interessant? Es ist in gewisser Weise eine kleine Blogging-Renaissance, wenn auch abgeschlossener.
Um Erfolg zu haben, reicht es nicht einfach nur Inhalte online zu stellen und zu erwarten, dass Menschen dafür bezahlen. Der Medien-Analyst Thomas Baekdal trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er in seiner Analyse des Trends schreibt:
You see, the reason people decide to pay you is almost never because they want to support YOU, but is almost always because they want to pay you to support THEM.
(Der ganze Artikel ist einen Blick wert, wenn man selbst darüber nachdenkt, eine ähnliche Publikation zu starten.)
Entsprechend haben die Köpfe hinter diesen Publikationen mehrere Hüte auf. Sie produzieren nicht nur Inhalte, sondern sind zudem Community, Sales und Marketing Manager in einem. Und damit weit weg vom klassischen Selbstverständnis eines Journalisten oder einer Journalistin. (Hier als Zitat über Podcasts)
Today’s podcast hosts are not just on-air personae, but community managers, designers of incentives, spokespeople for subscription toothbrushes and business-to-business software. The worth of a podcast is no longer just its content, but rather the sum of the relations it produces — fan to host, fan to fan, fake friends eating ice cream on billboards together.
+ Ein Abo sollte für die Menschen gestaltet werden, die es kündigen
Merkwürdiges & Anderes
Media → Product — Immer mehr Medien erstellen nicht mehr nur Inhalte für ihre Leser, sondern zunehmend auch Produkte (digital und analog). Das Streetstyle-Magazin Complex ist hier eine schöne Case-Study.
The basic idea is to use all of that experience gained from engaging a given audience and creating media products for them to form a profile other brands can use to then produce physical products that speak to that same audience.
Darren Herman
Print is not dead for marketers who are using modern strategies and tactics of print. If you are using print as you did back in the 1980s, yes, it's dead.
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Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges von Johannes Klingebiel.

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