Profil anzeigen

Hype und Vorurteil 💃

Ich halte derzeit wieder gut meinen zweiwöchentlichen Rhythmus für diesen Newsletter ein, worüber ich
Hype und Vorurteil 💃
Von Johannes Klingebiel • Ausgabe #123 • Im Browser ansehen
Ich halte derzeit wieder gut meinen zweiwöchentlichen Rhythmus für diesen Newsletter ein, worüber ich wahrscheinlich stolzer bin, als angebracht. Anyway, es wird wieder etwas mehr meta diese Woche—als Ausgleich hab ich einen nischigen neuen Messenger, bevor er cool wird und die übliche Ladung Merkwürdiges.
Rockt den Rest der Woche,
Johannes

Hyyyyyyype—Ich beschäftige mich schon länger mit dem Zusammenhang zwischen Technologien und den Geschichten über diese. Ein immer wiederkehrendes Thema ist dabei Hype—jene unkritische Begeisterung für einen Trend oder eine Technologie.
Hype ist dabei nicht selten das Ergebnis von gezieltem Marketing und bewusstem Agenda-Setting.
Technological Hype is not just exaggeration, nor is it idle speculation; it is an act of persuation. We should therefore pay close attention to who is predicting what and why. – Who‘s driving innovationJack Stilgoe
Das neue Paper “Words Matter: How Tech Media Helped Write Gig Companies into Existence” von Sam Harnett beleuchtet diese Entwicklung im Falle der “Gig-Economy”. Vor allem welche Rolle die unkritische, oft begeisterte Berichterstattung über Uber, Airbnb, Deliveroo und Co. in deren Aufstieg spielte.
The positive, uncritical coverage prevailed for years and helped pave the way for a handful of companies that represent a tiny fraction of the economy to have an outsized impact on law, mainstream corporate practices, and the way we think about work.
(Ich weiß, Journalismus bekommt derzeit gefühlt von vielen Seiten Kritik, aber Harnetts Analyse von Artikelformaten und Framings im Tech-Journalismus ist lesenswert.)
Eine bessere Herangehensweise ist, laut der Journalistin Gemma Milne, diese Unternehmen nicht nur als Gadgets oder Startups zu verstehen. Stattdessen sollte ihre Rolle in einem größeren, systemischen Kontext betrachtet werden. Welche Veränderungen streben diese an? Welche (Zukunfts-)Vision treiben sie? Und wie profitieren sie davon? 💸
There’s more to be said around words not necessarily always being useful (for understanding technologies) and that it’s important that people understand these broader systems and then can take the words into context.
Oder ganz grundsätzlich: Ist das Ding tatsächlich zukunftsweisend oder will mir jemand nur etwas verkaufen? (Looking at you… VR, Bitcoin, Alexa… 👀)
+ Auch die Vision von “Smart Cities” löst sich immer mehr von den Powerpoint-Folien, mit denen sie verkauft werden. “All these smart city megaprojects are now fairly conventional real estate projects.”
+ Warum auch Gartners “Hype Cycle” mit Vorsicht genossen werden sollte.
Chatting—Ich bin ein wenig verliebt in die Chat-App Muze, einem unendlichen Canvas auf dem Text, Bilder, Gifs und Kritzeleien nebeneinander existieren. Wahrscheinlich schwer zu durchsuchen, aber wundervoll kreativ. (Leider nur für iOS im Moment)
+ Dazu auch relevant John Palmers Essay über “Spatial Interfaces”
Merkwürdiges & Anderes
Noten nach Algorithmus—Stell dir vor deine Abiturnoten werten abgewertet, weil du über dem historischen Durchschnitt deiner Schule liegst. Vollkommen unabhängig davon, wie gut du tatsächlich warst. Das ist die Realität, mit der britische Schüler:innen gerade zu kämpfen haben.
Fax—Weil es leichter ist, sich über die Nutzung von Faxgeräten lustig zu machen, als sich mit dem “Warum?” zu beschäftigen, eine Erinnerung: Ein Fax kann nicht abgefangen oder manipuliert werden und ist im Gegensatz zu einer E-Mail rechtsgültig.
Michael Dempsey
These VC hating twitter accounts are funny but nothing is as hilarious to me as hearing stories over the past few months from the strange volume of people I've somehow met that have walked me through their work ghostwriting for VCs over the years.
Damian Burns
'Facebook doesn't innovate' is a somewhat lazy take on things

The consumer-facing 'clock faces' of the apps are only one part of the story - it's the mechanisms behind them all that matter most (and are poorly understood by many commentators)
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Johannes Klingebiel

Ein unregelmäßiges Zine rund um Technologie, Internet, Publishing und Merkwürdiges von Johannes Klingebiel.

Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
Esswurmstraße 25, 81371 München, Germany