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It‘s Zine Time 💎

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich meinen Newsletter "Zine" nenne. Zine (englisch ausgesproche
It‘s Zine Time 💎
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #93 • Im Browser ansehen
Ich werde immer wieder gefragt, warum ich meinen Newsletter “Zine” nenne. Zine (englisch ausgesprochen “Zeen”) ist eine Verkürzung von “Magazine”. Anders als sein großer Cousin, sind Zines nischig, existieren nur in kleinen Auflagen und sind so DIY, indie und persönlich wie möglich. Und ich finde, es beschreibt damit auch gut, was ich mit diesem Newsletter versuchen will und in Zukunft auch hoffentlich öfter in gedruckter Form. Dazu mehr gleich.
In diesem Sinne: rockt die Woche und schreibt mehr Zines!
Johannes
P.S.: Civils neue Strategie hat Tradition in den Medien: unterbezahle deine Journalisten, nur dieses Mal on the Blockchain

Nachdem die Creative Independent eine Anleitung veröffentlicht hatte, wie man ein eigenes Zine schreiben kann, dachte ich ich opfere einmal eine Mittagspause und probieren mal etwas physischeres als diesen Newsletter aus. Der Ergebnis ist ein kleiner Guide zu Trends und wie man mit diesen Arbeiten kann. Wer will, kann sich das Zine herunterladen, ausdrucken, an Kollegen verschenken, Papierflieger draus bauen, usw.
Download [PDF, 165kb]
Social Credit—In der letzten Woche gab es einige Berichte über Chinas Überwachungsapparat und mit diesen zwei Gedanken, die ich hier kurz aufschreiben will.

  1. Wir gehen davon aus, dass Chinas Überwachungsapparat perfekt sein wird. In Wahrheit wird er voller Risse, Lücken, Bugs und Glitches sein, wie der Vorfall um eine CEO zeigt, welche fälschlicherweise automatisch für unerlaubtes Überqueren einer Straße belangt wurde. In Wahrheit hatte das System ein Foto von ihr auf der Seite eines Busses erkannt.
  2. Chinas Überwachungstechnologien verbreiten sich über den Globus, nicht zuletzt durch die Unternehmen SenseTime, ZTE und Huawei. Zuletzt hatte Venezuela eine eigene Variante des Social Credit Systems angekündigt.
Valley Anthropologie—Über Twitter bin ich über den Erfahrungsbericht der Anthropologin Jeannette Blomberg gestolpert, welche einen Großteil ihrer wissenschaftlichen Karriere in und um das Silicon Valley verbracht hat. Der ganze Text ist unheimlich lesenswert und enthält auch einige gute Gedanken zum Thema Automatisierung von Arbeitsplätzen, aber ich komme immer und immer wieder zu den folgenden Sätzen zurück:
As it was when I first arrived in Silicon Valley, the time-honored refrain, “people are resistant to change,” was still being voiced in 2010. I was told that people like things the way they are and it would be necessary to bring them kicking and screaming into the modern world. [..] Our study of intended users’ work practices showed that the tool provided little benefit to them—all the benefits were to be accrued by others in the organization, not those who were asked to change how they worked. […] In the end, it wasn’t workers’ resistance to change at issue, but their resistance to being asked to do extra work that yielded little or no payback.
Eine Erfahrung, die ich aus meiner Arbeit heraus nur bestätigen kann.
Merkwürdiges & Anderes
Influencer, aller Länder…—Sollten Influencer eine Gewerkschaft gründen? Diese Frage scheinen sich einige zumindest zu stellen und langsam entstehen die ersten informelle Gruppen. (Ein vielleicht verwandtes Beispiel dürfte Studyhall.xyz sein. Ein Netzwerk/Gewerkschaft für Journalisten, organisiert über Patreon)
Commerce Publisher—Ein neues Buzzword für den nächsten Medienkongress. Wirecutter der NYT und Buzzfeeds Commerce Team verdienen gar nicht mal so schlecht mit Affiliate-Links in eigenen Artikeln (im Falle von Buzzfeed $50 Millionen in 2018). Buzzfeed geht sogar noch einen Schritt weiter und entwickelt nicht nur im Auftrag von Marken Produkte für die eigene Zielgruppe, sondern geht auch strategische Partnerschaften mit e-Commerce Plattformen wie Shopify ein.
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Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges.

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